Champions League der Frauen:Was hinter dem Aufschwung der deutschen Teams steckt
von Frank Hellmann
Der FC Bayern, VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt schneiden in den Europapokalwettbewerben der Frauen so gut ab wie lange nicht mehr. Der Bundestrainer findet lobende Worte.
Giulia Gwinn (v.r.n.l.), Stine Ballisager, Georgia Stanway und Glódís Perla Viggósdóttir jubeln beim Champions-League-Sieg gegen Arsenal.
Den Weg in den Münchner Norden erspart sich Christian Wück in diesem Fall. Aber zum einen drückt der Bundestrainer den Fußballerinnen des FC Bayern natürlich die Daumen, zum anderen sind für ihn ja Torwarttrainer Michael Fuchs und Co-Trainer Saskia Bartusiak vor Ort, wenn der FC Bayern im Viertelfinalrückspiel gegen Manchester United (Mittwoch 18.45 Uhr im ZDFheute-Liveticker) das zweite Mal in seiner Vereinsgeschichte das Halbfinale der Women's Champions League erreichen will.
Nach dem 3:2-Hinspielerfolg im Old Trafford freut sich Trainer José Barcala, dass die FCB-Fußballerinnen zum dritten Male in dieser Saison in der Allianz-Arena antreten dürfen. "Das gibt uns eine Menge Energie", versicherte der Spanier. Mehr als 20.000 Tickets sind verkauft, eine beträchtliche Zahl offenbar auch an englischen Fans.
Der FC Bayern bietet im "Theatre of Dreams" eine tolle Leistung und schafft sich eine gute Ausgangssituation für das Rückspiel. Beste Akteurin beim Sieg über Manchester United: Pernille Harder.
26.03.2026 | 2:47 minIm Finale standen die Münchnerinnen noch nie
Nationalspielerin Giulia Gwinn bezieht aus der großen Bühne besondere Motivation. "Das macht etwas mit den Spielerinnen. Wir freuen uns auf die Kulisse im eigenen Wohnzimmer." Sie weiß: So erdrückend die Dominanz ihres Teams in der Bundesliga sein mag, so gibt es doch in der Königsklasse einiges aufzuholen.
Im Finale standen Gwinn und Co. noch nie. Und fünf Jahre ist es her, dass die Bayern mal ein Halbfinale erreichten. Viertelfinale ist heute zu wenig für den eigenen Anspruch - und dem beträchtlichen Aufwand für eine Abteilung, die wirtschaftlich und sportlich im deutschen Frauenfußball den Ton angibt.
Giulia Gwinn lobt eine neue Reife
Die DFB-Kapitän zeigte sich allerdings auf ZDFheute-Nachfrage überzeugt, dass ihr Star-Ensemble reifer geworden ist. "Die letzten Jahre waren national sehr eindrucksvoll. Aber es ist natürlich beim FC Bayern das große Ziel, auch international den Stempel aufzudrücken", betonte Gwinn. "Ich habe wirklich das Gefühl, dass wir in diesem Jahr den nächsten Schritt gemacht haben, um nicht nur national, sondern auch international präsent zu sein. In jedem Jahr verstärkt sich das Gefühl", sagte die 26-Jährige.
Auch Wück sieht den Branchenprimus gegen Manchester United mit der Ex-Münchnerin Lea Schüller "in der Favoritenrolle, sie haben eine unheimlich gute Entwicklung genommen, der Trainer hat neue Aspekte reingebracht." Die Lektion zum Auftakt der Ligaphase beim FC Barcelona (1:7) sei "ein Hallo-Wach-Effekt" gewesen: "Er hat gut getan, ähnlich wie unser 1:4 gegen Schweden bei der EM." Im Halbfinale würden die Bayern wohl wieder auf den Topklub Barcelona treffen, schließlich hat einer der Titelfavoriten das spanische Duell gegen Real Madrid im Hinspiel (6:2) haushoch gewonnen.
VfL Wolfsburg in Lyon gefordert
Chancen auf den Vorstoß unter die besten Vier hat auch der VfL Wolfsburg, der als Bundesliga-Zweiter den Rekordgewinner Olympique Lyon (1:0) im Hinspiel mit einer taktischen Meisterleistung bezwungen hat. "Man sieht, dass die Vereine die nächsten Schritte eingeleitet haben. Die deutschen Mannschaften sind besser als im vergangenen Jahr", betonte Wück im Gespräch mit ZDFheute vor dem Rückspiel der "Wölfinnen" in Lyon (Donnerstag 21 Uhr).
Wolfsburg gewinnt das Viertelfinal-Hinspiel gegen Olympique Lyon. Dank einer starken ersten Halbzeit und einer guten Defensive wahrt sich der VfL die Chance auf den Einzug ins Halbfinale.
25.03.2026 | 2:12 minWas auch elementar wichtig ist, denn in der Uefa-Fünfjahreswertung war Deutschland als lange führende Nation zuletzt arg abgesackt. England führt mit Spanien das Ranking an, dahinter folgen Frankreich und Deutschland. Die Bundesliga hatte sowohl 2023/24 als auch 2024/2025 ziemlich schlecht abgeschnitten und viel Boden verloren.
Aufmunternde Worte für Eintracht Frankfurt
Im neu geschaffenen Women's Europa Cup steht Eintracht Frankfurt nach drei vergeigten Champions-League-Qualifikationen immerhin im Halbfinale, doch dann ging das Hinspiel gegen BK Häcken (0:3) deutlich verloren. Wück aber sprach dem Bundesliga-Dritten fürs Rückspiel gegen den schwedischen Meister (Donnerstag 18.30 Uhr) Mut zu.
Europa Cup der Frauen:Neuer Wettbewerb - neue Chance für Frankfurt?
Eintracht-Trainer Niko Arnautis sagt, er wisse, dass seine an Grenzen gestoßene Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen müsse. "Es gibt solche Tage. So ein Tag war es im Hinspiel leider. Die Qualität ist definitiv da. Noch ist alles möglich."
Mit den Rückkehrerinnen Cora Zicai und Selina Cerci, aber ohne Neuentdeckung Larissa Mühlhaus gehen die deutschen Fußballerinnen in die WM-Qualifikationsspiele gegen Österreich. Bundestrainer Christian Wück nominierte einen 23-köpfigen Kader für die Partien am 14. April (18.15 Uhr/live ZDF) in Nürnberg und am 18. April (18 Uhr) in Ried.
Die für den VfL Wolfsburg spielende Zicai steht nach einem krankheitsbedingten Trainingsrückstand wieder im Aufgebot, ebenso ihre zuletzt verletzte Offensivkollegin Cerci von der TSG Hoffenheim. Nur auf Abruf dabei ist Mühlhaus: Die 23 Jahre alte Stürmerin von Werder Bremen hatte beim 5:0 gegen Slowenien in Dresden ein starkes Debüt mit einem Tor gezeigt. "Bei Larissa haben wir uns - wie auch schon bei anderen Spielerinnen - dafür entschieden, sie in der U23-Nationalmannschaft weiter Spielpraxis sammeln zu lassen", erklärte Wück.
Die Zusammenfassungen und Highlights der Champions League der Frauen finden Sie hier.
Sport:Champions League der Frauen
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