Vorsicht vor Web Scraping: So schützt man seine Daten im Internet

Datenmissbrauch verhindern:So schützen Sie Ihre Daten vor Web Scraping

von Thilo Hopert

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Ob Social Media, Online-Shops oder Apps: Überall im Netz werden persönliche Daten abgefragt. Wer bewusst damit umgeht, reduziert das Risiko, von Datenleaks getroffen zu werden.

Person hält ein Handy in der Hand (dunkle Aufnahme).

Die Verbraucherzentralen warnen davor, unnötig persönliche Daten im Internet preiszugeben. Welche Maßnahmen Verbraucher ergreifen können, um sich vor Datenmissbrauch zu schützen.

05.03.2026 | 0:42 min

Persönliche Daten gehören zu den wertvollsten Informationen im Internet. Doch werden sie an zu vielen Stellen gespeichert oder sind öffentlich sichtbar, steigt das Risiko für Missbrauch durch Web Scraping - das automatisierte Auslesen von Daten aus Websites.

"Dienste sammeln oft viel zu viele Daten, weil sie sich gut für Werbezwecke nutzen lassen. Für mich als Verbraucher ist dies jedoch eher ein Nachteil und Risiko", sagt Christian Dörr, Cybersecurity-Experte am Hasso-Plattner-Institut (HPI).

Web Scraping, auch Data Scraping genannt, bezeichnet das automatisierte Auslesen von Daten aus Websites. Dabei durchsuchen Bots Internetseiten gezielt nach bestimmten Informationen und speichern diese strukturiert ab. Häufig werden öffentlich sichtbare Inhalte wie Namen, E-Mail-Adressen oder Profilangaben gesammelt. Problematisch wird es, wenn viele einzelne Daten kombiniert werden: So entstehen detaillierte Profile, die nicht nur für personalisierte Werbung, sondern auch für Betrug oder Identitätsdiebstahl genutzt werden können.


Zu viele Accounts, zu wenig Überblick

Meist wird für Online-Shops, News-Portale oder Buchungswebsites ein eigener Account benötigt. "Bei der Vielzahl an Online-Accounts ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten", sagt Ayten Öksüz, Referentin für Datenschutz und Datensicherheit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Um mehr Überblick zu bekommen, rät die Datenschutzexpertin zu einem Passwortmanager. Dieser fungiere nicht nur als Sicherheitstool, sondern auch als persönliches Kontenregister.

Schlanke digitale Präsenz ist die beste Prävention.

Dr. Ayten Öksüz, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Die Liste im Passwortmanager kann auch für einen "Letzter Login"-Test genutzt werden. "Viele Tools zeigen an, wann man sich zuletzt in einem Account eingeloggt hat", sagt Öksüz. "Wenn man sich seit über einem Jahr nicht mehr eingeloggt hat, kann dieser vermutlich weg."

Eingabemaske für ein Passwort, was rot aufleuchtet, weil das Passwort nicht den Kriterien entspricht

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Drei Fragen zu Online-Accounts

Cybersecurity-Experte Dörr rät grundsätzlich dazu, sich bei Online-Accounts drei Fragen zu stellen: Sind diese Daten für einen Anbieter wirklich nötig? Kann ich meine Daten diesem Anbieter anvertrauen? Und was wäre der Schaden für mich, sollten diese irgendwo im Internet verbreitet werden? "Denn wenn ein Händler gehackt wird, werden diese Informationen schnell unter Kriminellen verbreitet und ausgenutzt", weiß Dörr.

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So lassen Sie Ihre Daten löschen

In der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist ein Auskunftsrecht für Verbraucherinnen und Verbraucher verankert. Unternehmen müssen auf Anfrage mitteilen, welche personenbezogenen Daten sie gespeichert haben und zu welchen Zwecken diese verarbeitet werden.

"Zusätzlich können Verbraucher laut DSGVO grundsätzlich die Löschung der bei dem Unternehmen gespeicherten Daten verlangen", sagt Ayten Öksüz. Das sei etwa sinnvoll, wenn Daten unrechtmäßig verarbeitet werden oder diese für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt werden.

Mit dem HPI Identity Leak Checker vom Hasso-Plattner-Institut können Sie überprüfen, ob persönliche Daten von Ihnen im Internet veröffentlicht wurden. Dazu geben Sie auf der Website Ihre E-Mail-Adresse ein. Per Datenabgleich wird dann kontrolliert, ob diese in Verbindung mit anderen persönlichen Daten wie Telefonnummer oder Geburtsdatum geleakt wurde. Die Ergebnisse bekommen Sie per E-Mail zugeschickt.


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Vier Tipps für die eigene Datensicherheit

Damit die eigenen Daten möglichst sicher bleiben, raten Experten zu vier Dingen: Erstens sollte man mit seinen Daten sparsam umgehen. "Verbraucher sollten bei der Registrierung immer nur das angeben, was wirklich Pflichtfeld ist", sagt Öksüz. Freiwillige Angaben also einfach weglassen.

Zweitens sollte man immer starke und einzigartige Passwörter benutzen. Ayten Öksüz rät, niemals dasselbe Passwort zweimal zu verwenden. Im Falle eines Datenleaks ist sonst jedes Konto gefährdet, das dieselben Zugangsdaten verwendet. "Wir beobachten, dass nach Leaks von Daten, Täter quer im Internet durchprobieren, wo das Kennwort noch überall passt", sagt HPI-Experte Christian Dörr.

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Drittens empfiehlt Dörr für wichtige Konten die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu aktivieren. Dabei erhält man zum Beispiel einen Code aufs Handy, um einen Login oder eine wichtige Transaktion zu bestätigen. Das helfe, Angreifer auszusperren, so Dörr.

Viertens ist es laut Öksüz sinnvoll, regelmäßig in den Einstellungen seines Smartphones zu überprüfen, welche App auf welche Funktionen Zugriff hat und nicht zwingend notwendige Zugriffsberechtigungen zu entziehen. Die Expertin rät auch dazu, Apps zu löschen, die man nicht mehr aktiv nutzt.

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 05.03.2026 ab 09:05 Uhr.

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