Saubere Hände, weniger Krankheiten:Hände waschen, aber richtig! So geht gute Händehygiene
von Luisa Luckhaupt
Hände sind ständig im Einsatz und dadurch Hauptüberträger für Keime. Richtiges Händewaschen zum Schutz ist also wichtig. Doch wie viel ist wirklich nötig und was wird überbewertet?
Regelmäßiges Händehygiene ist wichtig - trotzdem klappt das bei vielen Kindern nicht besonders gut. Wie Kinder lernen, richtig Hände zu waschen und Eltern mit ihnen üben können.
06.05.2026 | 4:19 minTürklinken, Smartphones, Geld, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln: Hände kommen täglich mit unzähligen Oberflächen in Kontakt. Dabei nehmen sie Keime auf und geben sie weiter - meist unbemerkt. Wichtig ist daher die regelmäßige und richtige Händehygiene. Worauf man beim Händewaschen achten sollte: Häufige Fragen und Antworten im Überblick.
Handy und Tablet sind unsere täglichen Begleiter und überall mit dabei. Wie stark sind sie mit Keimen belastet? Eine Probe im Labor gibt Aufschluss.
29.08.2025 | 5:52 minWarum ist Händehygiene im Alltag notwendig?
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird ein großer Teil von Infektionskrankheiten durch die Hände übertragen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife schützt vor Ansteckung. Doch das wird laut Christiane Bornmüller, Diplom-Biologin am Gesundheitsamt Mainz-Bingen, oft unterschätzt.
Keiner denkt daran, dass eine so einfache Methode wie Händewaschen einen so großen Effekt hat.
Christiane Bornmüller, Präventionsteam Gesundheitsamt Mainz-Bingen
Sie weiß aus Erfahrung, dass Händewaschen zur Krankheitsprävention im Alltag oft vernachlässigt wird. Häufige Fehler: zu kurz, ohne Seife oder einfach zwischendurch vergessen.
Dabei schützt Händehygiene nicht nur den Einzelnen, sondern auch das Umfeld. Jede Infektion, die verhindert wird, entlastet Arztpraxen und Krankenhäuser. Regelmäßiges Händewaschen ist somit eine einfache Maßnahme mit großer Wirkung.
Wann sollte man sich die Hände waschen?
Besonders wichtig ist Händewaschen immer dann, wenn Keime leicht übertragen werden können. Die Hände gründlich zu waschen ist vor allem notwendig, wenn man nach Hause kommt, nach dem Toilettengang, vor dem Kochen und Essen, aber auch nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen sowie nach dem Kontakt mit Müll, Tieren oder kranken Menschen.
Wie wäscht man sich die Hände richtig?
Gründlichkeit ist entscheidend. Hände unter fließendem Wasser anfeuchten, ausreichend Seife verwenden und diese 30 Sekunden einreiben. Nicht zu vernachlässigen, aber oft vergessen sind Handrücken, Fingerzwischenräume und Daumen. Danach die Seife gründlich abspülen und die Hände gut abtrocknen.
Die Wassertemperatur spielt beim Händewaschen eine untergeordnete Rolle: Lauwarm ist angenehm, aber nicht hygienischer als kaltes Wasser.
Hygiene zur Erkältungszeit:Desinfektionsmittel: Wie viel ist zu viel?
Reicht Wasser allein aus?
Wasser allein reicht nicht aus. Es entfernt zwar sichtbaren Schmutz, aber viele Keime bleiben haften. Erst Seife löst Fett und Schmutz, in denen sich Krankheitserreger festsetzen. Ist keine Seife vorhanden, sollte man dennoch mit Wasser einen Teil der Erreger entfernen.
Für unterwegs kann ein Händedesinfektionsmittel hilfreich sein. Es sollte mindestens 60 Prozent Alkohol enthalten. Trotzdem gilt: Wann immer möglich, ist gründliches Händewaschen mit Seife die wirksamere und hautschonendere Lösung.
Sehr häufiges Waschen und/oder Desinfizieren kann die Haut austrocknen und reizen. Die natürliche Schutzbarriere wird geschädigt, Keime können leichter eindringen. Deshalb gilt: Händedesinfektion nur gezielt einsetzen. Im Alltag reicht normales, aber gründliches Händewaschen völlig aus.
Ist die Haut gereizt und sogar rissig, sollte man auf eine milde Seife zurückgreifen und nach dem Waschen eine pflegende Handcreme nutzen, um die Hautbarriere stabil zu halten. Auch bei trockener Haut, im Winter oder bei sehr häufiger Händehygiene ist das wichtig.
Immer mehr Bakterien sind gegen Antibiotika resistent. Das gefährdet Millionen Menschenleben - jedes Jahr.
21.08.2025 | 7:10 minSind antibakterielle Seifen notwendig?
Der Begriff antibakteriell klingt nach extra Schutz, nötig ist er im Alltag aber nicht. Studien zeigen, dass normale Seife Keime zuverlässig entfernt, wenn die Hände damit richtig gewaschen werden. Antibakterielle Zusätze bieten im privaten Gebrauch keinen nachweisbaren Vorteil. Im Gegenteil: Sie können die Haut reizen und die Umwelt belasten.
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04.05.2026 | 5:16 minWie wichtig ist das Abtrocknen?
Das Abtrocken der Hände wird oft unterschätzt, ist aber sehr wichtig. Feuchte Hände übertragen Keime leichter als trockene, da sich Erreger auf glatter, feuchter Oberfläche besser verteilen können. Am besten eignen sich saubere Handtücher oder Einmalhandtücher zum Abtrocknen.
Warum ist Händehygiene für Kinder besonders wichtig?
Kinder erkunden die Welt mit ihren Händen und fassen sich häufig ins Gesicht. Gleichzeitig ist ihr Immunsystem noch nicht ausgereift. Umso wichtiger ist es, ihnen die Bedeutung des Händewaschens früh und altersgerecht zu vermitteln.
Das Verhalten des Händewaschens ist nicht angeboren. Kinder müssen eine Routine lernen.
Christiane Bornmüller, Präventionsteam Gesundheitsamt Mainz-Bingen
Erziehende sollten am Anfang immer dabei sein, so Bornmüller. Sie weiß: Früh gelernte Routinen beim Händewaschen helfen, Infektionen vorzubeugen und bleiben oft ein Leben lang bestehen.
Kinder orientieren sich stark am Verhalten der Erwachsenen. Wer Händehygiene vorlebt, legt den Grundstein für gesunde Routinen. Mit folgenden Tipps kann man Kinder einfach und spielerisch zum Händewaschen animieren:
- gemeinsam Händewaschen
- feste Routinen etablieren, zum Beispiel vor dem Essen
- mit Liedern die richtige Dauer vermitteln
- bunte Seifen oder Schaumseife benutzen
- Kinder loben statt ermahnen
- Geduld haben: Gewohnheiten brauchen Zeit
Tipps gegen Viren und Bakterien:Wie hygienisch sind öffentliche Toiletten?
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