Starke Venen für gesunde Beine:Krampfadern vermeiden: Geht das?
von Caroline Beyer-Enke
Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern auch ein Gesundheitsrisiko. Wie Sie Varizen vorbeugen können und wann vorhandene Krampfadern entfernt werden müssen.
Dauersitzen, langes Stehen, hohe Schuhe, zu wenig Bewegung – all das schwächt die Venen. Die Folge können Krampfadern sein. Tipps, wie man vorbeugen kann.
17.04.2026 | 5:05 minMehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Krampfadern, medizinisch Varizen. Vor allem Frauen ab dem 40. Lebensjahr sind davon betroffen. Treten Beschwerden wie schwere Beine oder Hautveränderungen auf, sei eine Untersuchung unerlässlich, sagt Jochen Peter vom Venenzentrum Wiesbaden.
Wenn die Beine schmerzen, anschwellen, jucken oder sich warm anfühlen, muss das medizinisch abgeklärt werden.
Dr. Jochen Peter, Gefäßchirurg
Das sei wichtig, um gefährliche Komplikationen wie Venenentzündung, Thrombosen oder offene Hautstellen zu verhindern, erklärt der Gefäßchirurg.
Wie Krampfadern entstehen
Ursache von Krampfadern ist meist eine vererbte Bindegewebsschwäche, verbunden mit schwachen Venenwänden. Schließen die Venenklappen, die das Blut Richtung Herzen transportieren, nicht mehr richtig, staut sich das Blut in den Venen.
Mit der Zeit bilden sich Krampfadern, die als geschlängelte, bläuliche Venen unter der Haut deutlich sichtbar werden. Im fortgeschrittenen Stadium können sie als wulstige, knotige Venen hervortreten. Im Alter werden Krampfadern ausgeprägter, weil die Venenwände an Elastizität verlieren.
Nach einem heftigen Aufprall entsteht bei Outi eine starke Schwellung im Bein. Der steigende Druck in ihrem Unterschenkel führt zu einem Kompartmentsyndrom, das sofort behandelt werden muss.
06.02.2026 | 5:12 minRisikofaktoren begünstigen die Entstehung von Krampfadern. Dazu gehören hormonelle Veränderungen, etwa durch Schwangerschaft, Antibabypille oder Wechseljahre. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel spielen eine Rolle. Doch da könne man mit dem eigenen Verhalten vorbeugen, sagt Peter.
Was Krampfadern verstärkt
Langes Stehen oder Sitzen fördert Krampfadern, weil bei fehlender Bewegung die Muskelpumpe in den Waden nicht aktiviert wird. Undichte Venenklappen sorgen außerdem dafür, dass das Blut in den Beinvenen regelrecht "versackt". Besonders ungünstig ist das häufige Tragen hoher Absätze, wodurch die Muskelpumpe in den Waden gehemmt wird.
Wärme erweitert die Venen und behindert den Blutrückfluss. Bei entsprechender Veranlagung können Sauna, heiße Bäder, Fußbodenheizung und intensive Sonneneinstrahlung die Bildung von Krampfadern begünstigen.
Krampfadern vorbeugen
Im Anfangsstadium lassen sich Krampfadern mit konservativen Maßnahmen noch gut behandeln. Fußwippe und Zehenkreisen im Sitzen oder auf der Stelle treten aktiviert die Muskelpumpe in den Waden - einfache Maßnahmen, die jeder regelmäßig anwenden kann. Auch Laufen hat diesen Effekt.
Das A und O gegen Krampfadern ist, den Blutfluss zu aktivieren.
Dr. Jochen Peter, Gefäßchirurg
Regelmäßige kalte Duschen vom Knöchel aufwärts bis zur Hüfte und wieder zurück zum Fuß ziehen die Venenwände zusammen und fördern die Durchblutung.
Bei einem Lipödem sammelt sich übermäßiges Fettgewebe an Beinen, Hüften und Armen krankhaft an. Eine Fettabsaugung kann helfen, galt bisher aber oft als Selbstzahler-Eingriff.
