Flüge in der EU: Was sich für Verbraucher künftig ändert

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Neue Fluggastrechte:Flüge in der EU: Was sich für Verbraucher künftig ändert

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Schnellere Entschädigung und Information bei Problemen, Wegfall von bestimmten Gebühren: Voraussichtlich ab Mitte 2027 gelten in der EU neue Fluggastrechte. Ein Überblick.

Urlauber laufen im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens an einer großen Anzeigetafel vorbei.

Vor allem bei Entschädigungen und Gebühren sollen es Urlauber bei Flügen künftig leichter haben.

Quelle: dpa

Die Minister der EU-Staaten haben Änderungen von Fluggastrechten gebilligt, bei denen unter anderem Familien und Menschen mit Behinderung neue Rechte bekommen und jeder leichter an eine Entschädigung kommen soll, wenn ein Flug verspätet ist oder ausfällt. Einige Anpassungen können aber auch zu Lasten von Verbrauchern gehen. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Eine Person nimmt auf dem Flughafen in Duesseldorf ihre Handtasche aus dem Sicherheitscheck.

EU-Parlament stimmt über neue Fluggastrechte ab. Familien sollen kostenlos zusammensitzen, Kosten transparenter werden. Entschädigungen bei langen Verspätungen und Flugausfällen bleiben erhalten.

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Wann habe ich Anspruch auf Entschädigung bei Verspätungen?

Besonders über die Regeln für Verspätungen und Entschädigungen hatten Europaparlament und Staaten lange gestritten. Die Bedingungen bleiben nun im Wesentlichen gleich: Reisende haben Anspruch auf eine Entschädigung, wenn ihr Flug mindestens drei Stunden Verspätung hat. Die Höhe richtet sich nach der Entfernung:


  • 250 Euro (bis 1.500 Kilometer Entfernung)
  • 400 Euro (zwischen 1.500 und 3.500 Kilometer Entfernung)
  • 600 Euro (mehr als 3.500 Kilometer Entfernung)

Diese Schwellen gelten auch, wenn der Flug ganz gestrichen wurde, solange dies weniger als 14 Tage vor Abflug passiert ist. Voraussetzung ist stets, dass die Airline die Verspätung oder den Ausfall zu verschulden hat.

Flughafen

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Neu ist: Die Airline muss Passagiere innerhalb von 96 Stunden nach Ende der Reise schriftlich darüber informieren, was deren Rechte sind und wie sie diese geltend machen können. Die Reisenden haben neun Monate Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen. Im Anschluss muss die Fluggesellschaft innerhalb von 30 Kalendertagen auszahlen oder den Reisenden mitteilen, warum sie in diesem Fall keine Entschädigung zahlt. 

Was passiert, wenn ein Flug annulliert wird?

Wird ein Flug ganz gestrichen, bekommen die Passagiere ihr Geld vollständig rückerstattet. Auch eine Vermittlungsgebühr darf laut dem Rat der Europäischen Union nicht einbehalten werden. Dabei geht es etwa um Online-Plattformen, aber auch Reisebüros. Ausgenommen sind davon demnach etwa lokale Reisebüros, wenn sie die Passagiere zu Beginn des Buchungsvorgangs klar über diese Regelung informiert haben.

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Wie stelle ich einen Antrag auf Entschädigung?

Es soll ein einheitliches Formular eingeführt werden, mit dem Passagiere Anträge auf Entschädigung oder Erstattung stellen können. Die Unternehmen können aber trotzdem weiter eigene Formulare oder Apps nutzen.

In welchen Fällen muss die Fluggesellschaft nicht zahlen?

Nicht zu verschulden haben Fluggesellschaften nach den neuen Regeln zum Beispiel Vorfälle mit randalierenden Fluggästen, Wetterbedingungen, Naturkatastrophen oder Streiks von Bodenabfertigungsdienstleistern. Die Airline muss nachweisen, dass die Umstände die Störung unmittelbar verursacht haben.

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Welche Extragebühren fallen künftig weg?

