Tipps zum Senken des Benzinverbrauchs:Extrempreise an der Zapfsäule: Wie Sie jetzt Sprit sparen
von Claudia Krafczyk
Stark steigende Spritpreise durch den Iran-Krieg belasten viele Pendler. Der ADAC gibt praktische Tipps, wie man mit smarter Fahrweise und kleinen Maßnahmen Geld sparen kann.
Seltener an die Tankstelle: Mit kleinen Anpassungen bei Fahrweise und Tankgewohnheiten kann die Tankfüllung länger halten.
12.03.2026 | 0:58 minWer derzeit an die Zapfsäule fährt, blickt oft fassungslos auf die Anzeigetafeln: Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ziehen die Kraftstoffpreise stark an. Der bundesweite Dieselpreis liegt erstmals seit der Energiekrise 2022 wieder deutlich über zwei Euro pro Liter. Für Pendler und alle, die täglich auf ihr Auto angewiesen sind, steigen die finanziellen Belastungen spürbar.
ADAC-Sprecher Andreas Hölzel empfiehlt: "Bei Kurzstrecken statt dem Auto öfter mal das Fahrrad nehmen". Gerade wenn nur wenige Kilometer gefahren werden, verbrauchen Autos besonders viel Sprit, weil der Motor in der Warmlaufphase nicht auf seine optimale Betriebstemperatur kommt.
Tanken ist gerade besonders teuer. Was das mit dem Krieg in Iran zu tun hat.
04.03.2026 | 1:18 minEffizient fahren: Der wichtigste Hebel sitzt am Lenkrad
Hölzel betont, dass das persönliche Fahrverhalten der entscheidende Faktor ist: "Der wichtigste Hebel für die Ersparnis sitzt direkt hinter dem Lenkrad." Mit angepasster Fahrweise lasse sich der Verbrauch stärker senken, als viele erwarten. Das bedeutet: zügig beschleunigen, früh hochschalten - etwa bei 2.000 Umdrehungen pro Minute - und die Geschwindigkeit möglichst mit niedriger Drehzahl halten. Nicht zu früh zurückschalten, sondern erst dann, wenn der Motor wirklich zu ruckeln beginnt.
Auch wer ein Automatikfahrzeug fährt, kann Einfluss nehmen. Viele moderne Modelle bieten verschiedene Fahrmodi wie Eco, Normal oder Power. In Zeiten hoher Preise sollte konsequent der Eco-Modus genutzt werden. Hier schaltet das Getriebe früher hoch und hält die Drehzahlen niedrig - eine direkte Entlastung des Motors und damit des Portemonnaies.
Mit kleinen Änderungen in der Fahrweise und optimierter Nutzung der Technik lässt sich Sprit sparen. Ein ADAC-Experte und ein Fahrlehrer zeigen, wie das geht.
18.03.2026 | 3:42 minRollen statt bremsen reduziert Verbrauch
Eine gleichmäßige und vorausschauende Fahrweise bringt zusätzliche Vorteile. Früh vom Gas zu gehen und unnötiges Bremsen zu vermeiden, reduziert den Verbrauch spürbar. "Wer beim Heranrollen an eine rote Ampel die Motorbremse durch Zurückschalten nutzt, fährt in diesem Moment quasi zum Nulltarif." Moderne Autos besitzen eine Schubabschaltung - im Schubbetrieb wird kein Kraftstoff eingespritzt.
Auch im Stand läuft die Uhr: Ein Motor verbraucht im Leerlauf 0,5 bis ein Liter Sprit pro Stunde. Steht man länger als etwa 20 Sekunden, zum Beispiel an einer Bahnschranke, sollte der Motor ausgeschaltet werden. Ebenso wichtig: regelmäßige Kontrolle des Reifendrucks. Schon 0,3 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.
Mit den ersten warmen Tagen beginnt die Zeit für den Reifenwechsel. Welche Sommerreifen im ADAC-Test überzeugen, welche durchfallen und wann der richtige Zeitpunkt zum Umrüsten ist.
26.02.2026 | 0:36 minStromfresser erkennen und Kraftstoff sparen
Was viele unterschätzen: Auch der Komfort an Bord erhöht die Spritkosten: Sitzheizung, Handy-Schnellladegeräte, Bildschirme oder Dashcams ziehen Energie, die der Motor wieder erzeugen muss. Das kostet Sprit. Besonders die Klimaanlage ist ein großer Verbraucher: Sie kann den Kraftstoffbedarf um bis zu 1,5 Liter pro 100 Kilometer steigern.
Klassische Tankregeln greifen nicht mehr
Viele Jahre galt die Faustregel, abends zu tanken, da die Preise zwischen 18 und 22 Uhr meist deutlich sanken. Im Durchschnitt ließen sich rund 13 Cent pro Liter sparen. "Diese Preisrückgänge im Tagesverlauf sehen wir aktuell nicht", sagt Andreas Hölzel. Er empfiehlt, sich vor dem Tanken über Spritpreise zu informieren, etwa über Apps. Durch die geopolitische Lage schwanken die Kraftstoffpreise derzeit stark. Die Preise ändern sich rund 22 mal am Tag.
Laut Wirtschaftsministerin Reiche soll es zukünftig nur noch eine Erhöhung der Spritpreise pro Tag geben. Wie das funktionieren soll.
11.03.2026 | 2:16 minTank-Apps werden immer wichtiger
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt beobachtet fortlaufend die Kraftstoffpreise von rund 15.000 Tankstellen. Diese Daten werden in Echtzeit an Verbraucherinformationsdienste weitergeleitet.
Über Tank-Apps lassen sich die Informationen ständig abrufen und helfen dabei, die günstigste Tankstelle in der Umgebung zu finden. Derzeit ist dies das effektivste Mittel, um dem Preisschock an der Tankstelle etwas entgegenzusetzen.
Checkliste: So reduzieren Sie den Spritverbrauch
Messen Sie bei kalten Reifen. Nutzen Sie den Wert für "volle Beladung" (0,2 bis 0,3 bar über Normalwert senken den Rollwiderstand).
Ist der Getränkekasten oder die schwere Sporttasche noch im Kofferraum? Raus damit! 100 Kilogramm Zusatzgewicht kosten bis zu 0,3 Liter.
Unnötige Fahrradträger oder Dachboxen wirken wie ein Segel gegen die Fahrtrichtung.
Sitzheizung, Heckscheibenheizung oder Klimaanlage nur dann einschalten, wenn sie wirklich benötigt werden.
Falls vorhanden, lassen Sie das System arbeiten. Wenn nicht: manuell ausschalten bei Standzeiten über 20 Sekunden.
Werfen Sie einen Blick auf die aktuelle Preislage in Ihrer Umgebung, bevor Sie zur Tankstelle fahren.
Claudia Krafczyk ist Redakteurin des ZDF-Magazins "WISO".
Dieser Artikel wurde erstmals am 25. April 2024 veröffentlicht und am 12. März 2026 aktualisiert.
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