Zucker reduzieren: Vor- und Nachteile von Süßstoff und Co.

Zucker und Süßungsmittel unter der Lupe:Zucker, Süßstoff und Co.: Was Verbraucher wissen sollten

von Cornelia Petereit

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Zu viel Zucker erhöht das Krankheitsrisiko. Welche Vorteile Süßstoffe und Co. haben können, wie sich Süßes im Alltag reduzieren lässt und was eine Zuckersteuer bewirken könnte.

Illustration: Softdrinks mit Zucker

Finanzminister Klingbeil stellt klar, dass es keine Zuckersteuer auf Light-Produkte geben wird. Er reagiert damit auf die Kritik, die auf eine mögliche Ausweitung der Zuckersteuer erfolgt war.

26.08.2026 | 1:39 min

Zucker, Süßstoff, Sirup - viele Menschen lieben es süß. Dabei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) nicht mehr als 50 Gramm freien Zucker pro Tag für einen gesunden Erwachsenen.

Als sogenannter freier Zucker gilt zum einen zugesetzter Zucker, etwa raffinierter Zucker, der bei der Herstellung oder Zubereitung von Speisen verwendet wird. Zum anderen zählt dazu Zucker, der natürlicherweise in Honig, Sirup sowie Frucht- und Gemüsesäften und deren Konzentraten vorkommen.

Nicht als freier Zucker gilt dagegen der natürlicherweise in ganzen Früchten, Gemüse oder Milch enthaltene Zucker.

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Seit Jahresbeginn gelten beim Nutri-Score strengere Bewertungskriterien für Lebensmittel, insbesondere bei Zucker und Salz. Ballaststoffe und Proteine werden anders gewichtet.

19.03.2026 | 2:39 min

Wie viel Zucker ist gesund?

Mit etwa vier Esslöffeln Zucker sind 50 Gramm schnell erreicht - so viel steckt schon in etwa 500 Millilitern zuckerhaltiger Getränke wie Limonade, Cola oder Eistee. "Dabei braucht der Körper den Zucker in Reinform gar nicht", betont Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der DGE. Mit der sogenannten Zuckersteuer sollen gezuckerte Getränke teurer werden und dadurch ihr Konsum sinken.

Mai Thi Nguyen-Kim

Macht Zucker süchtig? Oder kommt es nur auf die Art des Zuckers an? Selbst die Forschung ist beim Thema Zucker gespalten. Mai wagt den kritischen Blick.

30.03.2025 | 28:25 min

Diese Zuckeralternativen gibt es

Laut der DGE gibt es zwei große Gruppen von alternativen Süßungsmitteln: Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe.



Zwar liefert Zucker schnelle Energie, die der Körper für Stoffwechselprozesse, Muskeltätigkeit oder Organe benötigt. Kohlenhydrate, die der Körper zum Leben braucht, erhält er jedoch vor allem aus stärke- und ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Gemüse, so Gahl.

Zu viel Zucker kann das Risiko für chronische Krankheiten erhöhen

Laut DGE erhöht Zucker das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann Karies verursachen. Er beeinflusst die Bauchspeicheldrüse und die Ausschüttung von Insulin. "Hat man lange nichts gegessen, sinkt der Blutzuckerspiegel und wir bekommen Heißhunger", erklärt Gahl. Zucker könne außerdem das Belohnungszentrum aktivieren.

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke

Bei der Ausgestaltung der geplanten Zuckersteuer ist sich die Koalition offenbar uneinig. Laut Berichten kritisiert das Agrarministerium ein "Eckpunktepapier" aus dem Finanzministerium.

25.08.2026 | 0:46 min

Süßstoffe sparen Kalorien - aber sind sie gesund?

