Hantaviren: Was über Übertragung, Symptome, Risiken bekannt ist

FAQ

Nach Todesfällen auf Kreuzfahrtschiff:Was sind Hantaviren und wie gefährlich sind sie?

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Ein Hantavirus-Ausbruch auf einer Kreuzfahrt im Atlantik wirft Fragen auf. Ein Überblick über Symptome, Übertragung und die Infektionslage in Deutschland.

Kreuzfahrtschiff im Meer bei Sonnenschein

Auf einer Atlantik-Kreuzfahrt sind nach Angaben der WHO drei Menschen ums Leben gekommen - mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus. Weitere drei Personen seien infiziert.

04.05.2026 | 0:18 min

Auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" des niederländischen Unternehmens Oceanwide Expeditions haben offenbar Infektionen mit dem Hantavirus zu mehreren Todesfällen geführt.

Der Erreger, der in der Regel von infizierten Nagern auf Menschen übertragen wird, kann schwere Atemwegs- und Herzprobleme auslösen. Einen Impfstoff gibt es nicht, verfügbare Medikamente können nur die Symptome bekämpfen. Ein Überblick:

Was sind Hantaviren?

Es existieren zahlreiche Hantavirus-Typen, die sich in ihrer geografischen Verbreitung sowie im Krankheitsbild und ihrer Todesrate unterschieden. Nach Angaben des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) existiert ein einziger Hantavirus-Typ, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Allerdings sei dieser sehr selten.

Hantaviren gibt es auf allen Kontinenten. Der Name leitet sich ab von dem Fluss Hantan zwischen Nord- und Südkorea. Während des Korea-Kriegs Anfang der 50er Jahre waren mehr als 3000 Soldaten schwer an dem Virus erkrankt.

Wie werden Hantaviren übertragen?

Bei der Übertragung des Hantavirus auf den Menschen dienen infizierte wilde Nagetiere wie Mäuse oder Ratten als Zwischenwirt. Der Erreger ist in ihrem Speichel, Urin und Kot enthalten.

Menschen können sich durch den Biss eines infizierten Nagers, aber auch durch Körperkontakt, das Berühren von Ausscheidungen oder das Einatmen von kontaminiertem Staub infizieren. Dies kann etwa bei Aktivitäten im Wald, bei Feld- und Gartenarbeiten oder in Gebäuden passieren, die lange leer gestanden haben.

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) betont, dass die Viren in der Umwelt mehrere Wochen überdauern können und daher für eine Ansteckung kein direkter Kontakt mit infizierten Nagern notwendig ist. Hantieren im Keller oder Schuppen oder Umschichten von Feuerholz können beispielsweise zum Kontakt mit Hantaviren führen.

Laut dem RKI können Ansteckungen auch durch den Kontakt von verletzter Haut mit kontaminierten Materialien wie Staub oder durch den Verzehr von Lebensmitteln erfolgen, die mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert sind.

Wie ist die Infektionslage in Deutschland?

In Deutschland erkranken jährlich wenige Hundert Menschen an dem von Nagetieren übertragenen Virus. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es in den vergangenen 25 Jahren hierzulande nur einen Todesfall.

Wie lange ist die Inkubationszeit?

Die Inkubationszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen, in Ausnahmefällen vergehen auch nur fünf oder bis zu 60 Tage bis zum Auftreten von Symptomen.

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In Deutschland ist eine Hantavirus-Erkrankung meldepflichtig. Im Süden und Westen Deutschlands dient laut RKI die Rötelmaus als Zwischenwirt, in Nord- und Ostdeutschland wird die Brandmaus mit den Infektionen in Verbindung gebracht.

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden bei einer Hantavirus-Infektion beim Menschen können unterschiedlich stark ausfallen, in manchen Fällen ist die Erkrankung tödlich. In der Regel treten zuerst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf.

Wie gefährlich ist eine Infektion?

Das Risiko hängt vom Virustyp ab. Die zwei häufigsten durch Hantaviren ausgelösten Krankheiten sind das sogenannte Hantavirus-induzierte (kardio-)pulmonale-Syndrom (HPS bzw. HCPS) und das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS), bei dem auch Nierenprobleme bis hin zu Nierenversagen auftreten.

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Letzteres wird durch europäische und asiatische Virenstämme verursacht, das HPS oder HCPS hingegen durch Hantaviren aus Nord- und Südamerika. Infektionen mit den amerikanischen Virenstämmen können mit Komplikationen wie Lungenödemen und akutem Lungenversagen einhergehen.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC liegt die Todesrate bei Menschen, die nach einer Hantavirus-Infektion Atemwegsprobleme entwickeln, bei 38 Prozent. Laut der kanadischen Gesundheitsbehörde werden jährlich weltweit rund 200 Lungenerkrankungen durch das Hantavirus gemeldet, die meisten in Nord- und Südamerika.

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Quelle: AFP, KNA
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 04.05.2026 ab 9 Uhr.

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