Vorsicht vor FSME und Borreliose:Wie Sie bei Zeckenstichen richtig handeln
von Nadine Braun und Kevin Schubert
Borreliose und FSME: Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Wie Sie sich effektiv vor Zecken schützen können und worauf Sie achten sollten, wenn Sie gestochen wurden.
Die Zeckenzeit wird länger und intensiver, Kliniken melden mehr FSME-Fälle. Was hinter der Entwicklung steckt und wie ernst die Folgen eines Stichs sein können.
08.04.2026 | 2:21 minWo muss ich auf Zecken achten?
Zur Jagd klettern Zecken auf Gräser und Büsche, so der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Dort lauern sie meistens auf Knie- bis Hüfthöhe. "Streift der Wirt die Zecke, greift sie sich blitzschnell mit den starken Krallen an ihren Vorderbeinen die Haut, das Fell oder die Kleidung und hält sich fest", so der NABU.
Aufpassen muss man dabei fast das ganze Jahr über:
Übrigens: Dass Zecken sich von Bäumen fallen lassen, ist ein Mythos - auch wenn sie bis zu 1,50 Meter hoch klettern können.
Spüre ich einen Zeckenstich?
Wenn sich Zecken an ihrem Wirt festgekrallt haben, suchen sie meistens eine Stelle mit dünner Haut und guter Durchblutung:
Den Stich selbst bemerkt man dabei oft nicht direkt, weil der Speichel von Zecken die Haut betäubt. Das macht Zeckenstiche gefährlich, denn: Je schneller man Zecken entfernt, desto geringer ist das Risiko, sich mit Krankheiten wie FSME oder Borreliose zu infizieren.
Zecke entdeckt - was nun? Wie man sie richtig entfernt, worauf man nach dem Stich achten sollte und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist. Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Gespräch.
08.04.2026 | 6:25 minWie entferne ich eine Zecke richtig?
Richtig:
- Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte verwenden
- Zecke möglichst nah am Kopf anfassen
- Tier langsam und gerade herausziehen
- Stich desinfizieren
Falsch:
- Hinterleib der Zecke quetschen
- Vermeintliche Tricks wie Öl, Nagellack, Alkohol oder Klebstoff verwenden: Sie lösen bei der Zecke einen Todeskampf aus, wodurch noch mehr Krankheitserreger in die Wunde gelangen können.
Wichtig:
- Stelle rund um den Stich einige Monate lang beobachten
- Zum Arzt gehen, wenn der Kopf der Zecke stecken bleibt, sich die Wunde entzündet oder rot wird
Zecken können ernsthafte Krankheiten wie FSME und Borreliose übertragen. Durch milde Winter und den Klimawandel beobachtet die Forschung in den letzten Jahren ein erhöhtes Zeckenaufkommen.
29.04.2025 | 4:59 minWas macht Zeckenstiche so gefährlich?
Die Spinnentiere können bei ihren Stichen gefährliche Krankheiten übertragen. Die häufigste ist dabei die Lyme-Borreliose, die - früh erkannt - in der Regel gut behandelt werden kann. Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, gibt es keine spezifische Therapie, aber eine Schutzimpfung, die je nach Alter alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden sollte.
Wo sind FSME-Risikogebiete?
Das Robert Koch-Insitut (RKI) veröffentlicht jährlich die aktuellen Risikogebiete in Deutschland, die Sie in unserer Karte sehen können. 2026 wurden der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) neu als FSME-Risikogebiete eingestuft.
ZDFheute Infografik
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Wo ist das Risiko für Borreliose besonders hoch?
Zecken, die Borreliose übertragen können, gibt es in allen Bundesländern. Allerdings müssen die Fälle nicht überall gemeldet werden.
Wie kann ich mich vor Zecken schützen?
Wer bei Ausflügen in die Natur die klassischen Jagd-Gebiete der Zecke meidet, also Unterholz und hohe Gräser, verringert das Risiko automatisch. Darüber hinaus ist lange Kleidung der beste Schutz, rät die Techniker Krankenkasse - am besten glatte Stoffe, da sie es Zecken schwerer machten, sich festzuhalten. Helle Stoffe helfen zudem, die dunklen Tiere zu entdecken, bevor sie auf die Haut krabbeln und stechen können.
Des Weiteren rät die Krankenkasse, nach Ausflügen alle Beteiligten - inklusive der Haustiere - gründlich auf Zecken zu untersuchen, besonders an den bevorzugten Stichstellen. Auch die Kleidung sollte sorgfältig abgesucht werden: Zecken können sogar einen Waschgang in der Waschmaschine überleben.
Auch manche Mücken-Abwehrmittel schützen gegen Zecken. Am effektivsten sind laut "Ärzteblatt" die Wirkstoffe Icaradin und DEET. Auch EBAAP wirkt, gilt jedoch als weniger effektiv. Pflanzliche Alternativen wie Kokosöl können Zecken ebenfalls abhalten, bieten aber nur einen vergleichsweise schwachen und kurzzeitigen Schutz.
Design im Auftrag des ZDF: Henning Bunzel
Infektion nach Zeckenstich:Borreliose: Wenn Bakterien krank machen
Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. April 2025 veröffentlicht und am 15. April 2026 aktualisiert.
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