WLAN-Router vor Cyberangriffen absichern:So schützen Sie Ihren Router vor Hackern
von Arta Ramadani
Einfallstor Router: Immer häufiger geraten private Haushalte ins Visier von Cyberkriminellen. Umso wichtiger sind geeignete Schutzmaßnahmen. Wie man seinen Router sichern kann.
Der Verfassungsschutz warnt: Russische Hacker sollen weltweit tausende Router des Herstellers "TP-Link“ infiltriert haben. Wie kann man sich vor solchen Angriffen schützen?
14.04.2026 | 1:07 minRouter sind ein attraktives Ziel für Hacker. Gelingt es Cyberkriminellen, die Kontrolle über den Router zu erlangen, haben sie potenziell Zugriff auf den gesamten Datenverkehr eines Haushalts. So könnten sie etwa den gesamten unverschlüsselten Netzwerkverkehr mitlesen, auf dem Netzwerkdrucker drucken oder vernetzte Geräte abschalten, erklärt IT-Spezialist Jan Mahn von Heise Medien.
"Ganz nebenbei kann der Angreifer einen infizierten Router auch als Teil eines sogenannten Botnetzes einspannen", warnt Mahn. So könne er Millionen gekaperte Geräte dazu missbrauchen, einen Gegner mit Angriffen zu bombardieren, bis dessen Server unter der Last zusammenbrechen.
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10.03.2026 | 2:34 minWas ein Hacker-Angriff anrichten kann
Solche Hacker-Angriffe bleiben für den Verbraucher zunächst unsichtbar, alles läuft wie gewohnt: Das WLAN funktioniert, Streamingdienste laufen, auch der Mailverkehr funktioniert reibungslos. Hacker können mit ihren Angriffen auf Router Datenströme analysieren, manipulieren oder weiterleiten - ohne sich bemerkbar zu machen. "Wer in der Lage ist, in die Geräte einzudringen, kann sich auch gut verstecken. Daher sieht man einem infizierten Router die Infektion nicht unbedingt an", sagt Jan Mahn.
Dass man Opfer eines Hacker-Angriffs wurde, merkt man meist erst im Nachhinein. Denn die Infektion eines Routers kann der erste Schritt in einer Kette von Angriffen sein. Wenn Angreifer Anfragen auf eigene Server umleiten, können sie etwa an Zugangsdaten gelangen und diese missbrauchen. So können Cyberkriminelle im Namen der Opfer Verträge abschließen, persönliche Daten im Netz löschen oder Accounts so missbrauchen, dass sie zum Beispiel Betrugsnachrichten an Kontakte verschicken. Neben finanziellen Schäden können die Auswirkungen bis hin zu Erpressung oder Identitätsdiebstahl reichen.
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05.03.2026 | 0:42 minSoftware stets aktuell halten
Die wichtigste Sicherheitsvorkehrung ist daher, die Software des Routers stets auf dem aktuellen Stand zu halten. "Prüfen Sie vor allem, ob die installierte Software aktuell ist. Wenn Sie feststellen, dass der Router seit vielen Jahren keine Updates bekommen hat, ist jetzt die Gelegenheit, ihn komplett zurückzusetzen, auf den aktuellen Stand zu bringen und neu einzurichten", rät der IT-Spezialist.
Er empfiehlt weiterhin, auf der Website des Router-Herstellers nach dem Supportzeitraum zu suchen. "Meist gibt es irgendwo eine Tabelle, welche Produktreihe wie lange unterstützt wird. Den Termin trägt man dann in den Kalender ein und lässt sich frühzeitig auf den Termin hinweisen." Das gelte nicht nur für Router, sondern zum Beispiel auch für Mobiltelefone, ergänzt Mahn. "Wenn der Hersteller keine iOS- oder Android-Updates mehr liefert, muss ich mich wohl oder übel von der Hardware verabschieden."
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Softwarehersteller wollen Sie mit Updates nicht ärgern. Vielmehr werden damit Probleme behoben und Sicherheitslücken geschlossen. Ein Computer, der Updates installiert und neu gestartet wird, ist nur ein paar Minuten nicht verfügbar. Wenn ein Angreifer sich einnistet und alle Daten verschlüsselt, ist der Computer hingegen auf lange Zeit unbenutzbar.
Keine identischen Passwörter für mehrere Dienste verwenden. Wenn ein Anbieter ein Problem hat und die Kennwortdatenbank abhandenkommt, probieren Angreifer die Kombination aus Mailadresse und Passwort systematisch bei anderen Diensten. Nutzen Sie einen Kennwortmanager und lassen ihn individuelle Kennwörter generieren. Das jährliche Ändern des Kennworts bringt keinen Sicherheitsgewinn.
Richten Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung bei allen Diensten ein, die diese anbieten. Das Anmelden mit einer zweiten Sicherheitsabfrage dauert ein paar Sekunden länger und nervt vielleicht ein bisschen, aber Angreifer nervt der zweite Faktor richtig!
Daten auf PC, Smartphone oder Tablet, die nicht gesichert werden, können ebenso gut gelöscht werden. Früher oder später gehen Informationen verloren - sei es durch Schadprogramme, einen Defekt der Hardware oder weil ein mobiles Gerät verloren geht. Wer regelmäßige Back-ups erstellt, ist auf der sicheren Seite und kann beruhigter sein.
Die größte Sicherheitsgefahr für die breite Masse ist sogenanntes Phishing: Sie erhalten eine gefälschte Mail, in der Sie zum Beispiel von einer Bank aufgefordert werden, sich anzumelden. Der Link führt aber zu einer gefälschten Seite und die Angreifer hoffen darauf, dass Sie dort Ihre Zugangsdaten eingeben. Klicken Sie nicht auf Links in Mails, sondern geben Sie zum Beispiel die Adresse Ihrer Bank direkt in die Adresszeile ein.
Quelle: Jan Mahn, IT-Spezialist, Chefredaktion Heise Medien
Arta Ramadani ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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