Steuererklärung: Stiftung Warentest prüft Steuersoftware

Stiftung Warentest prüft Steuersoftware:So gut klappt die Steuererklärung per Handy und PC wirklich

von Cornelia Petereit

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Die Steuererklärung per Smartphone oder auf dem Rechner erledigen und direkt ans Finanzamt schicken - geht das wirklich so einfach? Stiftung Warentest hat Steuerprogramme geprüft.

Ein Mann hält ein Tablet in einer Hand und erledigt eine Steuererklärung. Auf dem Tisch vor ihm liegen Papierdokumente.

Die Steuererklärung erledigen - schnell und unkompliziert. Das versprechen zahlreiche Apps und Programme. Doch wie gut sind die Anwendungen in der Praxis wirklich?

Quelle: imago/peopleimages.com

Bis zum 31. Juli haben die meisten Steuerpflichtigen Zeit, ihre Steuererklärung für 2025 beim Finanzamt einzureichen. Dafür gibt es Programme als App fürs Smartphone, als klassische PC-Software oder als Online-Version im Browser. Stiftung Warentest hat in der Mai-Ausgabe 30 Anwendungen getestet, die bei der Steuererklärung unterstützen.


Steuerprogramme im Test: So schneiden Apps und Software ab

Neben kostenpflichtigen Programmen war erstmals auch eine kostenlose Anwendung im Test - "mit überraschendem Ergebnis", sagt Daniel Pöhler, Steuerexperte bei der Stiftung Warentest.

In der App und der Browser-Version konnte die geprüfte Gratis-Anwendung "aus dem Stand den langjährigen Testsieger von Buhl überholen, auch wenn dieser erneut mit sehr guten Noten abgeschnitten hat", betont Pöhler.

Ein Handy in einer Hand. Auf dem Handy ist ein Chat mit dem "Steuerbot" offen.

Steuersoftware soll die Steuererklärung erleichtern. Stiftung Warentest hat 30 Programme getestet - einige mit Fehlern. Wo die Schwächen liegen.

23.04.2026 | 0:53 min

Enttäuscht haben die Anwendungen der Anbieter Taxando und Wundertax: Sie haben mit komplexen Musterfällen Probleme.

Es ist wichtig, ein Programm zu nehmen, das nicht schon bei der Steuerberechnung Fehler macht.

Daniel Pöhler, Steuerexperte der Stiftung Warentest

Das Programm Taxando habe vor allem bei der Berechnung des steuerpflichtigen Teils der Altersrente und der Nutzerfreundlichkeit nicht überzeugt, kritisiert Pöhler. Stiftung Warentest könne die Programme daher nicht empfehlen.

Steuererklärung per Elster-App

Ab Juli soll die Steuererklärung per Klick in einer App funktionieren. Nutzerinnen und Nutzer können sich bereits jetzt für den kostenlosen Service registrieren.

02.04.2026 | 0:44 min

Was Steuerprogramme kosten und wann sie sich lohnen

Die meisten getesteten Steuerprogramme kosten zwischen 20 und 45 Euro pro Jahr. Da sich das Steuerrecht regelmäßig ändert, müssen sie jährlich neu gekauft werden. Bei manchen Anbietern gebe es Abonnements, die sich ebenfalls kostenpflichtig verlängern. Die Kosten für die Anwendungen können steuerlich geltend gemacht werden.

Sinnvoll sei eine Steuersoftware laut Pöhler vor allem dann, wenn "sich Anwender nicht so gut auskennen und mehr absetzen wollen als die Pauschalen". Außerdem würden die getesteten Programme in der Regel ohne Fachsprache auskommen, die Nutzung erleichtern und Hinweise geben. Dadurch könne die Erstattung höher ausfallen.

Beim kostenlosen Finanzamt-Portal Elster können Steuererklärungen online erledigt werden. Plausibilitätsprüfungen und Hilfetexte werden angeboten, Optimierungshinweise fallen aber geringer aus.

Kostenpflichtige Unterstützung gibt es durch Steuerberater und die Lohnsteuerhilfevereine, die individuell beraten.


Die Bundesregierung hatte angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs ihre Konjunkturprognose mit einer Korrektur auf 0,5 Prozent für das Jahr 2026 halbiert.

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07.05.2026 | 1:28 min

Diese Kriterien zählen beim Test von Steuersoftware

Stiftung Warentest hat anhand von drei fiktiven Modellfällen geprüft, ob die Programme unter anderem Versorgungsfreibeträge, Werbungskosten und Einkünfte aus Kapitalvermögen korrekt berechnen. Bewertet wurde auch, ob die Programme den Anwendern Hinweise geben oder Informationen abfragen. Wer beispielsweise Kapitalerträge aus dem Ausland bekomme, müsse die auch angeben, betont Pöhler.

Werden wichtige Angaben nicht gemacht, kann das Steuerhinterziehung sein.

Daniel Pöhler, Steuerexperte der Stiftung Warentest

Ein weiteres Testkriterium war die Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen sowie der Abruf von Daten vom Finanzamt oder aus früheren Steuererklärungen. Stiftung Warentest empfiehlt, die Steuererklärung tendenziell eher auf dem Laptop oder Rechner zu erledigen, "da ein Smartphone nicht so viele Hinweise übersichtlich anordnen kann, wie das auf einem größeren Bildschirm möglich ist".

Die Steuererklärung ist, neben einer Vielzahl von Sonderfällen, in der Regel verpflichtend:

  • für die Steuerklassenkombination 3/5 oder 4/4 mit Faktor,
  • bei Nebeneinkünften über 410 Euro, zum Beispiel aus Vermietung,
  • bei Lohnersatzleistungen wie Eltern-, Kurzarbeiter-, Kranken- oder Arbeitslosengeld I,
  • bei Anstellung bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig,
  • für Selbstständige, Gewerbetreibende oder Landwirte,
  • bei Eintrag von Freibeträgen, beispielsweise für einen beruflichen Umzug,
  • bei Nachweis eines Verlustes aus dem Vorjahr,
  • bei Aufforderung durch das Finanzamt.


Geldschein mit Bundesadler und Deutschland im Hintergrund, im Vordergrund eine rote gezackte Linie, symbolisch für Neuverschuldung

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Wie wichtig die Fehlerprüfung von Steuerprogrammen ist

Eine Plausibilitätsprüfung hält Steuerexperte Pöhler für essenziell: "Wenn beispielsweise die Anzahl der Homeoffice-und Büro-Tage falsch eingegeben werden und insgesamt nicht aufgehen", sollte das Steuerprogramm das erkennen und anmerken. Diese Hinweise sollten dann auf jeden Fall überprüft werden.

Außerdem empfiehlt der Experte, Daten aus vorherigen Steuererklärungen oder vom Finanzamt zumindest stichprobenartig zu kontrollieren.

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Wann Belege in Steuerprogrammen gebraucht werden

Steuerexperte Pöhler betont: "Belege müssen aufbewahrt werden - digital oder ausgedruckt." Sie müssten der Steuererklärung nicht mehr beiliegen, auf Nachfrage des Finanzamts aber nachgereicht werden können.

Viele Steuerprogramme bieten die Möglichkeit, Belege zu scannen oder zu fotografieren. Der Upload kann dann direkt oder in einer zusätzlichen App gespeichert werden.

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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