Kinder unter 14 Jahren dürfen im Flugzeug neben ihren Eltern sitzen, ohne dass Geld für die Sitzplatzreservierung fällig wird. Das gilt auch für Schwangere sowie Menschen mit Mobilitätseinschränkungen und deren jeweilige Begleitung. Fluggesellschaften müssen Schreibfehler in Namen auf Tickets kostenlos korrigieren und für eingecheckte Gäste ohne weitere Gebühren einen Boardingpass ausdrucken.

Wird Fliegen mit Handgepäck unkomplizierter?

Fluganbieter müssen künftig standardmäßig den Preis mit Handgepäck anzeigen. Das soll den Preisvergleich erleichtern. Airlines können trotzdem günstigere Tickets für Passagiere anbieten, die freiwillig auf einen großen Rucksack an Bord verzichten.

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Werde ich am Flughafen versorgt, wenn der Flug feststeckt?

Künftig muss klarer formuliert sein, welche Ansprüche Fluggäste bei Störungen haben. Nach zwei Stunden Wartezeit sind das Erfrischungen, nach drei Stunden eine Mahlzeit, danach jeweils nach fünf Stunden eine Mahlzeit (maximal drei Mahlzeiten pro Tag). Außerdem haben sie ein Recht auf Internetzugang und mindestens zwei Telefonate.

Sind Übernachtungen nötig, sollen die Fluggäste kostenlos in einem Hotel untergebracht und kostenlos vom Flughafen zur Unterkunft und zurückgebracht werden. Leistet die Airline die Unterstützung nicht, können Passagiere selbst angemessene Lösungen finden und später eine Erstattung beantragen.

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Was gilt, wenn ich gezwungen bin, eine Ersatzverbindung zu suchen?

Fluggäste haben bei Problemen in vielen Fällen das Recht darauf, anders befördert zu werden. Das kann auch zu einem anderen Flughafen nahe dem Zielort, über eine andere Strecke, mit einer anderen Airline oder sogar zum Beispiel per Bahn passieren. Die Reisebedingungen müssen aber vergleichbar sein - also dürfen zum Beispiel Fluggäste, die einen Direktflug gebucht hatten, nicht gezwungen werden, mehrere Anschlussflüge zu nehmen.

Die Airline muss ihnen innerhalb von drei Stunden eine solche Alternative anbieten, andernfalls können Fluggäste selbst organisieren, wie sie ans Ziel kommen. Die Fluggesellschaft muss maximal das Vierfache des ursprünglichen Preises erstatten. Bisher ist die Höhe nicht fest gedeckelt - bei besonders günstigen Ursprungstickets und teuren Tickets am Tag selbst kann die Reform also eine Verschlechterung bedeuten.

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Was passiert bei einem "Downgrade"?

Wer in einer schlechteren Flugklasse reisen muss ("Downgrade"), soll innerhalb von 14 Tagen automatisch einen Teil des gezahlten Geldes erstattet bekommen. Die Höhe richtet sich nach dem individuellen Flugpreis und der Entfernung.

Was passiert, wenn ich einen Flug verpasse oder verfallen lasse?

Wer Hin- und Rückflug zusammen bucht, aber den Hinflug oder Teile davon nicht antritt ("No-show"), darf trotzdem den Rückflug nehmen. Dafür darf zudem keine Extragebühr anfallen. Das ist relevant, weil es in der Praxis manchmal günstiger sein kann, Flüge zusammen zu buchen, und Passagiere deshalb bewusst einen Teil nicht antreten - oder aber ohne Hintergedanken einen Flug ungewollt verpassen.

Ab wann gelten die neuen Regeln?

Die neuen Regeln gelten voraussichtlich ab Mitte 2027 für alle Flüge, die von einem Flughafen innerhalb der EU abheben. Bei Flügen, die in der EU landen, gelten sie demnach nur, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat. Künftig soll es ein freiwilliges EU-Siegel für Fluggastrechte geben, mit dem Airlines zeigen können, dass für sie die EU-Vorschriften gelten.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 07.07.2026 ab 05:30 Uhr und heute in Europa ab 16 Uhr.

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