ChatGPT und Co. als Reiseberater:Reiseplanung mit KI: So prompten Sie sich in den Urlaub
von Jenna Busanny
Viele Urlauber lassen sich Reisen von KI erstellen. Welche Angaben die Antworten verbessern, welche Fehler häufig gemacht werden und welche Informationen Nutzer überprüfen sollten.
Reiseziel, Unterkunft, Tipps für Sehenswürdigkeiten: Immer mehr Menschen nutzen Künstliche Intelligenz für die Urlaubsplanung. Doch wie zuverlässig sind Vorschläge und wo ist Vorsicht geboten?
13.08.2026 | 0:42 min"Schlag mir einen schönen Urlaub vor!" - Wer die KI damit beauftragt, bekommt meist eine Liste, die überall stehen könnte. Damit aus dem Chatbot ein persönlicher Reiseberater wird, kommt es darauf an, wie man fragt. Und darauf, was man mit der Antwort anschließend macht.
Je genauer die Angaben, desto besser die Reisevorschläge
Der wichtigste Hebel ist Konkretheit. "Entscheidend sind erstens Reisezeitraum und Budget, zweitens persönliche Interessen und Reisestil und drittens die Rahmenbedingungen", sagt Lucy Czachowski, KI-Expertin beim Digitalverband Bitkom. Zu letzteren zählen etwa Abreiseort, Personenzahl, Mobilität oder Dinge, die ausgeschlossen werden sollen. Je genauer diese Angaben seien, desto besser könne die KI passende Optionen eingrenzen und vergleichen, so Czachowski.
Nach Einschätzung von Ayten Öksüz, Referentin für Datenschutz und Datensicherheit bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), ist es zudem hilfreich, gewünschte Stornomöglichkeiten sowie besondere Bedürfnisse anzugeben. Dazu gehören etwa Barrierefreiheit, Reisen mit Kindern oder Ernährungsvorlieben.
Künstliche Intelligenz erhält immer mehr Einzug in unseren Alltag - besonders die junge Generation greift häufig darauf zurück. Welche Folgen hat das für unser Zusammenleben?
07.05.2026 | 11:36 minZu viele Wünsche, schlechte Ergebnisse: Ein häufiger Prompt-Fehler
Wer viele Wünsche auf einmal nennt, bekommt oft einen Kompromiss, der zu keinem davon passt. "Ein typischer Fehler ist, alle Wünsche gleich wichtig zu behandeln", sagt KI-Expertin Czachowski. Sinnvoll sei, zuerst klare Must-haves zu nennen - etwa maximales Budget, Reisezeit oder Direktflug - und danach Nice-to-haves wie Strandnähe oder bestimmte Aktivitäten.
Hilfreich sei auch ein Zusatz wie: "Wenn nicht alles gleichzeitig möglich ist, priorisiere bitte diese drei Kriterien."
KI beeinflusst zunehmend den Alltag und den Arbeitsmarkt. In den USA bauen Tech-Unternehmen bereits Arbeitsstellen ab, die jetzt von Künstlicher Intelligenz übernommen werden.
01.05.2026 | 1:38 minWas KI bei der Reiseplanung kann - und wo ihre Grenzen liegen
KI könne vor allem schnell Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen, viele Optionen strukturieren und Empfehlungen an individuelle Interessen anpassen, so Czachowski.
Grenzen gebe es dort, wo Informationen sehr aktuell sein müssen: bei Preisen und Verfügbarkeiten, Öffnungszeiten, Fahrplänen, Einreisebestimmungen oder lokalen Regeln.
Dazu kommt ein zweites Problem: Die Vorschläge wirken neutral, sind es aber oft nicht. Warum ein bestimmtes Hotel erscheine, bleibe unklar, sagt Verbraucherschützerin Öksüz - dahinter könnten veraltete Daten oder bezahlte Platzierungen stehen, gerade dort, wo in KI-Anwendungen auch Werbung geschaltet wird. Und: Die KI könne ganze Angebote, etwa Hotels oder Verbindungen, schlicht erfinden.
Die EU-Kommission stuft ChatGPT künftig als "sehr große Suchmaschine " ein. Damit gelten für den KI-Chatbot von OpenAI die "strengsten Vorschriften des Gesetzes über digitale Dienste".
31.08.2026 | 0:46 minAuf versteckte Bedingungen wie Zusatzkosten oder strenge Stornoregeln weise sie zudem meist nicht von sich aus hin.
Skeptisch prüfen sollte man insbesondere Preise, Termine, Öffnungs- und Flugzeiten, Namen von Hotels oder Anbietern sowie Angaben zu Einreise, Visum und Impfungen.
Dr. Ayten Öksüz, Verbraucherzentrale NRW
Gerade bei rechtlich oder gesundheitlich wichtigen Punkten könne eine falsche Auskunft teuer oder sogar gefährlich werden, so Öksüz. Wichtig: Auch scheinbar belegte Quellen oder Bewertungen könnten erfunden sein.
Bezahlversionen könnten je nach Anbieter zusätzliche Funktionen bieten und bei komplexeren Planungen komfortabler sein, sagt Lucy Czachowski, KI-Expertin beim Digitalverband Bitkom. Sie seien aber kein Garant für fehlerfreie oder aktuelle Informationen. Entscheidend sei weniger, ob ein Dienst kostenlos oder kostenpflichtig ist, sondern wie gut er aktuelle Informationen einbezieht und Quellen transparent macht, so Czachowski.
Warum Sie KI-Reiseempfehlungen immer überprüfen sollten
Ergebnisse einer KI sollte man als Ideen und ersten Entwurf sehen, nicht als Entscheidung, rät Öksüz. Preise und Details sollten direkt beim Anbieter nachgeprüft werden. Vor einer Buchung sollte man klären, wer der Vertragspartner ist, und AGB sowie Stornobedingungen lesen. Gebucht wird am besten über die offizielle Seite des Anbieters. Bei auffällig günstigen Angeboten ist Misstrauen angebracht.
Immer häufiger kommt KI in Kliniken zum Einsatz und erleichtert viele Diagnosen. Auf einem Expertenkongress in Potsdam werden die neuen Möglichkeiten diskutiert.
25.03.2026 | 1:38 minCzachowski empfiehlt, nach Wichtigkeit zu sortieren: Je wichtiger eine Information für die Reise sei, desto sorgfältiger sollte man sie abgleichen.
Persönliche Daten gehören nicht in die Prompts
Ein Punkt bleibt unabhängig von jeglichem KI-Modell oder Prompt wichtig: Datensparsamkeit. Persönliche Daten sollte man komplett auslassen, sagt Öksüz. Ihre Faustregel: nichts eingeben, was man nicht auch auf eine Postkarte schreiben würde.
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