Angst vor Jobverlust: Strategien gegen Zukunftsängste

Strategien gegen Zukunftsängste:Wie man mit Stress durch Angst vor Jobverlust umgehen kann

von Thilo Hopert

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Die Angst vor dem Verlust des Jobs kann zu chronischem Stress werden. Zwei Psychologinnen geben Tipps, wie Sie die Sorgen einordnen und lernen können, mit Ihren Ängsten umzugehen.

Erschöpfte, nachdenkliche Geschäftsfrau, die unter Burnout am Arbeitsplatz leidet und mit Problemen zu kämpfen hat.

Wenn die Angst, den Job zu verlieren, den Alltag bestimmt: Wege, um mit Ängsten um die berufliche Zukunft umzugehen.

Quelle: Zoonar

Die Angst vor einem Jobverlust treibt viele Menschen um. Unsichere Wirtschaftslage, technologischer Wandel durch KI, schlechte Stimmung im Unternehmen - diese Sorgen können sogar Zukunftsängste auslösen. In einer Studie der R+V-Versicherung gab ein Fünftel der Befragten an, Angst vor eigener Arbeitslosigkeit zu haben.


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Wie Zukunftsangst zu chronischem Stress wird

Die Angst vor dem Jobverlust ist Psychologin ist laut Jessica Lang, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM), eine erlebte Bedrohung. Diese werde zum chronischen Stressfaktor am Arbeitsplatz, so Lang weiter.

Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist also mehr als nur ein Gefühl.

Prof. Dr. rer. soc. Jessica Lang, Vorstandsmitglied Deutsche Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin

Daraus könnten sich negative Zukunftsszenarien entwickeln, erklärt Lang. Wer ständig durchspielt, welche Konsequenzen ein Jobverlust für das eigene Leben haben könnte, gerate schnell ins Grübeln. Daraus können negative Überzeugungen entstehen wie "Die Welt ist ungerecht" oder "Ich bin wertlos".

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Unsichere Weltlage verstärkt Angstspirale

Seit der Corona-Pandemie nehme die Angst zu, den Job zu verlieren, hat Lang beobachtet. Dazu kommen weitere Faktoren, die Unsicherheit verstärken können. "Menschen in einem befristeten Beschäftigungsverhältnis machen sich eher Sorgen darum, ihren Arbeitsplatz zu verlieren", sagt Lang. Oft seien Beschäftigte wirtschaftlich abhängig und müssten finanziellen Verpflichtungen nachkommen, zum Beispiel Kredite ablösen. Das könne vor allem bei Beschäftigten im mittleren Alter und speziell bei Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund Jobängste fördern.

Berufseinsteigern rät Jessica Lang, rechtzeitig Strategien zu entwickeln. Dazu gehören unter anderem:

  • Einen individuellen Entwicklungsplan mit Fort- und Weiterbildungen erstellen, um die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt zu steigern
  • Fachkompetenzen gezielt aufbauen
  • Eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen als Mentor suchen
  • Berufliche Netzwerke schaffen und pflegen
  • Nach alternativen Beschäftigungsverhältnissen oder Zwischenlösungen Ausschau halten, um einen Plan B zu haben


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Ursachen für Angst vor Jobverlust verstehen

Um gegen die Ängste und Sorgen anzugehen, müsse man sie zunächst verstehen, so Beate Muschalla, psychologische Psychotherapeutin von der Technischen Universität Braunschweig.

Es gibt verschiedene Varianten von Ängsten, auf die man zum Teil auch anders reagieren muss.

Prof. Dr. Beate Muschalla, Leiterin der Abteilung Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik, TU Braunschweig

Sie unterscheidet zwei Formen von Angst: Zum einen Ängste, die sich vor allem gedanklich äußern, also Sorgen und der Versuch, vermeintlich drohende Katastrophen abzuwenden. Zum anderen phobische Vermeidungsängste mit körperlichen Symptomen.

Sich Sorgen zu machen oder auch mal Angst zu haben, ist für Muschalla dabei ganz normal. "Wichtig ist die Reaktion auf die Sorgen und Ängste, damit diese nicht überhandnehmen und schließlich einschränkend und krankhaft werden", so die psychologische Psychotherapeutin.

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Tipps gegen Ängste und Stress im Beruf

Psychologin Jessica Lang rät zu mehr Achtsamkeit: "Studien belegen, dass Achtsamkeitsübungen wie Atemübungen vor dem Schlafengehen helfen, um sich auf den aktuellen Moment zu konzentrieren und zu beruhigen." Wichtig sei dabei auch, aufkommende Sorgen und Ängste wahrzunehmen. Allerdings sollten sie weder gedanklich aufgegriffen noch bewertet werden. Vielmehr solle man sie "wie eine Wolke am Himmel vorüberziehen lassen - ohne diese aufzugreifen oder zu bewerten".

Erlebt man bestimmte Unsicherheiten unmittelbar, wie etwa einen befristeten Vertrag, eine schlechte wirtschaftliche Lage im Unternehmen oder negative Stimmung im Betrieb, rät Lang dazu, proaktiv und lösungsorientiert zu denken. Das könne die aktive Suche nach alternativen Jobs sein. Oder die Bitte um soziale Unterstützung im Team oder bei der Führungskraft.

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Wann externe Hilfe nötig sein kann

In manchen Fällen könne externe Unterstützung nötig sein, so Lang. Zum Beispiel, wenn "die Sorgen einen im Alltag stark beeinträchtigen, weil man kein anderes Thema mehr im Kopf hat". Außerdem dann, wenn die Sorgen einem regelmäßig den Schlaf rauben oder die eigene Stimmung durch Hoffnungslosigkeit, Zukunftsängste oder Verzweiflung geprägt ist. In solchen Fällen könne man sich zum Beispiel vertraulich an den Betriebsarzt im Unternehmen wenden oder sich mit seinem Hausarzt besprechen, rät Lang.

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Über dieses Thema berichtete "WISO" in dem Beitrag "Unsicherheit bei der Jobwahl: Drei Tipps" am 02.04.2026 um10 Uhr.

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