Zu den bekanntesten Süßstoffen gehören Aspartam (E951) oder Produkte aus Stevia (E960 a, c und d). Ihre Süßkraft kann bis zu 3.000-mal höher sein als die von Zucker. "Gleichzeitig enthält Süßstoff kaum Kalorien", sagt Gahl. In der Regel wird er nicht verstoffwechselt und dadurch werde auch kein Insulin ausgeschüttet. Süßstoffe könnten helfen, den Zuckerkonsum zu reduzieren und "damit natürlich auch die Energieaufnahme", so die Ernährungswissenschaftlerin.

Noch könne nicht zweifelsfrei gesagt werden, ob der Verzehr von Süßstoffen gesundheitliche Risiken beispielsweise für Diabetes oder Adipositas mit sich bringe, beschreibt Gahl den aktuellen Forschungsstand. Die Studienlage sei nicht einheitlich, wenn es um den Einfluss von Süßstoffen auf den menschlichen Stoffwechsel gehe. Es gebe aber erste Hinweise, dass "Süßstoffe möglicherweise einen negativen Einfluss auf das Darmmikrobiom haben".

Zuckerhaltige Softdrinks

2024 wurden in Deutschland 7,7 Milliarden Liter zuckerhaltige Getränke hergestellt - rund 93 Liter pro Kopf. Trotz Zucker-Debatte blieb die Produktion hoch, berichtet das Statistische Bundesamt.

12.02.2026 | 0:29 min

Zuckeraustauschstoffe als Ersatz für Zucker

Bekannte Zuckeraustauschstoffe sind Erythrit (E968), das nahezu kalorienfrei ist, oder Xylit (E967), auch als Birkenzucker bekannt. Die DGE rät zu maßvoller Verwendung, so Gahl, denn auch hier sei der Einfluss auf Stoffwechselprozesse, Darmmikrobiom, Diabetes oder Adipositas noch nicht belegt. Gesichert sei jedoch die Erkenntnis, dass bestimmte Zuckeraustauschstoffe bei übermäßigem Verzehr zu Blähungen und Durchfällen führen können.

Mai Thi Nguyen-Kim steht vor einer LED auf der Lebensmittel mit Süßstoffen abgebildet sind.

Sie sollen beim Abnehmen helfen, den Blutzucker stabil halten und den Weg aus der Zuckerfalle weisen - ganz ohne Verzicht auf Süßes. Aber zu welchem Preis? Mai widmet sich Zucker-Alternativen.

08.03.2026 | 30:23 min

Der Vorteil von Zuckeraustauschstoffen sei ihr geringer Energiegehalt, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin.

Im Durchschnitt haben Zuckeraustauschstoffe zwei bis zweieinhalb Kilokalorien pro Gramm.

Antje Gahl, Diplom-Ökotrophologin, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Allerdings haben Zuckeraustauschstoffe nur etwa die Hälfte der Süßkraft von Zucker.

Tipps, um Zucker und Süßungsmittel zu reduzieren




Warum eine Zuckersteuer allein nicht reicht

Die Einführung einer Steuer auf Süßgetränke kann zur Prävention von Adipositas und anderer ernährungsmitbedingter Erkrankungen beitragen. Aus wissenschaftlicher Sicht könne daher eine Süßgetränkesteuer sinnvoll sein, erklärt Gahl die Position der DGE. Diese Präventionsmaßnahme wirke aber nur, wenn zusätzliche Anstrengungen unternommen würden, zum Beispiel bei der Ernährungsbildung und einem veränderten Konsumverhalten. Eine Steuer auf gesüßte Lebensmittel könne eine Maßnahme sein, "aber nicht die alleinige", ist Gahl überzeugt.

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

Agavendicksaft, Stevia, Erythrit und Co.
:Welche Zuckerersatzstoffe sich zum Süßen eignen

Um sich gesünder zu ernähren oder Kalorien einzusparen, werden statt Zucker oft alternative Süßungsmittel verwendet. Welche Zuckerersatzstoffe gibt es und wie gesund sind sie?
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Ein Löffel mit dem weißen, kristalinen Zuckerersatzstoff Erythrit.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in den heute-Nachrichten am 26.08.2026 ab 19 Uhr.

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