Mexiko: Gewalt nach Tod von Drogenboss "El Mencho"

Deutsche Botschaft mahnt zur Vorsicht:Mexiko: Gewaltwelle nach Tod von Drogenboss "El Mencho"

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Der Tod von Drogenboss "El Mencho" löst schwere Unruhen mit Dutzenden Toten in Mexiko aus. Das öffentliche Leben steht vielerorts still. Die deutsche Botschaft warnt Reisende.

Einsatzwagen der Spezialeinheiten der Nationalgarde und der Secretaria de Seguridad Ciudadana stehen hintereinander. Bewaffnete Einsatzkräfte auf den Ladeflächen/Dächern der Autos.

Mexikanische Soldaten haben einen der meistgesuchten Drogenbosse des Landes, "El Mencho", getötet. Daraufhin kam es in mehreren Bundesstaaten zu gewalttätigen Ausschreitungen.

23.02.2026 | 0:53 min

Nach dem Tod des mächtigen Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes ist Mexiko von einer massiven Welle der Gewalt erfasst worden. Bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Kartellmitgliedern gab es Dutzende Tote.

Unter anderem seien 25 Angehörige der Nationalgarde, ein Justizvollzugsbeamter und ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft getötet worden, sagte der mexikanische Sicherheitsminister Omar Garcia Harfuch.

Washington-Korrespondent Elmar Theveßen

Mittelamerikanische Länder sollen laut US-Präsident Trump hart gegen Drogenkartelle vorgehen. Er habe gedroht, dass die USA sonst auch aktiv werden könnten, so Korrespondent Elmar Theveßen.

23.02.2026 | 6:52 min

Mexikos mächtigster Drogenboss nach Militäreinsatz gestorben

Der getötete Drogenboss war Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) und stand in Mexiko und im Nachbarland USA auf Fahndungslisten. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen Dollar (12,7 Millionen Euro) für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt.

Ansicht eines vom US-Außenministerium am 04.12.2024 veröffentlichten Handout-Fotos, das ein Fahndungsplakat für den mächtigen mexikanischen Drogenkartellführer Nemesio Oseguera zeigt.

Ansicht eines vom US-Außenministerium am 04.12.2024 veröffentlichten Handout-Fotos, das ein Fahndungsplakat für den mächtigen mexikanischen Drogenkartellführer Nemesio Oseguera zeigt.

Quelle: US State Department / Handout

Wie das mexikanische Verteidigungsministerium mitteilte, wurde Oseguera bei einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme in der Stadt Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco verletzt. Demnach erlag er seinen Verletzungen, als er nach Mexiko-Stadt geflogen wurde.

Entscheidender Tipp kam von einer Geliebten

Die Informationen, die zur Festnahme und zum Tod des Kartellbosses führten, stammten demnach von einer Geliebten Osegueras.

Soldaten der Armee patrouillieren vor dem Nationalpalast vor der täglichen morgendlichen Pressekonferenz der mexikanischen Präsidentin Sheinbaum in Mexiko-Stadt.

Nachdem der mexikanische Drogenboss "El Mencho" bei einem Armeeinsatz getötet wurde, eskaliert die Gewalt bewaffneter Banden.

23.02.2026 | 1:29 min

Bei dem Einsatz stellten die Sicherheitskräfte gepanzerte Fahrzeuge und Waffen sicher, darunter einen Raketenwerfer, mit dem nach Angaben des Verteidigungsministeriums sogar Hubschrauber oder Flugzeuge abgeschossen werden können.

USA unterstützten den Einsatz mit Geheimdienstinformationen

Die USA hatten die mexikanische Regierung bei der Operation mit Geheimdienstinformationen unterstützt, wie Karoline Leavitt, die Sprecherin von Präsident Donald Trump, in einem Post auf X schrieb.

"El Mencho" war als einer der größten Fentanyl-Schmuggler in unser Land ein Hauptziel der mexikanischen und der US-amerikanischen Regierung.

Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses in Washington

US-Vize-Außenminister Christopher Landau sprach von einer guten Entwicklung für Mexiko, die USA und Lateinamerika. Einer der "blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse" sei getötet worden, schrieb er auf der Plattform X.

