E-Bike-Akkus: Brandrisiko erkennen und richtig vorbeugen

Akku-Sicherheit bei E-Bikes:So senken Sie das Brandrisiko von E-Bike-Akkus

von Jenny Busanny

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Nach einem Akku-Brand entschied ein Gericht über die Verantwortung von E-Bike-Nutzern. Was Besitzer wissen müssen und wie Sie die Brandgefahr von Akkus reduzieren können.

Jemand fährt ein rotes E-Bike.

Nach einem Sturz mit einem E‑Bike muss ein äußerlich unbeschädigter Akku nicht zwingend von einer Fachwerkstatt überprüft werden. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden.

16.04.2026 | 0:43 min

Der Brandfall eines E-Bike-Akkus im Carport landete in Oldenburg vor Gericht: Hätte die Nutzerin nach einem leichten Sturz zwingend handeln müssen? Das Oberlandesgericht Oldenburg entschied: Nein - solange Akku und Rad äußerlich unbeschädigt sind und es keine Auffälligkeiten gibt. Eine generelle Pflicht zur Werkstattkontrolle gebe es nicht; auch Herstellerinfos hätten hier keine Empfehlung enthalten.

Tatsache ist aber: Lithium-Ionen-Akkus sind leistungsstarke Energiespeicher, und Brände daher nicht ausgeschlossen. Doch bei richtiger Behandlung kann das Brandrisiko deutlich gesenkt werden.

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Wann E-Bike-Akkus geprüft werden sollten

Außen sieht alles okay aus - innen kann sich trotzdem etwas verändert haben, weiß ADAC-Unternehmenssprecher Fabian Faehrmann. "Mechanische Beschädigungen, etwa durch Stürze oder Herunterfallen, können innere Zellschäden verursachen, die von außen nicht erkennbar sind", so Faehrmann weiter.

Sichtbare Hinweise wie deutliche Dellen oder ein verformtes Gehäuse sollten nach Ansicht von Hermann Dinkler, Brand- und Explosionsschutzexperte beim TÜV, ernst genommen werden. Sie können auf eine beschädigte Zelle und damit auf eine Kurzschlussgefahr hindeuten. Dinkler rät außerdem zu einem simplen Realitätscheck: Wird der Akku beim Laden oder Nutzen ungewöhnlich warm, ist das ein Warnsignal.

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Akku-Laden mit falschem Zubehör wird gefährlich

Viele Defekte zeigen sich dann, wenn beim Laden viel Leistung in den Akku "hineingedrückt" wird. Wichtig ist deshalb, nicht zu improvisieren.

Ladegerät und Akku müssen zusammenpassen - mit anderen Ladegeräten 'rumbasteln' ist tabu.

Hermann Dinkler, Brand- und Explosionsschutzexperte, TÜV Verband

Auch das Ladegerät selbst sollte unbeschädigt sein, sonst droht ein Kurzschluss, der auf den Akku übergreifen kann.

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Für klassische Pedelecs verweisen Dinkler und Faehrmann auf die DIN-Norm für Fahrräder mit Akku-System. Wer einen Ersatzakku kauft, sollte ebenfalls darauf achten, dass er den Sicherheitsnormen entspricht. Im Idealfall sollte der Akku zusätzlich ein GS-Zeichen haben, das von unabhängigen Prüfstellen vergeben wird.

Wichtig: Akkus immer im Fachhandel kaufen und bei auffällig günstigen Angeboten skeptisch bleiben.

  • Risse, Beulen, verformtes Gehäuse
  • Ungewöhnliche Wärmeentwicklung beim Laden oder im Betrieb
  • Geruch oder austretende Flüssigkeit
  • Ladeabbrüche oder stark sinkende Reichweite
  • Verdacht auf falsches, defektes oder nicht zugelassenes Ladegerät
  • Manipulation an Akku oder Elektronik


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Wie Brände an Akkus entstehen können

Für Steffen Malz, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg, gibt es bei Akkus stets ein Restrisiko für Brände.

Akkubrände entstehen hauptsächlich durch Kurzschlüsse.

Steffen Malz, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg

Ausgelöst werden können sie durch Frostschäden - als Folge fehlerhafter Lagerung oder falschen Ladens - sowie durch defekte oder nicht zugelassene Ladegeräte, so Malz.

Eine weitere Ursache für Brände: Manipulationen am Akku, zum Beispiel, um die Leistung zu steigern. Grundsätzlich gilt für Steffen Malz: Wer verantwortungsvoll mit dem Gerät umgeht und die Herstellerhinweise beachtet, senkt die Brandgefahr.

  • Passendes Ladegerät nutzen: Akku und Ladegerät müssen zusammenpassen.
  • Zubehör prüfen: Sind Kabel, Stecker und Ladegerät unbeschädigt?
  • Akku nicht abdecken: Wärme muss abziehen können.
  • Misstrauen bei Billigware: Bei No-Name-Akkus und sehr günstigen Nachbauten können Schutzfunktionen fehlen.
  • Aufmerksamkeit nach Stürzen: Auch ohne sichtbaren Schaden kann das Innere betroffen sein.
  • Ladevorgang bei Auffälligkeiten stoppen: Wird der Akku zu heiß, nicht weiterladen, sondern prüfen lassen und eventuell entsorgen.


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Wie Akkus richtig gelagert werden sollten

Für mehr Sicherheit nach der Fahrt mit einem E-Bike empfiehlt ADAC-Sprecher Faehrmann die richtige Lagerung der Akkus: trocken, gut belüftet und tendenziell kühl - idealerweise bei zehn bis 20 Grad. Für längere Lagerzeiten sei ein Ladezustand von etwa 30 bis 70 Prozent sinnvoll, weil das die Zellen schone.

TÜV-Experte Hermann Dinkler setzt auf einen weiteren Schwerpunkt: Das richtige Umfeld. Leicht entzündliche Dinge wie Papier und Karton sowie Reinigungs- oder Lösungsmittel wie Kettenreiniger sollten nicht neben Akkus gelagert werden. So kann das Risiko für einen größeren Brand reduziert werden, sollte der Akku überhitzen oder Funken streuen.

Auf das richtige Laden kommt es an
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Eine Mehrfachsteckdose in die ein Smartphone mit Kabel eingesteckt ist.
Quelle: dpa-Custom Content
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 16.04.2026 ab 09:05 Uhr.
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