1. FC Köln: Warum die Unruhe im Verein auch am Trainer liegt

Aufsteiger in Schieflage:Warum die Unruhe beim 1. FC Köln auch am Trainer liegt

von Stephan Klemm

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Beim Aufsteiger 1. FC Köln ist es mit der Ruhe nach sieben Spielen ohne Sieg vorbei. Das liegt auch an wechselhaften Aussagen des Trainers.

Lukas Kwasniok (Trainer 1.FC Köln) skeptisch im Schneetreiben am 10.01.2026 in der Voith Arena.

Sieben sieglose Spiele in Folge: Kölns Trainer Lukas Kwasniok verstrickt sich zunehmend in Widersprüche.

Quelle: Imago

Am 6. Dezember war Lukas Kwasniok zu Gast im aktuellen sportstudio des ZDF. Der Trainer des 1. FC Köln war trotz des 1:1 am Nikolaustag gegen den FC St. Pauli einigermaßen gut gelaunt, obwohl der Aufsteiger in der Nachspielzeit noch den Ausgleich hinnehmen musste.

Kwasniok stellte sich als eloquenter Gast vor, der zu dieser Zeit mit seinem offensiven Bekenntnis zum Verein und zur Stadt als neuer Volkstribun in Köln galt. Köln, das ist ein wundersamer Ort, der sich in Bezug auf sein großes Identifikationsobjekt FC nach genau solchen Figuren sehnt.

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das aktuelle sportstudio relive. Zu Gast: Kölns Trainer Lukas Kwasniok.

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Zwei Wochen später folgte der kurze Winterurlaub. Danach haben sich die Dinge verschoben. Gegen Kwasniok. Und am Mittwoch kommt der FC Bayern zum Abschluss der Hinrunde ins Kölner Stadion.

Eklat im Kölner Trainingslager

Inzwischen gilt Kwasniok nicht mehr als unantastbar. Das hängt vor allem mit der Kölner Negativserie von sieben sieglosen Spielen in Folge zusammen, in dieser Zeit verbuchte der Klub nur drei Punkte. Vor allem aber liegt die neue Entwicklung an Kwasniok selbst, der sich Anfang Januar im Trainingslager im spanischen La Nucia bei Benidorm mit seiner Mannschaft anlegte.

Er warf ihr lautstark mangelnden Trainingseifer vor. Eine solche wachrüttelnde Reaktion solle auch mal aus der Mannschaft kommen und nicht immer nur vom Trainer, ließ Kwasniok später wissen. Kwasnioks Attacke auf die Mannschaft war zuvor mit Sportdirektor Thomas Kessler und dem Vizepräsidenten Ulf Sobeck abgesprochen. Die Mannschaft reagierte verblüfft und erschrocken.

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Permanenter Wechsel der Startelf

Hinzu kommen permanente Wechsel der Startformation. Das ist eine bewusste Entscheidung von Kwasniok, der seine erste Elf immer am Gegner ausrichtet. Wegen dieser Taktik verzichtet er allerdings auf den Aufbau einer eingespielten Formation. Vor allem die Tatsache, dass er seinen besten Torschützen Said El Mala beim 2:2 in Heidenheim am Samstag nicht von Anfang an hat spielen lassen, verblüffte. Denn für El Mala lief der 18-jährige A-Jugendspieler und Bundesliga-Debütant Fynn Schelten auf.

Kwasniok rechtfertigte sich mit El Malas Schnelligkeit und Dribbelkunst, die er als frischer, eingewechselter Spieler gegen müder werdende Abwehrspieler ausspielen könne. Tatsächlich gelang El Mala kurz nach seiner Einwechslung nach der Pause der Treffer zum 2:2-Endstand. Kwasniok sagte nach der Partie: "Said ist einer der besten Einwechselspieler, den die Bundesliga derzeit zu sehen bekommt. Aber es gibt für mich drei Kategorien von Spielern: Spielarbeiter, Spielverbesserer und Spielentscheider."

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Kritik an Kwasniok wegen El Mala

El Mala sei vor allem dann einer seiner Spielentscheider, wenn er im Laufe der Partie eingewechselt werde. Ansonsten müsse er zu sehr Spielarbeiter sein. Diese konstruiert wirkende Rechtfertigung kommt bei weiten Teilen der Fanszene allerdings nicht gut an. Denn es stellt sich die Frage, was El Mala alles an spielentscheidenden Momenten kreieren kann, wenn er die gesamte Spieldauer auf dem Platz steht.

Nach der Partie in Heidenheim wurde im Kölner Block ein Plakat entrollt, auf dem "Kwasni Yok" zu lesen war. Yok wiederum ist ein türkisches Wort, das auch in der deutschen Jugendsprache benutzt wird und so viel bedeutet wie "geht nicht", "gibt's nicht" oder "nein".

Kwasniok mit verbaler Wende vor dem Bayern-Spiel

Am Dienstagnachmittag wiederum erklärte Kwasniok in der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel am Mittwoch, dass er das Gespräch mit dem Mannschaftsrat gesucht habe. Und vermittelte plötzlich eine neue, wachsweiche Einstellung zu seiner Mannschaft:

Die Jungs haben das Herz am richtigen Fleck, und ich lasse in keinster Weise etwas auf sie kommen. Ein Top-Team.

Lukas Kwasniok

Ja, was denn nun, ließe sich fragen: Wenig engagiert oder eine super Mannschaft? Offensichtlich war es Kwasniok ein Bedürfnis, sich selbst einzufangen und schnell für Ruhe in diesem chronisch unruhigen Klub zu sorgen.

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Über dieses Thema berichtet das ZDFsportstudio am 14.01.2026 ab 0:00 Uhr in seinen Bundesliga-Clips.

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