So senken Sie den Spritverbrauch:Tankrabatt endet: Tipps zum effektiven Spritsparen
von Claudia Krafczyk
Der Tankrabatt läuft bundesweit zum 1. Juli aus. Sprit wird teurer - teils schon vorher. Was Autofahrer jetzt wissen müssen und wie sich auch zukünftig beim Tanken sparen lässt.
Um die Spritpreise nach Beginn des Iran-Kriegs zu senken, hatte die Bundesregierung die Energiesteuer auf Kraftstoffe für zwei Monate reduziert. ZDF-Reporter Mario Shabaviz zieht eine Bilanz.
27.06.2026 | 1:32 minAm 30. Juni ist nach zwei Monaten wieder Schluss mit den ermäßigten Spritpreisen. Eine Verlängerung des Tankrabatts gibt es nicht. Jeder Liter, der ab 1. Juli das Tanklager verlässt, wird für Autofahrer um rund 17 Cent teurer. So viel kostet der Aufschlag für die Rückkehr zur regulären Energiesteuer, inklusive Mehrwertsteuer.
Was passiert in der Nacht zum 1. Juli?
Auch wenn am 30. Juni um null Uhr die Energiesteuer wieder voll zu Buche schlägt, dürfen Tankstellenbetreiber nicht um Mitternacht am 1. Juli an der Preisschraube drehen. Anpassungen sind gesetzlich nur einmal täglich um 12 Uhr mittags erlaubt. Eine nächtliche Erhöhung wäre also unzulässig. Ob sich alle Anbieter daran halten, ist aber fraglich. "Wer auf Nummer sicher gehen will, tankt am besten spätestens am 29. Juni", empfiehlt Katarina Lucà vom ADAC.
Nur einmal am Tag dürfen die Spritpreise steigen - ob sich die Tankstellen wirklich daran halten, ist fraglich.
23.05.2026 | 1:45 minPreise steigen oft schon vorher
Bereits Tage vor dem Stichtag am 1. Juli erhöhen viele Tankstellen die Preise stärker als üblich, oft um ein bis zwei Cent pro Liter. Dabei sieht der ADAC keinen Anlass für diesen Aufschlag, denn in den Tanklagern befinde sich Sprit, der noch zum niedrigen Steuersatz eingekauft wurde.
Ein Grund könne ein Preispuffer sein, der für die steigende Nachfrage aufgebaut wird: Viele Autofahrer wollen jetzt noch günstig volltanken. Deshalb empfiehlt der ADAC, wann immer möglich vor dem 1. Juli "zwischen 11 und 11:59 Uhr zu tanken. Dann liegen die Preise bis zu mehreren Cent unter dem Tagesdurchschnitt. Ab 12 Uhr steigen die Preise deutlich und sinken sukzessive wieder im Tagesverlauf".
Nach Schätzungen des Ifo-Instituts ist der Tankrabatt nur teilweise bei den Verbrauchern angekommen. Bei Diesel wurden etwa durchschnittlich 12 Cent pro Liter weitergegeben.
29.06.2026 | 0:24 minKommt der große Preissprung?
Am Mittwoch, den 1. Juli, Punkt 12 Uhr mittags dürfen die Spritpreise vielerorts deutlich steigen. Das kann - muss aber nicht - automatisch zu einem sprunghaften Anstieg um 17 Cent führen, da viele Anbieter bereits im Vorfeld die Preise erhöhen, so der ADAC. "Wir rechnen nicht damit, dass es auf einen Schlag knallhart nach oben geht."
Wie teuer Kraftstoff nach dem Wegfall des Tankrabatts dann tatsächlich wird, hängt von mehreren Faktoren ab: der Preisstrategie der Konzerne, dem Ölmarkt und der Nachfrage, die durch den Ferienbeginn zusätzlich steigt.
Ein Literpreis von über zwei Euro ist möglich. Bei Diesel und E10 erwartet der ADAC eher Werte darunter, bei Super E5 könnte es knapp darüber liegen. "Deutlich zu teuer, teurer als im Februar - und da gab es noch gar keinen Tankrabatt", so die Beobachtung. Auch Rohölmarkt und Wechselkurse geben für das hohe Preisniveau keinen Anlass, so der ADAC weiter.
