Steuern 2025:Last-Minute-Tipps für die Steuererklärung
von Jenna Busanny
Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 rückt näher. Worauf Sie bei der Bearbeitung achten sollten, um auch auf den letzten Drücker das Beste herauszuholen.
Neue digitale Funktionen sollen die Steuererklärung mit dem Smartphone erleichtern: Über "einfachELSTERplus" können Nutzer vorausgefüllte Daten prüfen und alles per Klick ans Finanzamt senden.
02.07.2026 | 0:37 minDie Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026.
Wie die Abgabefrist verlängert werden kann, welche Fehler Sie bei der Bearbeitung in letzter Minute vermeiden sollten und mit welchen Methoden die Steuererklärung 2025 besonders schnell gelingt.
Frist zur Abgabe der Steuererklärung verlängern
"Steuerpflichtige, die ihre Erklärung durch einen Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater erstellen lassen, haben rund acht Monate länger Zeit", erklärt Kerstin Wittmann, Beratungsstellenleiterin des Lohnsteuerhilfevereins Vereinigte Lohnsteuerhilfe. Schon das Ausfüllen einer Vertretungsvollmacht reicht, um vom Fristaufschub zu profitieren.
Wer pflichtveranlagt ist und nicht fristgerecht abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen: 25 Euro pro Monat, warnt Wittmann.
Steuererklärungen scheinen ganz schön kompliziert. Die Basics erklärt: Was sind Steuern und welche gibt es? Wofür ist die Steuererklärung gut - und wie funktioniert das?
07.10.2024 | 10:57 minVerheiratete mit den Steuerklassen drei und fünf oder mit Faktor sind grundsätzlich zur Abgabe verpflichtet, sagt Kerstin Wittmann. Was viele nicht wissen: Auch Rentner, Kurzarbeiter und Empfänger von Krankengeld - inklusive Kinderkrankengeld - sind oft erklärungspflichtig. Die Expertin empfiehlt, sich bei Unsicherheiten Unterstützung zu holen, etwa beim Steuerberater oder einer Lohnsteuerhilfe.
Häufige Fehler bei der Steuererklärung vermeiden
Im Stress des Endspurts gehen viele Möglichkeiten verloren. "Viele Menschen wissen nicht, was sie alles absetzen können", so Wittmann. Klassische Beispiele seien Handwerkerkosten oder Pflegeaufwendungen für Angehörige. Letztere sogar dann, wenn keine finanziellen Leistungen geflossen sind.
Auch Aufwendungen für Homeoffice, Arbeitskleidung oder beruflich genutzte Onlinekäufe werden oft übersehen. Ein praktischer Tipp: Die Kontoauszüge und die Online-Einkäufe vom letzten Jahr gründlich durchgehen. "Da lassen sich oft noch abzugsfähige Posten finden", so Kerstin Wittmann.
Eltern von studierenden Kindern über 25 Jahren sollten zudem prüfen, ob sie Unterstützungsleistungen steuerlich geltend machen können.
Chaos durch Papierberge im Alltag? Durch die Digitalisierung von Briefen, Kontoauszügen oder Quittungen sind alle Unterlagen griffbereit - so lassen sich Zeit, Nerven und Platz sparen.
01.12.2025 | 4:20 minDas ist 2025 neu oder anders
In den vergangenen Jahren gab es vor allem Anpassungen bei den Pauschalen. Für das Jahr 2025 können Eltern mehr Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen, so Wittmann. Statt bisher zwei Drittel der Aufwendungen sind nun 80 Prozent der Kosten als Sonderausgaben abziehbar. Der Höchstbetrag der berücksichtigungsfähigen Aufwendungen bleibt bei 6.000 Euro je Kind und Jahr. Damit erhöht sich der maximal abziehbare Betrag von bisher 4.000 Euro auf 4.800 Euro je Kind.
Wichtig für Arbeitnehmer mit einer Abfindung: Bis einschließlich 2024 konnte die steuerliche Begünstigung der sogenannten Fünftelregelung bereits im Rahmen der Lohnabrechnung durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden. Seit 2025 entfällt dieses Verfahren. Die Fünftelregelung kann nun ausschließlich im Rahmen der Einkommensteuererklärung beantragt werden.
