WM-Testspiel gegen Deutschland:Effizient und eiskalt: Die Schweiz als eidgenössische Einheit
von Andreas Morbach
Im Sommer nimmt die kleine Schweiz zum sechsten Mal in Folge an einer Fußball-WM teil. Das große Plus der "Nati" ist das Kollektiv; nun steht ein Test gegen die DFB-Auswahl an.
Murat Yakin
Quelle: ImagoUnter der Woche referierte Joshua Kimmich über sein Credo, demzufolge ein ausgeprägter Mannschaftsgeist bei einem großen Turnier wichtiger ist als der allerbeste Kader. In dem Punkt liegt der Kapitän der DFB-Auswahl voll auf einer Wellenlänge mit Murat Yakin.
Vorbereitung am Fuße des Schauinsland
Der Schweizer Nationaltrainer, dessen Ensemble Deutschland am Freitag im WM-Test fordert, schätzt bei den Treffen mit den besten Kickern der Alpenrepublik die Abgeschiedenheit. Denn das, sagt er, fördere nicht zuletzt den Zusammenhalt unter den Spielern.
Schon vor dem Start in die jüngste WM-Qualifikation versammelte Yakin sein Team im vergangenen Herbst im beschaulichen Horben am Fuße des Schauinsland. Vor dem Prestigeduell mit dem viermaligen Weltmeister bestellte der 51-Jährige die eidgenössischen Fußballer nun erneut in die malerisch auf einer langgezogenen Anhöhe gelegene 1.200-Seelen-Gemeinde.
Erster großer Test im WM-Jahr für die deutsche Nationalmannschaft am Freitag in der Schweiz. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat für die Partie klare Vorstellungen.
26.03.2026 | 0:46 minSchweizer suchen gezielt starke Testgegner
Trainiert wird im nahen Freiburg, Schauplatz des WM-Tests ist das 70 Kilometer entfernte Basel. Aus der Schweizer Kulturmetropole im Dreiländereck reist die "Nati" anschließend weiter nach Norwegen.
Mit dem besten Team der europäischen WM-Qualifikation misst sich Yakins Auswahl am kommenden Dienstag. Und Nati-Direktor Pierluigi Tami kommentiert den prominenten Doppelpack:
Wenn wir besser werden wollen, müssen wir gegen solch starke Gegner testen. Wir müssen unseren besten Fußball auch gegen sie zeigen können.
Pierluigi Tami, Direktor der Schweizer Nationalmannschaft
EM 2024: Viertelfinal-Aus im Elfmeterschießen
In beeindruckender Weise gelang das bei der EM 2024: Gastgeber Deutschland brachte Yakins Auswahl im Gruppenspiel an den Rand einer Niederlage, den viermaligen Weltmeister Italien eliminierte sie im Achtelfinale fast problemlos.
Der Traum vom Sprung unter die Top vier des Kontinents platzte gegen den späteren Finalisten England erst im Elfmeterschießen. "Wir haben uns etwas aufgebaut, wie wir als Kollektiv funktionieren", benannte Yakin nach der EM das große Plus seiner Mannschaft.
Das DFB-Team steht vor zwei wichtigen WM-Tests gegen die Schweiz und Ghana. Was Nagelsmanns Plan ist, verrät ZDF-Moderator Florian Zschiedrich.
25.03.2026 | 2:26 minDämpfer in der Nations League
Dem früheren Bundesligaprofi ist bewusst, dass die Schweiz mit ihren neun Millionen Einwohnern nicht über dieselben Möglichkeiten wie die großen Fußballnationen verfügt. In der Nations League gab es mit dem Abstieg aus der Liga A im Herbst 2024 prompt einen Dämpfer. Die WM-Qualifikation erledigte die Schweiz dann aber wieder souverän.
Yakins Vertrag verlängerte sich dadurch automatisch bis zur EM 2028. Und selbst wenn seine eiskalte Einheit mal nicht wie gewünscht funktioniert, wie beim finalen Qualifikationsspiel im Kosovo (1:1), reüssiert das Team dennoch. Dank Effizienz und Coolness vor dem gegnerischen Tor.
Granit Xhaka als Anführer
Diese Abgeklärtheit personifiziert allen voran Kapitän Granit Xhaka. Beim Leverkusener Meistertitel 2024 fußballerischer Anker im Bayer-Ensemble, gibt der 33-Jährige inzwischen in der Premier League bei Aufsteiger Sunderland den Anführer. "Er ist wie ein zweiter Trainer auf dem Platz", lobt Régis Le Bris, der Coach der Nordostengländer.
Beruhigung für die italienische Fußball-Seele: Die Squadra Azzurra setzt sich im Halbfinale gegen Nordirland durch und spielt im Playoff-Finale um das Ticket für die WM.
27.03.2026 | 2:58 minAuch gegen Deutschland wird Xhaka das Spiel der Schweizer, im Sommer zum sechsten Mal in Folge bei einer WM-Endrunde dabei, lenken. Aufgrund einer frisch überstandenen Sprunggelenksverletzung aber vermutlich nur in Teilzeit.
Bolognas Remo Freuler freut sich aufs Nachbarduell
Das gilt womöglich auch für seinen Mittelfeldkollegen Remo Freuler, dem der designierte Xhaka-Nachfolger Ardon Jashari (23) vom AC Mailand im Nacken sitzt.
Noch aber ist Freuler (33) bei den Eidgenossen gesetzt. Vor der Partie gegen das DFB-Team freut sich der Mann vom FC Bologna: "Es sind immer schöne Duelle gegen die Nachbarn, immer kleine Derbys. Wir spielen zu Hause und werden es Deutschland sehr schwer machen."
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