Pendlerpauschale steigt ab 2026: Was sich konkret ändert

Mehr Geld vom Finanzamt :Pendlerpauschale steigt ab 2026: Was sich konkret ändert

von Lorita Halili

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Ab 2026 gilt für Pendler eine Pauschale von 38 Cent pro Kilometer - besonders Pendler mit kurzen und mittleren Arbeitswegen profitieren. Kritik kommt aus der Wissenschaft.

Archiv: Autos fahren im Feierabendverkehr über eine Straße, aufgenommen am 21.02.2017

Der tägliche Arbeitsweg wird steuerlich neu berechnet: Seit 1. Januar 2026 können Pendler 38 Cent ab dem ersten Kilometer geltend machen - für viele eine Entlastung, doch es gibt auch Kritik.

05.01.2026 | 2:23 min

Daniel Gundel fährt mehrmals in der Woche von seinem Wohnort ins Büro. Einmal vom Münchner Süden in den Münchner Norden: Für die 20 Kilometer braucht der IT-Manager rund 45 Minuten. Zeit, die er lieber mit seiner Familie verbringen würde, sagt Gundel. Aber auf seine Steuererklärung im nächsten Jahr freut er sich, denn Gundel profitiert von der Erhöhung der Pendlerpauschale:

Das macht sich natürlich positiv bemerkbar auf dem Konto.

Daniel Gundel, IT-Manager

Ab dem 1. Januar 2026 steigt die Entfernungspauschale für Pendlerinnen und Pendler, die unabhängig vom Verkehrsmittel gilt und nach der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz berechnet wird. Künftig können Pendler 38 Cent ab dem ersten Kilometer geltend machen - bisher galten die 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer, während für kürzere Strecken nur 30 Cent abgesetzt werden konnten.

Symbolbild:  In einem Restaurant bringt ein Kellner zwei Tassen Kaffee an einen Tisch.

Der Bundestag hat ein Paket mit Steuerentlastungen beschlossen. Geplant sind unter anderem eine Erhöhung der Pendlerpauschale und eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes in Restaurants.

04.12.2025 | 0:31 min

Neue Regelung gilt für alle Entfernungen

Nach Berechnungen des Bundesfinanzministeriums bedeutet das konkret:

  • Wer fünf Kilometer zur Arbeit fährt, bekommt 88 Euro mehr pro Jahr
  • Bei 10 Kilometern sind es 176 Euro
  • Bei 20 Kilometern beträgt die jährliche Entlastung 352 Euro

Voraussetzung ist, dass Pendlerinnen und Pendler mit ihren Werbungskosten über den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro hinauskommen. Erst dann wirkt sich die höhere Pauschale steuerlich aus.

Geld Symbolbild

Deutschlands Wirtschaft stagniert, viele Firmen sehen hohe Steuern als Bremsklotz. Laut einer aktuellen Umfrage wünschen sich viele Unternehmen Senkungen der Einkommens- und Stromsteuer.

30.12.2025 | 1:19 min

Insgesamt rechnet die schwarz-rote Bundesregierung mit einer Entlastung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler von rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2026. Ab dem Jahr 2027 soll die Entlastung bei 1,9 Milliarden Euro liegen.

Kritik aus der Wissenschaft

Kritik an der beschlossenen Erhöhung der Pendlerpauschale kommt jedoch aus der Wissenschaft. Dr. Sophia Becker, Professorin für Nachhaltige Mobilität an der Technischen Universität Berlin, hält die Erhöhung für nicht zielführend. Die Entlastung könne zwar Pendlerinnen und Pendler finanziell unterstützen, das Geld sei aber nicht gut angelegt, so Becker.

Der Staat wird belastet, weil er sich Geld entgehen lässt. Dieses Geld bräuchte der Staat eigentlich dringend, um die öffentliche Infrastruktur zu fördern und neue Wege für klimafreundliche Mobilität bereitzumachen.

Sophia Becker, Technische Universität Berlin

Berlin: Alexander Schweitzer (SPD), Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, spricht bei der Ministerpräsidentenkonferenz.

Die Bundesländer befürchten deutlich weniger Einnahmen durch die vom Bundestag beschlossenen Steuererleichterungen. Darüber beraten die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Merz.

04.12.2025 | 1:30 min

ADAC begrüßt Entlastung für Pendler

Unterstützung erhält die Maßnahme dagegen vom ADAC. Der Automobilclub verweist auf die steigenden Kosten für Autofahrer. "Es gibt immer mehr Erhöhungen für Autofahrer, zum Beispiel beim CO2-Preis. Da wollte man die Pendler entlasten", erklärt die ADAC-Unternehmenssprecherin Katharina Lucà.

Gleichzeitig betont der ADAC die Bedeutung von Investitionen in alternative Verkehrsmittel.

Das eine zu tun, heißt nicht, das andere zu lassen. Aus unserer Sicht ist es auch wichtig, sehr viel Geld in die Infrastruktur zu investieren und einen besseren Ausbau des ÖPNV sicherzustellen.

Katharina Lucà, Unternehmenssprecherin ADAC

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 05.01.2026 um 17:00 Uhr.

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