Dadurch kommt es häufig zunächst zu einer höheren Lohnsteuerbelastung, die erst mit dem Steuerbescheid wieder ausgeglichen wird. Gerade bei Abfindungen lohnt sich daher eine steuerliche Beratung, insbesondere wenn neben der Abfindung weitere Einkünfte oder besondere Ausgaben im selben Jahr vorliegen.
Wer umzieht, zahlt oft drauf. Selbst kleinere Wohnungen sind teurer. Viele bleiben daher in zu großen Wohnungen, während andernorts Platz fehlt.
26.03.2026 | 1:34 minBereits für 2024 wurde die Umzugskostenpauschale angepasst: Wer berufsbedingt umzieht, kann pauschal 964 Euro absetzen - ohne Belege, aber mit Nachweis des Arbeitsplatzwechsels oder einer Versetzung. Für jede weitere Person, die mit umzieht, wie Kinder, Ehepartner oder Lebenspartner, ist dann auch noch mal eine Pauschale absetzbar.
- ELSTER-Zertifikat beantragen oder Fristverlängerung über Berater sichern
- Kontoauszüge für berufliche Ausgaben durchgehen
- Online-Käufe nach Arbeitsmitteln durchsuchen
- Kosten für Arbeitskleidung, Homeoffice, Handwerker und Haushaltshilfen prüfen
- Spendenquittungen und Mitgliedsbeiträge bereithalten
- Pflege von Angehörigen angeben (auch ohne Bezahlung)
- Steuerklasse prüfen (bei Ehepaaren herrscht unter Umständen Abgabepflicht)
Ab Juli führt die Steuerverwaltung eine Ein-Klick-Steuererklärung per App ein - Die Funktion soll den Weg durch die Einkommensteuer deutlich verkürzen.
01.07.2026 | 3:18 minHilfe von Online-Programmen und Elster
Grundsätzlich ist es möglich, die Steuererklärung selbst zu erstellen. Wichtig ist dafür ein Zugang zu Elster. Elster steht für "Elektronische Steuererklärung" und ist das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung. Über Elster können Steuerpflichtige ihre Steuererklärung digital abgeben. Das Programm ist zwar kostenfrei, jedoch recht kompliziert.
Kostenpflichtige Steuer-Programme oder -Apps vereinfachen die Bearbeitung. Allerdings ist dafür ein ELSTER-Zertifikat notwendig, das aktiviert werden muss. Der Freischaltcode kommt per Post. "Das dauert ein paar Tage", so Kerstin Wittmann.
Zur Not ist es auch möglich, die Unterlagen auszudrucken und in Papierform einzureichen. Laut der Expertin wird das beim Finanzamt aber nicht gerne gesehen.
Wer jetzt ins Schwitzen gerät, kann noch über eine professionelle Beratung nachdenken. Denn wer sich Hilfe holt, kann nicht nur Zeit gewinnen, sondern oft auch Geld.
Steuererklärung digital vereinfacht
Mit der App "MeinELSTER+" können Nutzer Belege wie Handwerkerrechnungen und Spendenquittungen fotografieren und ins Mein‑ELSTER‑Benutzerkonto hochladen. Die App ordnet Belege Kategorien zu und nutzt Texterkennung, damit Werte später leichter in die Erklärung übernommen werden. Für einfache Fälle gibt es "Steuererklärung mit einem Klick": Auf Basis vorhandener Daten und Pauschalen wird ein Steuervorschlag erstellt, den man prüfen, anpassen und direkt abschicken kann.
Die browserbasierte Anwendung "einfachELSTERplus" eignet sich für einfache Steuerfälle. Sie führt den Nutzer Schritt für Schritt per Fragen und Antworten durch die Steuererklärung. Die Anwendung eignet sich insbesondere für Arbeitnehmer mit unkomplizierten Verhältnissen.
Dieser Beitrag wurde erstmals am 14. Juli 2025 veröffentlicht und am 15. Juli 2026 aktualisiert.
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