Bienenfreundlicher Garten:Mit bunter Gartengestaltung Wildbienen schützen
von Elmar Mai
Wildbienen sind wichtige Akteure in unserem Ökosystem, doch sie werden immer weniger. Was man im eigenen Garten für sie tun kann und warum Bienenhotels allein nicht ausreichen.
Den eigenen Garten naturnah gestalten: Wer Stauden richtig pflanzt und vermehrt, schafft Lebensraum für Insekten. Welche Pflanzen wirklich helfen und warum Vielfalt entscheidend ist.
08.06.2026 | 7:23 minDas Artensterben sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren schreitet unaufhaltsam voran. In Deutschland sind vor allem Insekten betroffen - selbst häufige Arten werden seltener. Besonders gefährdet sind Wildbienen, die als Bestäuber oder Schädlingsbekämpfer eine wichtige ökologische Rolle spielen.
Garten mit verschiedenen Strukturen bienenfreundlich gestalten
In Deutschland gibt es mindestens 550 verschiedene Arten von Wildbienen, viele davon sind nur regional verbreitet. Im Osten kommen oft andere Arten vor als im Westen oder im Norden und Süden des Landes. Wildbienen haben viele verschiedene Lebensformen entwickelt. Längst nicht alle profitieren von einem Bienenhotel. Denn viele Wildbienen bevorzugen andere Strukturen.
Strukturvielfalt ist ein Schlüsselwort bei der bienenfreundlichen Gartengestaltung. Je mehr verschiedene Strukturen ein Garten bietet, desto mehr Arten können dort leben. Gestaltungselemente sind zum Beispiel Totholz, Trockenmauern, Sandflächen und Blumenbeete.
Am 20. Mai ist Welt-Bienentag. Die fleißigen Bestäuber sorgen nicht nur für Honig, sondern mit ihrer Arbeit auch für Ernährungssicherheit und Biodiversität.
20.05.2026 | 1:50 minWildbienen gibt es in der gesamten frostfreien Zeit, einige nur zeitlich begrenzt. Das heißt, sie teilen sich das Jahr untereinander auf. Manche fliegen nur im Frühjahr, andere nur im Sommer, andere sind typische Spätsommer-Arten. Nur wenige, vor allem staatenbildende Arten wie Honigbienen, fliegen den gesamten Sommer.
Viel Blühendes und keine Biozide
Für ein gutes Nahrungsangebot sorgt Blütenstetigkeit. Das heißt, im Garten sollten von Saisonbeginn im Frühjahr bis in den Spätherbst möglichst verschiedene Blumen mit ungefüllten Blüten für leichten Zugang zu Pollen oder Nektar blühen.
Außerdem ist der Verzicht auf Biozide geboten. Geregelt wird ein Überhandnehmen von Schädlingen wie zum Beispiel Läusen meist sehr effektiv durch Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen. Toleranz ist ein Garant für den Artenschutz.
Ein riesiger Naturgarten mitten in einem Wohngebiet lädt zum Selbstversorgen und Genießen ein. An erster Stelle steht für Martina Pork die Natur. Der Garten ist seit 150 Jahren in Familienbesitz.
23.06.2026 | 5:31 minDer ökologische Wert von (Wild)-Bienen
Bei Honigbienen weiß man, dass sie als Bestäuber unentbehrlich sind. Ohne sie gäbe es zum Beispiel kein Obst. Hummeln gehen zwar auch an Obstblüten, bestäuben aber neben Tomaten auch viele andere Blüten im Garten und kriechen sogar als einzige Bestäuber in Löwenmäulchen oder Fingerhut.
Wespen sind zwar äußerst unbeliebt, haben aber als Nützlinge einen großen Wert, weil sie ihre Brut ausschließlich mit Blattläusen oder Raupen füttern. Nur im Spätsommer können sie lästig werden. Und die große Angst vor den friedfertigen Hornissen ist unbegründet. Sie jagen bevorzugt Wespen und halten deren Überhandnehmen in Schach. Von allen diesen Arten - außer bei Honigbienen - stirbt der Staat im Herbst ab und nur die befruchtete Königin überlebt den Winter.
Lebensformen der Wildbienen
Einige Wildbienen wie Honigbienen, Hummeln, Wespen oder Hornissen bilden Staaten, entweder im Boden oder in Höhlen. Es gibt eine Königin und viele Arbeiterinnen. In günstigen Jahren können sehr große Staaten entstehen. Aber über Winter überleben nur die wenigen Jungköniginnen, die Arbeiterinnen sterben im Herbst.
Andere Wildbienen leben als solitäre Arten. Hier gibt es nur die Königin, die ihre Brut alleine versorgt. Die verschiedenen Arten legen ihre Eier einzeln in ganz unterschiedliche Strukturen. Viele in Löcher im Holz oder hohle Halme, die sie dann zumauern, wie man es von Insektenhotels kennt. Andere bevorzugen Lehmwände, Steinritzen oder Sand. Solitäre Arten haben zwar viel weniger Nachkommen, aber alle weiblichen Nachkommen sind Königinnen.
Hummeln sind bedroht haben aber eine wichtige Aufgabe im Ökosystem. Tierschützer Christian Ehrlich erklärt, warum Hummeln so wichtig sind und wie man die Tiere unterstützen kann.
19.06.2026 | 7:52 minWie Wildbienen Schädlinge in Schach halten
Die Lebensformen von Wildbienen lassen sich in staatenbildende Arten und sogenannte solitäre Arten unterteilen. Bei den solitären Wespen gibt es drei Ernährungsstrategien. Ein Teil sammelt für seine Brut Pollen und legt darin ein Ei. Sie sind wichtige Bestäuber. Andere halten Schädlinge in Schach. Sie tragen statt Pollen Raupen in ihre "Nester", betäuben sie mit einem Stich und legen dann ein Ei hinein. In beiden Fällen werden die Löcher mit Lehm zugemauert.
Ein kleiner Teil der Wildbienen lebt parasitisch. Sie legen ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen, töten die eigentliche Larve oder warten, bis sie erwachsen ist und saugen sie dann aus. Schlupfwespen, zum Beispiel, legen Eier in Raupen, wo dann statt eines Schmetterlings viele Wildbienen schlüpfen. Mit etwas Geduld lassen sich an Bienenhotels solche Verhaltensweisen beobachten.
Elmar Mai ist Garten-Experte in der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
Bienen sichern nicht nur Ernten durch Bestäubung. In den Mangroven vor Kenias Küste übernehmen sie eine besondere Rolle. Wie ihr Einsatz dort Mensch und Natur gleichermaßen schützt.
20.05.2026 | 3:38 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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