Schadstoffe im Reis: Stiftung Warentest bemängelt Arsenbelastung

Reis im Test: Nur vier Produkte "gut":Stiftung Warentest findet Schadstoffe und Arsen in Reis

von Gereon Helmes

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Arsen, Kadmium, Pestizide: Stiftung Warentest hat 40 Reisprodukte auf Schadstoffe geprüft. Das Ergebnis: Bio und Vollkorn sind nicht automatisch eine gute Alternative.

Verschiedene Reissorten im Bild.

Stiftung Warentest hat 13 Reiskocher ausführlich geprüft. Außerdem wurden 40 verschiedene Reisprodukte unter die Lupe genommen und auf Schadstoffe untersucht. So fällt das Fazit aus.

28.04.2026 | 5:19 min

Reis ist für viele Menschen ein Grundnahrungsmittel und gilt als gesund. Doch oft enthält er potenziell schädliche Stoffe - teilweise in erhöhten Mengen. Zu dem Ergebnis kommt der aktuelle Test der Stiftung Warentest.


Nur vier Reisprodukte überzeugen im Test

Untersucht wurden insgesamt 40 Reisprodukte aus fünf Sorten: Basmati, Jasmin, Parboiled, Vollkorn und Rundkorn. Das Ergebnis fällt insgesamt ernüchternd aus. Nur vier Produkte erhalten die Note "gut", acht schneiden lediglich mit "ausreichend" ab.

Stiftung Warentest weist in jedem Reis Arsen nach

Das größte Problem aus Sicht der Tester ist Arsen. Die Reispflanze nimmt das Halbmetall aus Boden und Wasser auf, weshalb es in allen getesteten Produkten enthalten ist. Kritisch sind vor allem anorganische Arsenverbindungen, die als krebserregend gelten. Eine unbedenkliche Aufnahmemenge gibt es aus Sicht von Stiftung Warentest nicht.

Zwar bleiben die Produkte unter den gesetzlichen Grenzwerten. Doch Stiftung Warentest legt strengere Maßstäbe an und bewertet nicht nur nach dem Prinzip "erlaubt oder verboten". Entscheidend für die Tester ist: Je weniger Schadstoffe enthalten sind, desto besser wird das Testergebnis.

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Kadmium belastet einzelne Produkte deutlich

Vier Reisprodukte im Test waren deutlich mit Kadmium belastet. Wird das Schwermetall über längere Zeit aufgenommen, kann es die Nieren schädigen. Andere Schadstoffe wie zum Beispiel Pestizide fanden die Prüfer im trockenen Reis nur vereinzelt. Sie sind nach dem Waschen oder Kochen allerdings kaum noch messbar.

Bio- und Vollkornprodukte sind keine Garantie für Schadstofffreiheit

Viele Verbraucher greifen eher zu Bio- oder Vollkornreis, wenn sie mit einem besseren Gefühl oder gesünder essen wollen. Stiftung Warentest zeigt jedoch, dass drei der Testverlierer Bio-Produkte sind. Ein Vorteil von Bio-Produkten bleibt: Chemisch-synthetische Pestizide sind im Anbau verboten. Entsprechend fanden die Tester dort auch keine Rückstände.

Auch Vollkornreis schneidet nicht automatisch besser ab. Zwar enthält er mehr Nährstoffe, speichert aber durch die äußeren Kornschichten auch mehr Schadstoffe.

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Große Unterschiede zwischen den Reissorten

Deutliche Unterschiede zeigen sich je nach Reissorte. Basmati fällt insgesamt positiv auf und weist vergleichsweise geringe Arsengehalte auf. Jasmin- und Parboiled Reis sind dagegen häufiger stärker belastet. Rundkornreis erreicht kein Ergebnis mit der Note "gut", fällt aber auch nicht komplett durch.






So lässt sich die Schadstoffbelastung von Reis senken

Reis wird nicht roh gegessen - und das ist ein Vorteil. Beim Kochen nimmt das Korn Wasser auf und dadurch sinkt die Schadstoffkonzentration. Besonders effektiv ist es, den Reis in viel Wasser zu garen und das überschüssige Wasser anschließend abzugießen. Auch gründliches Waschen vor dem Kochen kann den Arsengehalt senken, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung sagt.

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Günstiger Testsieger und günstiger Verlierer

Am Ende zeigt der Test große Unterschiede in der Qualität. Testsieger mit der Gesamtnote 2,3 ist der Kaufland K-Classic Parboiled Reis, der nur sehr geringe Belastungen aufweist und zugleich mit 1,39 Euro pro Kilogramm der günstigste "gute" Reis im Test ist. Beim Vollkornreis schnitt das Produkt der Marke Reishunger ebenfalls mit der Testnote 2,3 ab. Der Kilopreis dieses Bio-Reis liegt bei 9,98 Euro.

Am schlechtesten, Testnote 4,0, schneidet der Lidl Golden Sun Parboiled Reis ab, der wegen eines Pestizidfundes nur "ausreichend" erhält. Auch er kostet 1,39 Euro pro Kilogramm.

Als Lebensmittel liefert Reis Energie, Eiweiß und Mineralstoffe. Im Vergleich zu stärkehaltigen Beilagen aus heimischen Regionen hat er durch Anbau und Transportwege meist eine hohe CO2-Bilanz. In Europa wird Reis hauptsächlich in Italien angebaut.

Stiftung Warentest empfiehlt grundsätzlich eine abwechslungsreiche Ernährung und zwischen Hirse, Buchweizen, Kartoffeln, Reis und anderen Getreidearten wie Mais oder Weizen zu variieren. Um das Risiko der Schadstoffaufnahme zu reduzieren, raten die Tester dazu, Reis nur ein- bis zweimal pro Woche zu essen.


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