Angst um den Job: Was tun bei Sorgen?
Quelle: Zoonar
Viele Menschen haben Angst, ihren Job zu verlieren.
Das kann zu viel Stress führen.
Zwei Psychologinnen geben Tipps.
Damit können Sie lernen, mit Ihren Ängsten umzugehen.
Angst vor Job-Verlust macht chronischen Stress
Die Angst, den Job zu verlieren, ist eine Bedrohung.
Das sagt die Psychologin Jessica Lang.
Diese Angst kann zu dauerhaftem Stress am Arbeits-Platz werden.
Jessica Lang sagt:
"Die Angst, den Arbeits-Platz zu verlieren, ist mehr als nur ein Gefühl."
Wer ständig darüber nachdenkt, was ein Job-Verlust bedeutet, macht sich viele Sorgen.
Daraus können negative Gedanken entstehen.
Zum Beispiel: "Die Welt ist ungerecht" oder "Ich bin nichts wert".
Unsichere Welt macht mehr Angst
Seit der Corona-Pandemie haben mehr Menschen Angst, ihren Job zu verlieren.
Das hat Jessica Lang beobachtet.
Es gibt auch andere Dinge, die unsicher machen.
Zum Beispiel:
Menschen mit einem befristeten Vertrag machen sich mehr Sorgen.
Oft sind Menschen finanziell abhängig.
Sie müssen zum Beispiel Kredite bezahlen.
Das kann besonders bei Menschen mittleren Alters Angst machen.
Auch bei Frauen und Menschen mit Migrations-Hintergrund.
Tipps gegen Angst vor Job-Verlust für junge Leute
Jessica Lang rät jungen Leuten:
Machen Sie einen Plan für Ihre Zukunft. Dazu gehört:
- Machen Sie Fort- und Weiter-Bildungen.
Damit werden Sie für den Arbeits-Markt interessanter.
- Lernen Sie gezielt neue Dinge für Ihren Beruf.
- Suchen Sie sich eine erfahrene Kollegin oder einen erfahrenen Kollegen als Mentor.
Ein Mentor ist jemand, der Ihnen hilft und Ratschläge gibt.
- Bauen Sie berufliche Kontakte auf und pflegen Sie diese.
- Suchen Sie nach anderen Jobs oder Übergangs-Lösungen.
Damit haben Sie immer einen Plan B.
Verstehen, warum man Angst hat
Um Ängste und Sorgen zu bekämpfen, muss man sie zuerst verstehen.
Das sagt Beate Muschalla.
Sie ist Psychotherapeutin an der Technischen Universität Braunschweig.
Beate Muschalla sagt:
"Es gibt verschiedene Arten von Ängsten. Man muss auch unterschiedlich darauf reagieren."
Sie unterscheidet zwei Arten von Angst:
1. Ängste, die sich vor allem in den Gedanken abspielen.
Das sind Sorgen und der Versuch, schlimme Dinge abzuwenden.
2. Ängste, bei denen man etwas vermeiden will.
Dabei hat man auch körperliche Beschwerden.
Sich Sorgen zu machen oder Angst zu haben, ist normal.
Das sagt Beate Muschalla.
Wichtig ist, wie man auf die Sorgen und Ängste reagiert.
Damit sie nicht zu groß werden und krank machen.
Tipps gegen Ängste und Stress im Beruf
Psychologin Jessica Lang rät zu mehr Achtsamkeit.
Achtsamkeit bedeutet, auf den Moment zu achten.
Studien zeigen:
Achtsamkeits-Übungen helfen.
Zum Beispiel Atem-Übungen vor dem Schlafengehen.
Damit kann man sich beruhigen.
Wichtig ist auch, Sorgen und Ängste wahrzunehmen.
Aber man soll nicht darüber nachdenken oder sie bewerten.
Man soll sie "wie eine Wolke am Himmel vorüberziehen lassen".
Wenn man Unsicherheiten direkt erlebt, rät Lang:
Denken Sie lösungsorientiert.
Zum Beispiel bei einem befristeten Vertrag.
Oder wenn es der Firma schlecht geht.
Oder wenn die Stimmung im Betrieb schlecht ist.
Man kann aktiv nach anderen Jobs suchen.
Oder um Hilfe im Team oder bei der Chefin oder dem Chef bitten.
Wann man Hilfe von außen braucht
Manchmal braucht man Hilfe von außen.
Das sagt Jessica Lang.
Zum Beispiel, wenn die Sorgen den Alltag stark stören.
Weil man an nichts anderes mehr denken kann.
Oder wenn die Sorgen einem regelmäßig den Schlaf rauben.
Oder wenn man hoffnungslos oder verzweifelt ist.
In solchen Fällen kann man zum Beispiel zum Betriebs-Arzt gehen.
Oder mit dem Haus-Arzt sprechen.