Krampf-Adern vermeiden - geht das?
von Caroline Beyer-Enke
Quelle: Imago / Panthermedia
Krampf-Adern sind nicht nur ein Schönheits-Problem.
Sie sind auch schlecht für die Gesundheit.
Dieser Text erklärt, wie Sie Krampf-Adern vorbeugen können.
Dieser Text erklärt auch wie Krampf-Adern behandelt werden.
Wann Sie mit Krampf-Adern zum Arzt gehen müssen
Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland haben Krampf-Adern.
Krampf-Adern betreffen besonders Frauen ab 40 Jahren.
Die Beine tun weh oder die Haut verändert sich.
Ein Arzt sollte das dann untersuchen.
Das sagt Jochen Peter vom Venen-Zentrum Wiesbaden.
Jochen Peter ist ein Arzt für Gefäße.
Er sagt: "Wenn die Beine schmerzen, anschwellen, jucken oder sich warm anfühlen, müssen Ärzte das medizinisch abklären."
Das ist wichtig, damit das keine schlimmen Folgen hat.
Zum Beispiel:
- Venen-Entzündung
- Thrombose (Blut-Gerinnsel in der Vene)
- Offene Wunden an der Haut
Wie Krampf-Adern entstehen
Meistens entstehen Krampf-Adern, weil das Binde-Gewebe schwach ist.
Das ist oft erblich.
Auch die Venen-Wände sind dann schwach.
Die Venen-Klappen in den Beinen transportieren das Blut zum Herzen.
Wenn diese Klappen nicht mehr dicht sind, staut sich das Blut in den Venen.
Mit der Zeit bilden sich Krampf-Adern.
Man sieht sie als blaue, geschlängelte Venen unter der Haut.
Später können sie dick und knotig werden.
Im Alter werden Krampf-Adern schlimmer.
Das liegt daran, dass die Venen-Wände weniger elastisch werden.
Manche Dinge machen Krampf-Adern schlimmer.
Zum Beispiel:
- weil sich Hormone verändern (durch Schwangerschaft, durch die Pille oder in den Wechsel-Jahren)
- wenn Sie Über-Gewicht haben
- wenn Sie sich zu wenig bewegen
Jochen Peter sagt: Dagegen können Sie selbst etwas tun, um vorzubeugen.
Was Krampf-Adern verstärkt
Wer lange steht oder sitzt, bekommt leichter Krampf-Adern.
Denn die Muskel-Pumpe in den Waden funktioniert nicht.
Die Muskel-Pumpe hilft, das Blut zum Herzen zu pumpen.
Wenn die Venen-Klappen undicht sind, bleibt das Blut in den Bein-Venen.
Es ist auch schlecht, häufig hohe Absätze zu tragen.
Das bremst die Waden-Muskel-Pumpe.
Rauchen schadet den Gefäß-Wänden.
Sie werden weniger elastisch.
Das Blut kann dann nicht mehr richtig durchfließen.
Es können sich Blut-Gerinnsel in den oberflächlichen Gefäßen bilden.
Alkohol erweitert die Blut-Gefäße.
Dadurch können Krampf-Adern schlimmer werden.
Auch Wärme erweitert die Venen.
Wenn Sie eine Veranlagung haben, können folgende Dinge Krampf-Adern verstärken:
- Sauna
- heiße Bäder
- Fußboden-Heizung
- starke Sonne
Krampf-Adern vorbeugen
Wenn Krampf-Adern noch nicht so schlimm sind, können Sie selbst etwas machen.
Sie können zum Beispiel regelmäßig:
- die Füße wippen
- die Zehen kreisen lassen
- auf der Stelle treten
Diese Übungen aktivieren die Waden-Muskel-Pumpe.
Auch wenn Sie laufen, hilft das auch.
Jochen Peter sagt:
"Wichtig gegen Krampf-Adern ist, den Blut-Fluss zu aktivieren."
Auch regelmäßige kalte Duschen sind gut.
Man duscht von den Knöcheln bis zur Hüfte und wieder zurück zum Fuß.
Das zieht die Venen-Wände zusammen und fördert, dass das Blut durchfließt.
Venen mit Druck unterstützen
Kompressions-Strümpfe sind sehr wichtig, wenn man die Venen behandelt.
Die Strümpfe drücken die Venen zusammen. So schließen die Venen-Klappen besser.
