Rasen im Sommer: Tipps für richtiges Bewässern, Düngen und Mähen

Tipps rund ums Mähen, Düngen, Bewässern:Rasenpflege im Sommer: So bleibt der Rasen widerstandsfähig

von Alice Schirasi

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Im Sommer leidet der Rasen unter Hitze, Trockenheit und intensiver Sonne. Die richtige Rasenmischung und passende Pflege sorgen für grünen, gesunden und hitzeresistenten Rasen.

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Bei hohen Temperaturen geraten Gräser unter Stress: Sie verlieren mehr Wasser, als sie über die Wurzeln aufnehmen können. Die Halme werden gelb, weil dem Rasen Energie und Feuchtigkeit fehlen, und das Wachstum verlangsamt sich deutlich. Wie widerstandsfähig der Rasen bleibt, hängt nicht nur von der Pflege ab, sondern auch von der richtigen Rasenmischung. Gartenexperte Elmar Mai gibt dazu Tipps.


Welche Rasenmischung Hitze aushält

Trockenheitsverträgliche Rasenmischungen mit Arten wie Rohrschwingel (Festuca arundinacea) wurzeln tief, bleiben länger grün und überstehen Hitze besser als herkömmlicher Spielrasen.

Pflanzen mit tiefen Wurzeln halten Trockenperioden deutlich besser aus. Wird nicht lange genug und damit nicht bis in die tieferen Bodenschichten gewässert, bleiben die Wurzeln flach. Flache Wurzeln sitzen in der obersten, schnell austrocknenden Schicht. Sie verlieren durch Sonne und Wind schnell Wasser und der Rasen wird lückig.

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Fertigrasen basiert ebenfalls auf Grasmischungen. Entscheidend ist jedoch nicht nur die Grasart, sondern auch, wo der Rasen herkommt. Gartenexperte Elmar Mai empfiehlt Fertigrasen von regionalen Anbietern, die ihre Mischungen gezielt für das lokale Klima zusammenstellen. Das sorge für eine robuste, pflegeleichte Rasenfläche.


Rasen im Sommer richtig bewässern

Entscheidend ist nicht, wie oft gegossen wird, sondern wie viel Wasser tatsächlich die tieferen Bodenschichten erreicht. Nur dann könne der Rasen tiefe, kräftige Wurzeln ausbilden, die auch bei Hitze noch gut mit Feuchtigkeit versorgt sind, erklärt Mai.

In Trockenperioden sollte der Rasen bis zu dreimal pro Woche ausgiebig gewässert werden - abhängig von lokalen Gießverboten. Für die richtige Menge hat der Gartenexperte eine Faustregel: "Während des Wässerns ein 0,2-Liter-Glas auf den Rasen stellen. Ist es halb gefüllt, reicht die Wassermenge aus."

Den Wasserzähler zu checken, hilft ebenfalls: Wer vor und nach dem Gießen den Stand abliest, sieht, wie viel Wasser tatsächlich auf der Fläche gelandet ist. Je nach Boden sind 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter sinnvoll.

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Den Rasen nicht zu kurz mähen

Regelmäßiges Mähen macht den Rasen dichter. Dabei ist wichtig, ihn nicht zu kurz zu schneiden. Eine Schnitthöhe von fünf bis sechs Zentimetern stärkt die Gräser. "Wer nur die oberen Millimeter des Rasens kürzt, inaktiviert die Wachstumshormone in den Halmspitzen", erklärt Mai. Das fördert die Verzweigung der Bodenknospen und regt das Nachwachsen von unten an. Der Rasen wird dichter. Auch in schattigen Bereichen gilt: "Lieber die Halme etwas länger stehen lassen", sagt Mai.

Gemäht wird im Sommer am besten am Abend und nur bei trockenem Rasen. Ist das Schnittgut fein genug, kann es als Mulch liegen bleiben. "Andernfalls auffangen, da Rasenfilz entstehen könnte", ergänzt Mai.

Vertikutieren sollte man möglichst vermeiden. Sinnvoll ist es nur, wenn der Rasen stark verfilzt ist und sich viel Moos, Unkraut oder abgestorbenes Pflanzenmaterial angesammelt hat. Wichtig ist der Zeitraum. Der ideale Zeitraum dafür liegt zwischen Ende April und Ende Mai. Im Sommer dagegen steht der Rasen unter Hitzestress, und das Vertikutieren würde ihn zusätzlich schwächen.


Mit Düngen den Rasen stärken

Drei Nährstoffe sorgen vor allem für einen gesunden Rasen: Stickstoff sorgt für sattes Grün und Wachstum, Phosphat stärkt die Wurzeln, Kalium reguliert den Wasserhaushalt und macht die Gräser widerstandsfähiger gegen Trockenheit.

Eine Düngung im Juni stärkt den Rasen während des Johannestriebs, der bis etwa Mitte Juli geht. Durch das intensive Licht rund um die Sommersonnenwende wachsen die Gräser noch einmal kräftig und brauchen dafür Nährstoffe. Im August ist eine weitere Düngung wichtig, weil der Rasen nach Hitze und Trockenheit neue Kraft benötigt.

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Durch regelmäßiges Düngen bleibt der Rasen gut versorgt. Er wächst kräftig und bleibt so gegen Unkraut konkurrenzstark. Gleiches gilt für Moos: "Es wächst nur dort, wo Gräser geschwächt sind und keine Konkurrenz bieten", so Mai.

Vorübergehende Braunfärbung meist kein Problem

Wenn Wässern in manchen Kommunen während Hitzeperioden nicht erlaubt ist, muss der Rasen die trockenen Wochen aus eigener Kraft überstehen. Er kann dann gelb oder braun werden - das wirkt dramatisch, ist aber meist kein Grund zur Sorge.

Kritisch wird es erst, wenn die untersten Pflanzenteile dauerhaft austrocknen. Dann kann sich der Rasen nicht mehr erholen. Je nach Boden und Gräserart sollte er jedoch mehrere Wochen Trockenheit aushalten können. "Auf Sandböden macht der Rasen schneller schlapp als auf Lehmböden. Das hängt von der Wasserhaltefähigkeit ab", ergänzt Mai.

Ist der Rasen gut versorgt, regeneriert er sich von selbst.

Elmar Mai, Gartenexperte

Grundsätzlich sollte aus ökologischer Sicht erst gewässert werden, wenn der Rasen eindeutig Trockenstress zeigt. Ein zeitweise weniger grüner Rasen im Hochsommer ist normal und erholt sich nach Niederschlägen meist wieder. Wer bewässert, sollte möglichst selten, aber durchdringend gießen und bevorzugt Regenwasser nutzen.

Bleiben einzelne Stellen kahl, kann man mit Standardmischungen aus dem Handel einfach nachsäen. Gartenexperte Mai empfiehlt, auf Nachsaat mit Mischungen aus möglichst vielen verschiedenen Grasarten zurückzugreifen.

Alice Schirasi ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 12.06.2026 ab 05:30 Uhr.

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