Trendgetränk alkoholfreies Bier:Bier ohne Alkohol: Gesunder Durstlöscher oder Kalorienbombe?
von Kai Witvrouwen
Alkoholfreies Bier wird immer beliebter. Wie viel Alkohol trotz des Begriffs "alkoholfrei" enthalten sein darf, welche Unterschiede im Geschmack bestehen und wie gesund es ist.
Zum Fußball gehört für viele ein Bier - immer öfter alkoholfrei. Doch wie wird es gebraut, und stimmt "ohne Alkohol“ wirklich? Ein Blick auf einen wachsenden Trend.
18.06.2026 | 2:44 minAlkoholfreie Biere und Mischgetränke zählen zu den größten Wachstumstreibern auf dem deutschen Biermarkt. Laut Deutschem Brauer-Bund und Zahlen des Marktforschungsunternehmens NielsenIQ überschritt ihr Umsatzanteil im Handel 2025 erstmals die Marke von zehn Prozent.
Unterschied: 0,0 Prozent vs. alkoholreduziert
Im Getränkemarkt findet man heute oft zwei Varianten des alkoholfreien Bieres, die unterschiedlich hergestellt werden.
Bei alkoholreduzierten Bieren verbleibt durch die sogenannte gestoppte Gärung oft ein Alkoholgehalt bis 0,5 Prozent. Auch ein Teil des von der Hefe noch nicht vergorenen Zuckers, darunter Malzzucker, bleibt im Bier zurück. "Die Biere haben die Charakteristik, dass sie - dadurch, dass eben noch viel Malzzucker drin ist - relativ süßlich sind", erklärt Biersommelière Nina Witzemann aus Albstadt in Baden-Württemberg.
Bei Null-Prozent-Bieren wird das Bier vollständig gebraut, der entstandene Alkohol hinterher entzogen. Gerade bei leichten Bieren wie dem Pils ist die vollständige Gärung mit anschließendem Alkoholentzug von Vorteil, weil der für den Bierstil typische trockene und wenig süße Geschmack erhalten bleibt. Witzemann sagt dazu: "Das lässt das Ganze dann ziemlich nah an das herankommen, was man so kennt."
Der Umgang mit Alkohol verändert sich in Deutschland. Viele - gerade Jüngere - verzichten einer Umfrage zufolge ganz oder teilweise darauf. Hoch im Kurs sind alkoholfreier Sekt und Wein.
21.01.2026 | 2:01 minDas gesunde Gegenstück zu Softdrinks?
Ohne den schädlichen Alkohol zeige das Bier als Naturprodukt seine Vorteile. Laut Ernährungswissenschaftler Jan Frank von der Universität Hohenheim enthalte es Mineralstoffe und Vitamine. Dazu gehören etwa Vitamin B2, B6, Magnesium und Kalium.
Im Vergleich zu Limonaden und Softdrinks überzeuge das alkoholfreie Bier außerdem durch seinen geringen Zuckergehalt.
Oft ist auch die Rede von einer isotonischen Wirkung des Getränks, also einer Konzentration gelöster Stoffe, die dem des Blutplasmas ähnlich ist, was zu einer schnelleren Aufnahme von Mineralstoffen führe. "Natürlich schwanken die Gehalte in den alkoholfreien Bieren und sie sind nie genauso wie im Blut", sagt Jan Frank. Deswegen seien sie, so erklärt er, nie zu 100 Prozent isotonisch. Für einzelne Mineralstoffe könne aber zumindest eine ähnliche Größenordnung vorliegen.
Ballaststoffe stecken nicht mehr nur in Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten, sondern auch in speziellen Limonaden. Was in den Getränken steckt und ob sie ernährungsphysiologisch sinnvoll sind.
16.04.2026 | 4:11 minVorsicht bei Suchterkrankungen
Menschen, die von einer Alkoholsucht betroffen sind oder nüchtern leben, sollten bei alkoholreduzierten und alkoholfreien Biersorten wachsam sein.
Für Alkoholsüchtige ist einfach der Biergeschmack schon das Problem, sodass hier auch das komplett alkoholfreie Bier eigentlich zu meiden ist.
Prof. Dr. Jan Frank, Ernährungswissenschaftler, Universität Hohenheim
Der Genuss könne zu erneutem Suchtverhalten verleiten, gibt Frank zu bedenken.
Rund 44.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich durch Alkoholkonsum. Experten fordern nun, die Steuern auf Alkohol zu erhöhen.
16.04.2026 | 0:20 min0,5-Prozent-Alkoholanteil: Was macht es aus?
Wer noch fahren muss, entscheidet sich oft für alkoholfreies Bier. Die geringe Restmenge an Alkohol, die sich in manchen alkoholreduzierten Sorten befindet, ist jedoch unbedenklich. Laut einer Studie der Universität Freiburg bleibt die Blutalkoholkonzentration selbst nach 1,5 Litern alkoholfreiem Bier mit maximal 0,0056 Promille weit unter der erlaubten Grenze.
Für Schwangere gelte: "Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift hier zu den 0,0 Prozent Varianten", rät Frank.
Sucht bei Frauen ist hochtabuisiert - und Sucht bei Müttern fast unsichtbar. In einer Einrichtung in Bayern sollen Mütter lernen, ein Leben ohne Sucht aufzubauen.
02.01.2026 | 7:52 minAlkoholfrei ist nicht gleich alkoholfrei
Verbraucherschützer fordern schon seit Jahren genauere Begriffe für Getränke bis 0,5 Prozent Alkohol wie etwa "alkoholarm" oder "mit wenig Alkohol". Laut Gesetz darf ein Getränk in Deutschland "alkoholfrei" genannt werden, wenn die Menge von 0,5 Volumenprozent nicht überschritten wird.
Kai Witvrouwen ist Redakteur im ZDF-Landesstudio Baden-Württemberg.
Alkoholkonsum endet in Deutschland seltener im Krankenhaus: Vor allem bei Jugendlichen zeigt sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts ein deutlicher Rückgang.
11.02.2026 | 0:21 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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