Ballaststoffe im Getränk: "High Fiber"-Trend im Gesundheitscheck

Ballaststoffe in Softdrinks:Wie gesund sind Getränke mit zugesetzten Ballaststoffen?

von Cornelia Petereit

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Fibermaxxing hat das Ziel, möglichst viele Ballaststoffe in die tägliche Ernährung einzubauen. Sogar Softdrinks werden damit versetzt. Doch wie sinnvoll ist der Trend tatsächlich?

Eine Limo wird in ein Glas gegossen.

Ballaststoffe sind nicht mehr nur in Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten enthalten, sondern inzwischen auch in speziellen Limonaden. Was in den Getränken steckt und ob sie ernährungsphysiologisch sinnvoll sind.

16.04.2026 | 4:11 min

"High Fiber", "präbiotisch", "gut für den Darm" - mit diesen Versprechen werden immer mehr Softdrinks beworben. Zugesetzte Ballaststoffe sollen die klassischen Erfrischungsgetränke gesünder wirken lassen. Die Verbraucherzentrale Bayern hat stichprobenartig überprüft, was an den Werbeversprechen dran ist.


Was ist dran an den Gesundheitsversprechen?

Verbraucherschützerin Jutta Saumweber verweist darauf, dass sogenannte Health Claims wie "Gut für die Darmflora", "Unterstützt die Verdauung" oder "Füttert Dein Mikrobiom" für Ballaststoffe im Allgemeinen nicht zugelassen sind. Nur für Ballaststoffe, deren Nutzen wissenschaftlich belegt ist, wie beispielsweise Weizenkleiefasern, seien laut EU-Verordnung bestimmte Claims zulässig, erklärt die Ökotrophologin.

Gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln müssen für den jeweiligen Ballaststoff auch ausdrücklich zugelassen sein.

Jutta Saumweber, Diplom-Ökotrophologin, Verbraucherzentrale Bayern

Auch Aussagen darüber, dass man mit einem Lebensmittel Krankheiten wie beispielsweise Diabetes Typ 2, Fettstoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen behandeln oder lindern könne, seien "grundsätzlich unzulässig", betont Saumweber. Die Verbraucherzentrale geht bei Verstößen rechtlich gegen die Hersteller vor.

Eine Getränkedose mit einem Softdrink und zahlreiche Zuckerwürfel liegen auf einem Tisch.

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Laut Verbraucherzentrale enthalten die untersuchten Softdrinks durchschnittlich sieben Gramm an zugesetzten Ballaststoffen, unter anderem Inulin, Dextrine oder Akazienfasern.

Ziel der Hersteller sei, verschiedene Vorzüge gleichzeitig zu bewerben: einerseits die leichte Konsumierbarkeit der Getränke, andererseits der gesundheitliche Vorteil durch Ballaststoffe. Die Gesundheitsversprechen seien aber nicht immer ausreichend belegt und manchmal rechtlich problematisch, so die Verbraucherschützer.

Darüber hinaus werden den Softdrinks laut Herstellerangaben teilweise Apfelessig, Probiotika oder Calcium zugesetzt. Auch hier sei der gesundheitliche Nutzen der Zutaten nicht immer wissenschaftlich nachgewiesen.


Ballaststoffreiche Ernährung schützt vor Krankheiten

Ballaststoffe, wie sie natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen, hätten - im Gegensatz zu zugesetzten - Vorteile für die Gesundheit, betont Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V.. Besonders Ballaststoffe aus Vollkorn wirkten sich positiv auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck aus, könnten den Cholesterinspiegel günstig beeinflussen, die Verdauung fördern und die Mikroorganismen im Darm mit Nährstoffen versorgen.

Ballaststoffe können sogar Dickdarmkrebs vorbeugen.

Silke Restemeyer, Diplom-Ökotrophologin, Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.

Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst oder Gemüse enthielten zudem weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

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Nachteile mit Ballaststoffen angereicherter Getränke

Laut Ökotrophologin Jutta Saumweber enthalte eine Getränkedose je nach Hersteller durchschnittlich sieben Gramm Ballaststoffe. Allerdings sei nicht bewiesen, ob "Ballaststoffe aus Getränken dem Mikrobiom des Darms überhaupt zuträglich sind", so die Verbraucherschützerin.

Zudem seien in den hochverarbeiteten Erfrischungsgetränken Süß- oder Zuckeraustauschstoffe enthalten, die bei größeren Mengen zu Blähungen oder Durchfall führen könnten, warnt Saumweber. Im Vergleich zu herkömmlichen Softdrinks oder Mineralwasser seien sie mit durchschnittlich etwa fünf Euro pro Liter auch deutlich teurer und würden die Menge an Müll erhöhen.

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Natürliche Ballaststoffe halten länger satt

Laut DGE sollen Erwachsene etwa 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich nehmen, idealerweise aus verschiedenen Quellen, so Restemeyer: "Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse oder Vollkornprodukte liefern unterschiedliche Arten an Ballaststoffen." Laut der Nationalen Verzehrstudie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat nehmen Frauen durchschnittlich nur etwa 18 Gramm, Männer 19 Gramm zu sich. Dabei haben natürliche Ballaststoffe auch positive Wirkungen auf das Essverhalten.

Ballaststoffe müssen gründlicher gekaut werden, dadurch stellt sich das Sättigungsgefühl schneller ein - man isst weniger.

Silke Restemeyer, Diplom-Ökotrophologin

Außerdem halte das Sättigungsgefühl länger an und als Folge könne das Gewicht gehalten oder sogar leichter gesenkt werden, unterstreicht Restemeyer.

Tipps für Ballaststoffe im Alltag




Umstellung auf eine natürliche ballaststoffreiche Ernährung

Die Ernährung sollte man langsam auf ballaststoffreiches Essen umstellen. Ballaststoffreiche Produkte sind gedämpft leichter verdaulich als roh. Körner sind gemahlen meist besser verträglich. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, damit die Ballaststoffe aufquellen können.

Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 16.04.2026 ab 09:05 Uhr.

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