Das Blut fließt besser.
Wenn man Kompressions-Strümpfe jeden Tag trägt, werden die Beine leichter.
Die Schmerzen werden weniger.
Auch das Wasser in den Beinen wird weniger.
Das macht geschwollene Beine dünner.
Wann es sinnvoll ist, Krampf-Adern zu behandeln
Die Beschwerden bleiben.
Dann kann es gut sein, kranke Venen zu entfernen oder zu veröden.
Das verhindert schlimme Folgen.
Jochen Peter sagt:
"Das gestaute Blut kann die Haut schädigen und offene Wunden entstehen lassen."
Schlimme Folgen können sein:
- oberflächliche Venen-Entzündungen
- tiefe Bein-Venen-Thrombosen, die sehr selten auch zu einer Lungen-Embolie führen können.
Die Krampf-Adern sind schon weit fortgeschritten.
Dann ist es wichtig, sie zu entfernen.
Das sagt Jochen Peter.
Wie Ärzte Krampf-Adern entfernen
Das klassische "Stripping" ist immer noch die beste Methode.
Stripping bedeutet, dass die erweiterten Venen herausgezogen werden.
Es gibt auch moderne, kleinere Eingriffe.
Zum Beispiel:
- Laser-Therapie. Das ist eine Behandlung mit Laserlicht.
- Radiofrequenz-Therapie. Das ist eine Behandlung mit Radio-Wellen.
Die gesetzlichen Kranken-Kassen bezahlen diese Behandlungen meistens nicht.
Manche Kassen übernehmen die Kosten, wenn es medizinisch notwendig ist.
Das geht dann über Zusatz-Verträge.
Die Ärzte machen die Eingriffe meistens ambulant.
Das bedeutet: Man kann danach wieder nach Hause gehen.
Krampf-Adern minimal-invasiv behandeln
Thermische Verfahren
Bei diesen Verfahren verschließt man die Venen von innen mit Hitze.
- Bei der Laser-Therapie führt man eine Laser-Faser in die kranke Vene ein.
- Bei der Radiofrequenz-Therapie verschließt man die Vene mit Radio-Wellen über eine Sonde.
Die Ärzte machen die Eingriffe mit örtlicher Betäubung.
Nicht-thermische Verfahren
Hierzu gehören:
- Venen-Kleber: Ärzte spritzen den Kleber mit einem Katheter in die Vene und verschließen sie.
Ein Katheter ist ein dünner Schlauch, der in den Körper eingeführt wird.
- Mechanisch-chemische Ablation: Ärzte verschließen die Vene mit einem Verödungs-Mittel.
Ablation bedeutet hier, dass das Gewebe zerstört wird.
Schaum-Sklerosierung
Diese Methode nutzt man oft bei kleineren Krampf-Adern und Besenreisern.
Sie ist aber auch gut für die großen Haupt-Venen.
Hier spritzt man ein Verödungs-Mittel als Schaum in die Vene, um sie zu verschließen.
Mikro-Phlebektomie
Bei dieser Methode entfernt der Arzt oberflächliche Seitenast-Krampf-Adern durch sehr feine Stiche.
Mikro-Phlebektomie ist ein Verfahren, bei dem kleine Krampf-Adern durch winzige Schnitte entfernt werden.
Für die tiefer liegenden Haupt-Venen ist diese Behandlung nicht geeignet.
Krampf-Adern können wiederkommen
Ein Eingriff behebt nicht die eigentliche Ursache der Krampf-Adern.
Deshalb können neue Krampf-Adern entstehen.
Jochen Peter sagt:
"Auch nachdem man operiert wurde, sollten Betroffene versuchen, venen-freundlich zu leben."
Es ist wichtig, alles zu vermeiden, was den Blut-Fluss stört.
Das verringert das Risiko, dass Krampf-Adern wiederkommen.
Venen-freundlich leben bedeutet:
Wer lange sitzen muss, sollte die Beine immer wieder hochlegen.
Das hilft dem Blut, zum Herzen zurückzufließen.
Sie können verhindern, dass Krampf-Adern schlimmer werden, indem Sie Folgendes tun:
- Über-Gewicht abbauen
- sich gesund ernähren
- regelmäßig Sport machen
Das sagt Gefäß-Arzt Jochen Peter.