06.01.2026 | 5:11 minVenen mit Druck unterstützen
Kompressionsstrümpfe sind die Basis jeder Venenbehandlung. Durch die Strümpfe werden die Venen zusammengedrückt, sodass die Venenklappen besser schließen - der Blutfluss verbessert sich.
Werden Kompressionsstrümpfe täglich getragen, lassen Schweregefühl und Schmerzen in den Beinen deutlich nach. Eingelagertes Wasser (Ödeme) reduziert sich, was geschwollene Beine dünner macht.
Wann eine Behandlung sinnvoll ist
Bei anhaltenden Beschwerden kann es sinnvoll sein, krankhafte Venen zu entfernen oder zu veröden, um schwerwiegende Folgen zu verhindern.
Das gestaute Blut kann dazu führen, dass es zu Hautschäden und offenen Wunden kommt.
Dr. Jochen Peter, Gefäßchirurg
Akute Folgen seien oberflächliche Venenentzündungen, die zu tiefen Beinvenenthrombosen führen können - sehr selten auch zu einer Lungenembolie. Laut Jochen Peter ist es daher unerlässlich, Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium zu entfernen.
Beim Lymphödem kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung in den Extremitäten, die zu Schwellungen führt. Welche Behandlungsmöglichkeiten helfen.
06.03.2025 | 5:11 minWie Krampfadern entfernt werden
Das klassische "Stripping", das Herausziehen der erweiterten Venen, ist nach wie vor der Goldstandard. Daneben kommen heute moderne, minimalinvasive Verfahren wie Laser- oder Radiofrequenztherapie zum Einsatz. Sie sind in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Einige übernehmen die Kosten im Rahmen von Zusatzverträgen bei medizinischer Notwendigkeit. Die Eingriffe werden meist ambulant durchgeführt.
Krampfadern minimalinvasiv behandeln
Bei thermischen Verfahren werden die Venen von innen durch Hitze verschlossen: Bei der Lasertherapie wird eine Laserfaser in die betroffene Vene eingeführt, bei der Radiofrequenztherapie wird die Vene über eine Sonde mithilfe von Radiowellen verschlossen. Die Eingriffe erfolgen unter örtlicher Betäubung.
Zu den nicht-thermischen Verfahren zählen Venenkleber, wobei der Kleber mittels Katheter in die Vene gespritzt wird und sie verschließt. Bei der mechanisch-chemischen Ablation wird die Vene durch ein injiziertes Verödungsmittel verschlossen.
Sie wird oft bei kleineren Krampfadern und Besenreisern angewandt, eignet sich aber auch für die Behandlung der großen Hauptvenen (Stammvenen). Hier wird ein Verödungsmittel als Schaum in die Vene gespritzt.
Mit dieser Methode entfernt der Arzt durch sehr feine Stiche oberflächliche Seitenastkrampfadern. Für die tiefer liegenden Stammvenen ist die Behandlung nicht geeignet.
Wenn auf einmal jeder Schritt zur Qual wird, kann es sich um die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) handeln. Unentdeckt kann die Krankheit gefährlich werden.
03.06.2024 | 5:10 minKrampfadern können wiederkommen
Da ein Eingriff nicht die eigentliche Ursache behebt, können neue Krampfadern auftreten.
Auch nach einer Operation sollten Betroffene versuchen, venenfreundlich zu leben.
Dr. Jochen Peter, Gefäßchirurg
Wichtig sei, alles zu vermeiden, was den Blutfluss stört. Das verringere das Rückfallrisiko, so der Gefäßchirurg. Venenfreundlich bedeutet: Wer lange sitzen muss, sollte versuchen, die Beine immer wieder hochzulegen. Das erleichtert den Blutrückfluss zum Herzen.
Wer außerdem Übergewicht abbaut, auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achtet und sich regelmäßig bewegt, könne eine Verschlimmerung von Krampfadern hinauszögern, sagt Jochen Peter.
Bis zu 90 Prozent der Frauen sind von Cellulite betroffen - ein ganz natürliches und weit verbreitetes Phänomen. Angesichts der Vielzahl an Wundermitteln stellt sich die Frage: Was hilft wirklich?
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