Ein Soldat steht neben einem ausgebrannten Fahrzeug in Cointzio im mexikanischen Bundesstaat Michoacán Wache

Nach dem Tod von Kartellchef "El Mencho" brennen in mehreren mexikanischen Bundesstaaten Fahrzeuge und Geschäfte. Es gibt mindestens 14 Tote.

23.02.2026 | 2:28 min

Bandenmitglieder setzen Autos und Geschäfte in Brand

Als Reaktion auf den Tod ihres Anführers überzogen Kartellmitglieder etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten mit Gewalt, blockierten Autobahnen mit brennenden Fahrzeugen und griffen Banken sowie Tankstellen an. Zu Zwischenfällen kam es auch in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist. Mexiko richtet das Turnier ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada aus.

Demonstranten attackieren die Polizei während eines Marsches von Jugendlichen gegen die Regierung in Mexiko-Stadt. Ein Demonstrant schwingt eine Art Hammer.

Bei Protesten gegen Gewaltkriminalität kam es im November 2025 in Mexiko-Stadt zu schweren Ausschreitungen. 100 Polizisten und 20 Demonstranten sollen laut Sicherheitsbehörden verletzt worden sein.

16.11.2025 | 0:18 min

Rund 1.000 Menschen aus anderen Bundesstaaten verbrachten die Nacht im Zoo von Guadalajara, weil eine Rückfahrt in ihre Heimatorte angesichts der unsicheren Lage zu gefährlich gewesen wäre. Um die Lage zu stabilisieren, verlegte das Verteidigungsministerium 2.500 zusätzliche Soldaten als Verstärkung in den Westen des Landes.

Ein Soldat steht neben einem ausgebrannten Fahrzeug in Cointzio im mexikanischen Bundesstaat Michoacán Wache

Mutmaßliche Bandenmitglieder setzten nach dem Tod von "El Mencho" Fahrzeuge in Brand.

Quelle: AP

Mexikos Präsidentin: "Ruhe bewahren"

Präsidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Gleichzeitig mahnte sie, sich über die Lage zu informieren. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Behörden erklärten jedoch, dass die meisten der mehr als 250 Straßenblockaden in 20 Bundesstaaten mittlerweile geräumt worden seien.

Deutsche Botschaft warnt vor Unruhen

Die Botschaft der USA sowie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder forderten ihre Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Aus Sicherheitsgründen haben Fluggesellschaften Flüge in mehrere mexikanische Städte gestrichen oder umgeleitet.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet von Reisen in verschiedene Regionen Mexikos ab. Für ganz Mexiko gelte: Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten. "Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flüchten", erklärte die Botschaft.

Reise- und Sicherheitshinweise der deutschen Botschaft in Mexiko

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US-Regierung stufte Kartell als ausländische Terrororganisation ein

Das 2009 von "El Mencho" gegründete Kartell CJNG gilt als besonders gewalttätig und ist eines der mexikanischen Drogenkartelle, die US-Präsident Donald Trump als ausländische Terrororganisation eingestuft hat. Das Verbrechersyndikat ist demnach eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien.

Lateinamerika-Experte Jonas von Hoffmann

Kartelle wie die CJNG sind kriminelle Konzerne, denen es darum geht, Geld zu verdienen, analysiert Lateinamerika-Experte Jonas von Hoffmann. "Das Geschäft mit den Drogen wird weitergehen", sagt er.

23.02.2026 | 17:30 min

Neben dem Handel mit Fentanyl ist es den Angaben nach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt.

Die Tötung von "El Mencho" ist der bedeutendste Schlag gegen die mexikanischen Drogenkartelle seit der Festnahme der Drogenbosse Joaquín "El Chapo" Guzman und Ismael "El Mayo" Zambada, die in den USA in Haft sitzen.

Quelle: dpa, AFP, AP, Reuters
Über das Thema berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, darunter ZDFheute live am 23.02.2026 ab 17:30 Uhr sowie heute am 23.02.2026 ab 17:00 Uhr.
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