Finanzen im Juli: Was sich bei Flügen, Aktien und Co. ändert

Neue Vorschriften treten in Kraft:Finanzen: Drei Dinge, die sich im Juli ändern

von Tim Morgenstern

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Paketzölle, Flugtickets, Aktienhandel: Im Juli greifen in Deutschland neue Vorschriften, die sich auf den Geldbeutel auswirken könnten. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

ZDF-Redakteurin Sina Mainitz schaut in die Kamera. Dazu der Text "Das ändert sich für dich im Juli!"

Im Juli greifen neue Gesetze, die sich auf Verbraucher auswirken. So im Luftverkehr und bei Neobrokern. Und es gibt Zölle für alle Pakete aus dem Nicht-EU-Ausland.

29.06.2026 | 1:54 min

Wer seinen Sommerurlaub noch buchen muss, könnte sich über diese Nachricht gefreut haben: Die Luftverkehrssteuer wird zum 1. Juli 2026 gesenkt. Sie bestimmt, wie viel Geld Fluggesellschaften pro Ticket an den Staat abführen müssen.

Die Senkung soll die deutsche Luftfahrtbranche wettbewerbsfähiger machen. In der Theorie könnte das positive Auswirkungen auf die Ticketpreise haben. Denn Airlines geben Steuern und Gebühren meistens unverändert an ihre Passagiere weiter.

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Aktuell ist damit jedoch nicht zu rechnen, da unter anderem der gestiegene Kerosinpreis dem Effekt entgegenwirkt. "Generell sollten Verbraucher*innen nicht davon ausgehen, dass Flugpreise nun spürbar sinken", sagt auch Andrea Steinbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Zudem seien die Steuersenkungen eher gering. "Die Reduzierung ist politisch zwar als Entlastung gedacht, der tatsächliche Hebel pro Ticket ist jedoch überschaubar", erklärt die Expertin.

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Neue Zölle in der EU: Online-Shopping wird teurer

Andere Kosten steigen für Verbraucher sogar. Ab dem 1. Juli werden für jedes Paket, das aus einem Nicht-EU-Land in die EU eingeführt wird, mindestens drei Euro Gebühr fällig. Bislang galten die Zölle erst ab einem Sendungswert von 150 Euro.

Ziel ist es, die Flut an Paketen von Händlern wie Shein oder Temu einzudämmen. Tatsächlich könnten deren Kunden besonders betroffen sein, sagt Andrea Steinbach.

Gerade das Geschäftsmodell von Plattformen wie Temu oder Shein basiert häufig auf vielen kleinen Bestellungen mit niedrigen Warenwerten. Diese Käufe werden künftig tendenziell teurer.

Andrea Steinbach, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Die EU-Kommission begründete die Millionenstrafe gegen Temu unter anderem mit gravierenden Verletzungen im Verbraucherschutz.

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Dies liegt auch daran, dass die Gebühr pro Warenkategorie in einem Paket anfällt. Die Kategorie hängt von Material und Beschaffenheit ab, nicht vom Zweck der Ware. Kauft ein Kunde etwa bei Temu eine Bluse aus Baumwolle und eine aus Seide, wird die neue Gebühr für die Bestellung zweimal fällig - weil Seide und Baumwolle als unterschiedliche Kategorien gelten.

Bei einem Paket mit mehreren Artikeln kann so einiges zusammenkommen. "Vor dem Absenden der Bestellung sollte man zusammenrechnen und prüfen, ob es sich lohnt: Warenwert plus Steuer plus eventuelle Versandkosten plus neuer Pauschalzoll", warnt daher die Expertin Andrea Steinbach.

Die Apps der Internethändler Temu und Shein sind auf dem Display eines Smartphones zu sehen.

Die EU erhöht die Importkosten für Billigwaren: Ab Juli 2026 wird für jedes Paket, auch schon unter 150 Euro, eine Abgabe von drei Euro fällig - besonders spürbar für Plattformen wie Temu.

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Um dies so einfach wie möglich zu machen, sei künftig die Transparenz der Plattformen entscheidend. "Kund*innen müssen bereits vor Abschluss der Bestellung erkennen können, welche Zusatzkosten genau insgesamt entstehen", so Steinbach. Ob und wie die Händler das umsetzen werden, ist aktuell noch nicht absehbar. Bis dato können Verbraucher*innen die Warenkategorien nur selbst auf der Website des Zolls recherchieren.

EU-Vorschrift könnte Aktienhandel teurer machen

Noch eine weitere Regelung der EU, die jetzt in Deutschland umgesetzt wird, könnte sich ab Juli auf Verbraucher auswirken. Sie betrifft Onlinebroker, bei denen Privatkunden mit Aktien handeln können. Einige der bekanntesten Plattformen sind Trade Republic, Smartbroker und Scalable Capital.

Für ihren Service nehmen einige von ihnen Gebühren - und die könnten bald steigen. Der Grund: Eine der Einnahmequellen für die Anbieter waren bislang Provisionen, die sie von den Handelsplattformen bekamen. Sie nahmen den Auftrag vom Kunden an, leiteten ihn zum Beispiel an eine Börse weiter und bekamen dafür eine Vermittlungsgebühr.

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Diese Provisionen hat die EU verboten, die Regelungen gelten nach dem 30. Juni 2026 auch in Deutschland. Hintergrund ist, dass die Broker die Plattform nicht danach auswählen sollen, wo sie am meisten verdienen - sondern danach, wo der Kunde den besten Aktienkurs bekommt.

Um die fehlenden Einnahmen zu kompensieren, könnten die Broker nun über höhere Gebühren nachdenken. Allerdings sind auch andere Optionen denkbar, etwa dass die Broker in Zukunft eigene Handelsplattformen gründen. Dass das Investieren in ETFs für Privatkunden aber künftig deutlich teurer wird, ist aktuell eher unwahrscheinlich. Der Konkurrenzdruck ist zu hoch.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute in dem Beitrag "Finanzen: Das ändert sich im Juli" am 29.06.2026 um 19:01 Uhr.

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