Abwasch per Hand:Öko-Test: Nur zwei Spülmittel erhalten die Bestnote
von Florence-Anne Kälble
Handspülmittel soll schmutziges Geschirr effizient säubern - so die Theorie. Im Test von Öko-Test zeigt sich jedoch, dass gerade die Reinigungsleistung oft zu wünschen übrig lässt.
Wer keine Spülmaschine hat, kommt ohne Spülmittel nicht aus. Öko-Test hat verschiedene Handspülmittel auf Effektivität und Inhaltsstoffe überprüft. Dabei erhalten nur zwei Mittel die Bestnote.
10.04.2026 | 4:16 minVerkrustete Pfannen, Weingläser oder scharfe Messer: Manches muss im Küchenalltag von Hand gespült werden. Öko-Test hat in der April-Ausgabe 26 Spülmittel untersucht. Das Ergebnis: Bei der Reinigungsleistung bekam weniger als die Hälfte der Produkte ein "gut" oder "sehr gut". Gerade bekannte Marken enttäuschen. Immerhin: Konzentrate überzeugten eher als normale Spülmittel, obwohl für sie strengere Maßstäbe galten. Getestet wurde in zwei Stufen.
So ergiebig sind die Spülmittel im Test
Im ersten Teil der Praxisprüfung untersuchte Öko-Test die Ergiebigkeit. Im Labor wurden verschmutzte Teller in einheitlich dosierter Spüllauge gereinigt. Gezählt wurde, wie viele Teller ein Spülmittel schafft, bis seine Reinigungskraft erschöpft ist. Die besten Spülmittel-Konzentrate kamen auf 48 Teller und lagen damit nahe an der Maximalmarke von 50. Fast alle Produkte dieser Kategorie wurden als "ergiebig" oder "sehr ergiebig" bewertet.
Bei den normalen Spülmitteln erreichten laut Testergebnis nur zwei Drittel dieses Niveau - obwohl hier mit 25 Tellern die Vorgabe nur halb so hoch war. Beim Pril Original Spülmittel Grüner Apfel Limette, insgesamt mit "ausreichend" bewertet, war schon nach elf Tellern Schluss.
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05.02.2026 | 6:17 minHandspülmittel-Test zeigt schwache Reinigung bei eingebranntem Fett
Im zweiten Praxisteil ging es um hartnäckige Verkrustungen. Ein eingebranntes Fettgemisch auf einer Edelstahlplatte sollte nach zehnminütiger Einweichzeit mit einem weichen Schwamm entfernt werden. Der Versuch basiert auf einer Empfehlung des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW).
Drei Produkte entfernten 100 Prozent des Schmutzes. Da der Test jedoch nur bedingt alltagsnah war, bewertete Öko-Test die Ergebnisse nicht allzu streng. Als "annehmbar" galt, wenn ein Konzentrat die Hälfte der Kruste entfernte, ein normales Spülmittel mehr als ein Viertel. Das gelang jedoch nur wenigen Produkten. Die meisten reinigten lediglich "mäßig" bis "dürftig".
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26.01.2026 | 5:51 minNur zwei Spülmittelkonzentrate erhielten ein "sehr gut", darunter das Ja! Ultra Power Spülmittelkonzentrat, das auch insgesamt die Bestnote bekam. Das Blik Spülmittel Zitrone etwa erhielt die Gesamtnote "gut". Mit zehn Cent pro 100 Milliliter gehört es zu den günstigen Produkten in der Kategorie der normalen Spülmittel.
Formaldehyd in Spülmittel nachgewiesen
Schlusslicht im Test war das Fit Original Spülmittel mit der Note "mangelhaft". Im Labor wurde mehr Formaldehyd nachgewiesen, als für abspülbare Kosmetik zulässig wäre. Da Öko-Test den Hautkontakt von Handspülmittel mit dem von Duschgel gleichstellt, werteten die Tester entsprechend streng ab. Formaldehyd gilt bei Aufnahme über die Atemluft als krebserregend und kann Allergien auslösen. Nach Einschätzung der Tester gelangte der Stoff vermutlich über das deklarierte und im Labor bestätigte Konservierungsmittel Bronopol ins Spülmittel, das Formaldehyd abspalten kann.
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07.11.2025 | 4:33 minPositiv überrascht waren die Tester von den Rezepturen. Beim letzten Test vor acht Jahren waren fast alle untersuchten Spülmittel noch mit stark allergisierenden Isothiazolinonen konserviert. Dies ist nicht mehr der Fall. Negativ fiel jedoch das Pril Original Spülmittel wegen dem Einsatz von Methylisothiazolinon (MIT) auf. Bei einigen weiteren Produkten kritisierte Öko-Test die deklarierten Tenside: Sie seien unter Sauerstoffausschluss kaum abbaubar, so die Tester. Ihrer Einschätzung nach könnten sie sich im Klärschlamm anreichern, der - als Dünger genutzt - auch in die Umwelt gelange.
Notfall-Code UFI bei verschlucktem Spülmittel ist Pflicht
Ein weiterer Pluspunkt: Bis auf ein Spülmittel trugen alle getesteten Produkte den sogenannten UFI-Code auf der Flasche. Laut Öko-Test ist er in Notfällen wichtig, etwa wenn ein Kind von dem Spülmittel getrunken hat. Über den UFI-Code kann die Giftnotrufzentrale die genaue Rezeptur schnell identifizieren. Seit 2025 ist dieser 16-stellige Code EU-weit für als gefährlich eingestufte Produkte vorgeschrieben.
So wurde getestet
Für den Test wurden 26 Handgeschirrspülmittel in Supermärkten und Drogerien eingekauft. Die Preise lagen zwischen 0,10 Euro und 1,18 Euro pro 100 Milliliter. Bevorzugt wurden Originale oder Varianten mit Zitrusduft, acht Mittel waren als Konzentrat gekennzeichnet.
Im Labor wurden die Produkte auf allergene Duftstoffe, allergisierende Isothiazolinone und chlorierte Verbindungen in der Verpackung untersucht. Außerdem wurden sie auf Formaldehyd beziehungsweise Formaldehydabspalter geprüft und - soweit deklariert - auf Bronopol.
Im Praxistest wurden die Spülmittel nach Methoden des Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW) auf Ergiebigkeit und Reinigungsleistung getestet.
Beim Ergiebigkeitstest spülten drei Tester verschmutzte Teller in fünf Litern Wasser mit jeweils fünf Millilitern Spülmittel. Entscheidend war, wie viele Teller gereinigt werden konnten, bis keine geschlossene Schaumkrone mehr entstand und die Spüllauge damit als erschöpft galt.
Die Reinigungsleistung prüften die Tester mit Edelstahlplatten, die mit einem definierten Fettgemisch verschmutzt und eingebrannt worden waren. Nach zehn Minuten Einweichzeit wurden die Platten in ein Wischprüfgerät eingespannt. Gemessen wurde, wie viel Prozent des Fettschmutzes sich nach einer festgelegten Zahl an Wischbewegungen mit einem in 20-prozentiger Spüllösung getränkten Schwamm lösen ließ. Für die acht als Konzentrate ausgewiesenen Produkte galten dabei höhere Anforderungen.
Zusätzlich prüfte Öko-Test auf den Internetseiten der Hersteller, ob die vollständige Liste der Inhaltsstoffe gut auffindbar war. Und es wurde kontrolliert, ob allergene Duftstoffe auf den Verpackungen korrekt deklariert waren und ob es Hinweise zum sparsamen Gebrauch gab.
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