Autobesitzer in Deutschland sind zuletzt sehr viel häufiger vom Verbrenner auf Elektroautos umgestiegen. Ein Grund dürfte die neue E-Auto-Kaufprämie sein.
29.05.2026 | 1:38 minSprit sparen nach dem Ende des Tankrabatts
Damit auch nach der Rückkehr zu alten Steuersätzen das Portemonnaie geschont wird, ist sparsames Fahren wichtig: "Der wichtigste Hebel sitzt am Lenkrad", weiß der ADAC. Mit angepasster Fahrweise lässt sich mehr sparen, als viele denken: zügig beschleunigen, früh hochschalten, etwa bei 2.000 Umdrehungen pro Minute, und mit niedriger Drehzahl fahren. Erst zurückschalten, wenn der Motor wirklich zu ruckeln beginnt.
Bei Automatikgetrieben sollte man konsequent den Eco-Modus nutzen. Das Fahrzeug schaltet früher hoch und hält die Drehzahlen niedrig - eine direkte Entlastung des Motors und damit des Portemonnaies.
Auf kurzen Fahrten verbraucht der Motor besonders viel, da der Motor seine optimale Betriebstemperatur nicht erreicht. Wenn möglich, aufs Fahrrad umsteigen.
Seltener an die Tankstelle: Mit kleinen Anpassungen bei Fahrweise und Tankgewohnheiten kann die Tankfüllung länger halten.
12.03.2026 | 0:58 minVorausschauend fahren und Motor ausschalten
Gleichmäßig rollen, früh vom Gas gehen, Motorbremse nutzen und unnötiges Bremsen vermeiden - das reduziert den Verbrauch spürbar. Moderne Autos besitzen eine Schubabschaltung - es wird kein Kraftstoff eingespritzt.
Im Leerlauf verbraucht ein Motor bis zu einen Liter Sprit pro Stunde. Bei Stopps über 20 Sekunden lohnt sich das Abschalten. Auch der Reifendruck sollte stimmen. Schon 0,3 bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand und damit den Verbrauch merklich.
Checkliste: Spritverbrauch reduzieren und Kosten senken
Messen Sie bei kalten Reifen. Nutzen Sie den Wert für "volle Beladung" (0,2 bis 0,3 bar über Normalwert senken den Rollwiderstand).
Ist der Getränkekasten oder die schwere Sporttasche noch im Kofferraum? Raus damit! 100 Kilogramm Zusatzgewicht kosten bis zu 0,3 Liter.
Unnötige Fahrradträger oder Dachboxen wirken wie ein Segel gegen die Fahrtrichtung.
Sitzheizung, Heckscheibenheizung oder Klimaanlage nur dann einschalten, wenn sie wirklich benötigt werden. Besonders die Klimaanlage kann bis zu 1,5 Liter pro 100 Kilometer zusätzlich kosten. Ladekabel oder Bildschirme ziehen Energie und kosten extra Kraftstoff.
Falls vorhanden, lassen Sie das System arbeiten. Wenn nicht: manuell ausschalten bei Standzeiten über 20 Sekunden.
Werfen Sie einen Blick auf die aktuelle Preislage in Ihrer Umgebung, bevor Sie zur Tankstelle fahren. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt beobachtet fortlaufend die Kraftstoffpreise von rund 15.000 Tankstellen. Diese Daten werden in Echtzeit an Verbraucherinformationsdienste weitergeleitet.
"Insbesondere, wenn es in Richtung Osten oder Südosten geht, sind die Spritpreise fast immer deutlich niedriger als in Deutschland", so ADAC-Sprecherin Katharina Lucà.
Claudia Krafczyk ist Redakteurin des ZDF-Magazins "WISO".
Dieser Beitrag wurde erstmals am 25. April 2024 veröffentlicht und am 29. Juni 2026 aktualisiert.
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