Urlaub auf dem Rad:Bikepacking: Tipps für die erste Reise mit dem Fahrrad
von Katharina Gerstheimer
Radreisen liegen im Trend. Sie sind naturnah und man ist flexibel. Wer das erste Mal einen Urlaub mit dem Rad plant, findet hier die wichtigsten Tipps, was dabei zu beachten ist.
Fahrradreisen sind ein aktives Urlaubserlebnis. Von Planung bis Ausrüstung: Richtig vorbereitet können auch Einsteiger die erste mehrtägige Tour genießen.
02.07.2026 | 4:19 minEin Aktivurlaub, der sowohl kostengünstig als auch klimafreundlich ist: All das verspricht eine Radreise. Beim sogenannten Bikepacking stehen Bewegung und naturnahe Entspannung im Fokus. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "Bike" für Rad und "Packing" für Packen zusammen. Wer sich bei Gepäck und Zubehör auf das Nötigste beschränkt, wird zudem mit viel Flexibilität belohnt.
Auf der Suche nach einem guten Fahrrad gibt es meist zwei Optionen: neu vom Händler oder gebraucht von privat. Inzwischen werden auch "refurbished", also professionell aufbereitete Gebrauchträder angeboten.
14.07.2026 | 6:01 minBikepacking ist auch für Einsteiger geeignet
Bikepacking ist nicht nur etwas für Radprofis. Eine passende Ausrüstung findet sich für jedes Fahrrad, ob Rennrad, Trekking- oder E-Bike. Wichtig: Vor Reiseantritt Bremsen, Licht und Schaltung checken.
Auch wer nicht täglich radelt, braucht keine Angst haben: Das Fitnesslevel muss nicht überdurchschnittlich sein. Und wer nicht allein fahren möchte, der kann sich einer geführten Gruppenreise anschließen.
Radreise-Anfängern empfiehlt Petra Hüther vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Mainz-Bingen, die Tour frühzeitig zu planen. Wer nicht in Stress geraten will, sollte zwei bis drei Monate vor Reisebeginn damit starten, so die Radreise-Expertin.
Alarmanlage, Schloss mit Alarmsignal, GPS‑Tracker im Rücklicht oder versteckter Bluetooth‑Tracker sollen Fahrraddieben den Zugriff erschweren. Wie zuverlässig sind diese Systeme?
30.06.2026 | 4:33 minDie richtige Radroute finden
Bei der Wahl des Streckenprofils rät Petra Hüther Radreisenden, die individuelle Kondition und die Art des Rades zu berücksichtigen. Wer beispielsweise ein herkömmliches Tourenrad fährt und ein durchschnittliches Fitnesslevel mitbringt, sollte täglich nicht mehr als 50 bis 60 Kilometer fahren.
Bei der ersten Radreise sollte man sich für eine Strecke entscheiden, die eher stärker befahren ist. Da hat man eine gute Infrastruktur.
Petra Hüther, Guide für Radtouren
Wer keine Campingausrüstung mitnehmen möchte, sollte eine Route mit ausreichend Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten wählen. Die Strecke lässt sich gut mithilfe spezieller Fahrrad-Apps planen. Diese können über das Handy oder einen Rad-Computer unterwegs abgerufen werden.
Tipps für die Routenplanung mit Fahrrad-App
Radfahrer haben die Wahl zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen App-Versionen. Daher sollte man sich vorher überlegen, auf welche Funktionen und Eigenschaften man Wert legt, zum Beispiel Offline-Karten oder übersichtliche Bedienung.
Geraten Radreisende in ein Funkloch, helfen Offline-Karten, die vor der Tour heruntergeladen werden können - alternativ Papierkarten.
Man sollte für das Rad geeignete Wege und Streckenprofile auswählen. Mit einem Mountainbike sind beispielsweise auch Schotterwege befahrbar, ein Rennrad rollt am besten auf Asphalt. Ein E-Bike wiederum ermöglicht Anfängern, längere Tagesetappen zurückzulegen, ohne sich zu überanstrengen.
Es empfiehlt sich, das Streckenprofil der Wunsch-Route genau zu checken und abzuwägen, ob möglichicherweise anstehende Höhenmeter zu Rad und körperlicher Verfassung passen. Außerdem sollte geprüft werden, ob die gewünschte Infrastruktur wie Hotels, Zeltplätze oder Supermärkte vorhanden ist.
