Smarthome: Tipps für mehr Cybersicherheit im eigenen Zuhause

Einfallstore für Hacker beseitigen:Wie man Smarthome-Systeme vor Cyberangriffen schützen kann

von Isabel de la Vega

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Ein vernetztes Zuhause ist praktisch: Heizung, Rollläden, Licht - alles funktioniert automatisch. Doch wo liegen Sicherheitslücken von Smarthomes und wie kann man sie schließen?

Man using smart thermostat, adjusting or lowering heating temperatures at his home. Concept of sustainable, efficient, and smart

Immer mehr Geräte im Zuhause sind digital vernetzt. Doch je mehr Technik miteinander kommuniziert, desto größer wird auch die Angriffsfläche für Hacker.

10.03.2026 | 2:34 min

Auf der Weltleitmesse für Gebäudetechnik "Light + Building 2026" in Frankfurt geht es vorbei an Rollläden, die auf Stimme reagieren, hochauflösenden Sicherheitskameras, die mithilfe von KI Menschen erkennen und alle Daten aufs Handy spielen können. Sensoren melden, wenn Wasser zu Hause aus der Waschmaschine läuft. Oder Heizungen werden an Präsenzmelder gekoppelt, um Räume per Infrarot nur dann zu wärmen, wenn jemand da ist.

Ein vernetztes Zuhause kann Energie sparen und Sicherheit bieten - oder eben das Gegenteil, nämlich dann, wenn Datendiebe ins heimische Netzwerk eindringen.

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Einfallstore für Hacker

"Alles, was über einen Chip, einen Computeranteil verfügt, hat Rechenleistung und kann dadurch für Cyberangriffe genutzt werden", so Joachim Wagner, Sprecher beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Er erzählt von realen und möglichen Spionagefällen, vom Hacken eines Smart TVs, einer Kamera oder eines Babyphones, um mitzuhören, was in einer Wohnung passiert. Im schlimmsten Fall könnten sich Kriminelle Zugang zum Haus verschaffen oder das Energiesystem lahmlegen. Die Schreckensszenarien sind vielfältig.

Alle Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, könnten in sogenannte Botnetze eingespeist werden und Teil eines Cyberangriffs gegen Dritte werden.

Joachim Wagner, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik

Und das gelte es zu verhindern, so Wagner weiter. Wie aber kann man verhindern, dass Kriminelle das eigene Türschloss oder die Rollläden des eigenen Zuhauses, das über Fernzugriff via Internet steuerbar ist, knacken können?

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Passwörter checken als erste Maßnahme

Der erste Schritt klingt erstmal ziemlich bodenständig: "Die wichtigsten Maßnahmen, um ein Smarthome sicher einzurichten, sind sichere Passwörter", sagt Wagner. Das heißt, dass man zunächst prüfen sollte, ob ein Standardpasswort vergeben ist, das man durch ein stärkeres Passwort für das jeweilige Gerät ersetzen sollte. "Ein zweiter wichtiger Punkt ist, dass die Software für das jeweilige Gerät immer auf dem aktuellen Stand ist. Denn nur aktuelle Software kann letztlich Sicherheitslücken schließen", so der Experte.

Das wirkt trivial, doch es gab schon Fälle von Firmeninsolvenzen, die zum Beispiel dazu führten, dass aufgrund ausbleibender Softwareupdates Elektroautos nicht mehr zu öffnen waren.

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Datenkontrolle und Serverstandort

Einige Hersteller auf der Messe versichern, dass sie die Daten rund ums Haus nicht sammeln würden - und dass die Server für die Internet-Schnittstelle in Deutschland stünden. Joachim Wagner rät, auf jeden Fall beim Dienstleister oder Hersteller nachzufragen: "Was passiert eigentlich mit meinen Daten? Mit welchem Hersteller, mit welchem Server kommuniziert letztlich das Gerät, das ich jetzt gerade eingekauft habe?" Und: Wird eine Verschlüsselungstechnologie genutzt, die die Kommunikation zwischen den Geräten absichert? Im Zweifel sollte man sich für einen anderen Hersteller entscheiden.

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Siegel sollen für Sicherheit sorgen

Auch für Smarthome-Geräte gibt es Sicherheitssiegel, beispielsweise das IT-Sicherheitszeichen des BSI. Ein namhafter deutscher Hersteller für Sicherheitstechnik aber winkt ab: "Viel zu kompliziert, jede Produktvariante wollen die einzeln testen. Das braucht viel zu viel Zeit." Tatsächlich tragen nur wenige Geräte das BSI-Zeichen.

Auch der TÜV und der Verband der Elektrotechnik (VDE) prüfen Smart-Home-Geräte. Mehr Sicherheit verspricht künftig auch der "Cyber Resilience Act" (CRA) der EU. Er verpflichtet ab 2027 alle Hersteller, bei Geräten Sicherheitsfeatures gegen Hackerangriffe einzubauen. Kein Allheilmittel, aber "das Grundniveau der Cybersicherheit wird dadurch deutlich erhöht", meint Joachim Wagner.

Für Hersteller gilt dann auch die Verpflichtung, den Gerätesupport über einen bestimmten Zeitraum anzubieten. Das sind viele kleine sinnvolle Schritte auf dem Weg zu einem sicheren Smarthome.

Isabel de la Vega ist Reporterin im ZDF-Landesstudio Hessen.

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