Sieben verbreitete Cyber-Betrugsmaschen und wie Sie sich schützen

Cyberkriminalität im Urlaub:So schützen Sie Daten, Konten und Geräte auf Reisen

Sven-Hendrik Hahn

von Sven-Hendrik Hahn

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Abzocke mit echten Buchungsdaten, Smartphone-Diebstahl, Datenklau: Kriminelle nutzen die Ferienzeit gezielt aus. Mit diesen sieben Tipps beugen Sie vor und reisen sicher.

Eine Frau und ein Mann sitzen sich gegenüber in einem Cafe. Die Frau arbeitet am Laptop.

Versteckte Cyberfallen wie unsichere WLAN-Netze oder manipulierte Links bergen digitale Gefahren im Urlaub. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich persönliche Daten und Zugänge besser absichern.

25.06.2026 | 0:54 min

Koffer gepackt, Blumen gegossen, Reisepass und Flugtickets griffbereit: Wer in den Urlaub fährt, muss an vieles denken - vergisst aber oft die digitale Sicherheit. Cyberkriminelle nutzen hier Lücken aus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät deshalb, Geräte, Konten und Daten rechtzeitig zu sichern.

1. Phishing bei Buchungsnachrichten erkennen

Eine E-Mail vom Hotel, eine SMS mit einer Zahlungsaufforderung oder eine Nachricht per WhatsApp: Laut BSI gehören solche Kontaktaufnahmen zu den größten Risiken für Reisende. Besonders perfide: Die Betrüger kennen oft echte Namen, Reisedaten oder Buchungsnummern. "Die Gefahr ist real", sagt Sicherheitsexperte Dirk Knop vom IT- und Technikportal heise online.

Kriminelle verschaffen sich Zugriff auf Reservierungssysteme von Hotels und kontaktieren anschließend Gäste. Häufig werde behauptet, eine Zahlung sei fehlgeschlagen, so Knop weiter. Sein Tipp: Niemals auf Links klicken, sondern im Zweifel beim Hotel nachfragen.

Internetkriminalität verursacht Jahr für Jahr Milliardenschäden: 2024 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) rund 131.000 Cybercrime-Fälle in Deutschland. Hinzu kamen mehr als 200.000 Straftaten aus dem Ausland oder von unbekannten Tatorten. Besonders häufig: Phishing, Identitätsdiebstahl und Online-Betrug. Laut BSI war im Befragungszeitraum Januar 2025 bis Januar 2026 etwa jeder neunte Internetnutzer in Deutschland von Cyberkriminalität betroffen.

Quelle: BKA, BSI


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2. E-Mail-Konto im Urlaub gut schützen

Nach Empfehlung des BSI sollte das E-Mail-Postfach besonders abgesichert werden: Wer Zugriff darauf erhält, kann weitere Passwörter zurücksetzen und Zugänge übernehmen. Der Tipp: Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, bei der nach Eingabe des Passworts etwa eine SMS aufs Handy kommt. Noch sicherer sind sogenannte Passkeys. Dabei ersetzt etwa ein Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung das Passwort. "Der Umstieg lohnt sich für alle", sagt IT-Sicherheitsexperte Knop. Ein Passwortmanager hilft dabei, Passwörter und Passkeys sicher zu verwalten.

3. Das Smartphone in drei Schritten diebstahlsicher machen

Smartphones gehören zu den beliebtesten Diebesgütern im Urlaub. Daher empfiehlt das BSI, Smartphones gegen unbefugten Zugriff zu schützen. Wie? Für Knop gibt es drei Pflicht-Einstellungen, die jeder vor dem Urlaub einrichten sollte: eine automatische Bildschirmsperre, die Entsperrung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung sowie die Aktivierung von "Mein Gerät finden" bei Android oder "Wo ist?" bei iOS-Betriebssystemen. Geht das Gerät verloren oder wird es gestohlen, lässt es sich so orten oder aus der Ferne löschen.

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4. Vor der Reise alle Updates installieren

Wer vor der Abreise das fällige Update wegklickt, mache einen Fehler, so die Cyber-Sicherheitsexperten des BSI: Updates schließen Schwachstellen, die Angreifer ausnutzen können. Daher ein wichtiges To-do: Smartphone, Tablet und Laptop noch zu Hause auf den neuesten Stand bringen und automatische Updates aktivieren.

5. WLANs und Stecker mit Augenmaß nutzen

Öffentliche WLAN-Netze gelten als Sicherheitsrisiko. Die Lage sei aber nicht so dramatisch, sagt Sicherheitsexperte Knop vom Fachportal heise online, weil die meisten Internetverbindungen verschlüsselt seien. Auch Warnungen vor fremden USB-Kabeln hält er für überholt: "Das reale Risiko bewegt sich gegen null." Moderne Smartphones versperren Angriffe über die USB-Schnittstelle. Ganz ausschließen lassen sie sich bei älteren Geräten nicht. Das BSI dagegen warnt regelmäßig davor, beispielsweise beim Online-Banking das öffentliche WLAN zu nutzen.

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6. Wichtige Dokumente digital sichern

Geht im Urlaub der Geldbeutel verloren, fehlen Bargeld, Karten und wichtige Unterlagen. Das BSI rät daher, Reisepass, Flugtickets, Buchungsbestätigungen oder Versicherungspapiere zusätzlich digital und passwortgeschützt zu speichern. So bleiben wichtige Informationen verfügbar.

7. Urlaubsfotos nicht für alle posten

Das Foto vom Sonnenuntergang ist schnell veröffentlicht. Wer seinen Standort teilt oder per Abwesenheitsnotiz auf den Urlaub hinweist, liefert Kriminellen wertvolle Informationen. Das BSI empfiehlt einen zurückhaltenden Umgang mit Reiseplänen und Standortdaten. Generell sollten die Einstellungen für die Privatsphäre auf Social Media angepasst werden: Wer darf die Fotos sehen? Besser also das Strand-Selfie gezielt an beste Freunde schicken statt öffentlich zu posten.

Sven-Hendrik Hahn ist Redakteur des ZDF-Teams "Wirtschaft und Finanzen".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 25.06.2026 ab 09:05 Uhr.
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