An den An- und Abreisetagen sollten weniger Kilometer eingeplant werden, für den Fall, dass es zu Verzögerungen mit Bus, Bahn oder Auto kommt. Ein weiterer Tipp: ausreichend Zeit für Pausen und Sightseeing einplanen.
Die richtige An- und Abreise wählen
Wenn Start- und Zielort der Tour nicht in der Nähe liegen, bietet sich eine An- und Abreise mit dem Zug an.
Möchte man mit dem Fahrrad im Fernverkehr unterwegs sein, ist es ganz wichtig, frühzeitig zu buchen.
Petra Hüther, Expertin für Radreisen
In Zügen des Fernverkehrs ist die Fahrradmitnahme kostenpflichtig. Der Stellplatz für das Rad muss zusätzlich zum Fahrgastticket gebucht werden. Im Nahverkehr haben die einzelnen Verkehrsverbünde unterschiedliche Regeln für den Radtransport. Petra Hüther rät, sich rechtzeitig beim jeweiligen Anbieter darüber zu informieren.
Mit passendem Fahrradträger lässt sich das Rad auch mit dem Auto transportieren. Eine Alternative bieten Fernbusse, die auf einigen Strecken die Fahrradmitnahme ermöglichen.
Für Radfahrer ist der Elberadweg ein Geheimtipp. ZDF-Reporterin Marina Wenk startet in Sachsen-Anhalt. Auf ihrer Radreise erlebt sie Historie in Tangermünde, macht Kräuterbutter und sieht viele Störche.
16.07.2026 | 6:11 minWas tun, wenn man unterwegs eine Panne hat
Viele Bikepacking-Einsteiger quält die Angst vor Pannen. Für Unerfahrene gibt es in vielen Städten die Möglichkeit, einen Fahrradreparatur-Kurs zu belegen. "Ansonsten muss man sich gar nicht gruseln, gerade wenn man sich Strecken aussucht, die viel befahren sind. Radfahrer helfen einander", sagt Petra Hüther. Im Notfall hilft auch der Pannendienst.
Für die Ausrüstung gilt: Weniger ist mehr
Je leichter das Gepäck, desto angenehmer die Radtour. Anfängern empfiehlt Petra Hüther deshalb, sich auf das Wichtigste zu begrenzen. Auch teure Anschaffungen hält sie nicht für notwendig. Sie rät dazu, Fahrradtaschen und Werkzeug beispielweise bei Freunden auszuleihen oder günstig gebraucht zu kaufen.
- Regenschutz und Sonnenschutz
- funktionale Kleidung, die unterwegs gewaschen und schnell getrocknet werden kann
- Werkzeugset mit Multitool, kleiner Fahrradpumpe, Reifenheber, Flicken und Kleber, Einmalhandschuhen sowie Kabelbinder
- Helm
- wasserdichte Fahrradtaschen, die zum Fahrradrahmen passen und einfach an- und abmontiert werden können
- Verpflegung und ausreichend Wasserflaschen, die unterwegs schnell erreichbar sind
- Expander, um beispielsweise das Rad beim Zugtransport zu sichern oder lose Dinge daran zu befestigen
ZDF-Reporterin Marina Wenk ist auf dem Elberadweg unterwegs. Zwischen Dessau und Wörlitz führt die Route durch ein Biosphärenreservat und zwei UNESCO-Welterbestätten.
17.07.2026 | 6:33 minDas Gepäck auf dem Rad richtig verteilen
Wer das erste Mal für eine Bikepacking-Tour packt, sollte laut Petra Hüther darauf achten, die Taschen gleich schwer zu befüllen.
Das Gepäck sollte man am Rad so verteilen, dass der Schwerpunkt möglichst niedrig ist.
Petra Hüther, ADFC Mainz-Bingen
Die Taschen sollten gleichmäßig hinten und vorne am Rad verteilt werden. Dabei hängt es vom Radmodell ab, wo und welche Taschen angebracht werden können. Unerfahrenen Radlern rät Petra Hüther vor der Reise zu einer bepackten Probefahrt, um sich an das veränderte Fahrgefühl zu gewöhnen.
Fahrradschlösser im Test:Stiftung Warentest: So sichern Sie Ihr Rad
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