Herzmuskelentzündung: Hohes Risiko bei verschleppter Erkältung

Verschleppte Erkältung, Grippe und Co.:Risiko Herzmuskelentzündung: Die unterschätzte Gefahr

von Tom Khazaleh

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Jedes Jahr erkranken Millionen Menschen an einer Erkältung oder Grippe. Daraus kann eine gefährliche Herzmuskelentzündung entstehen. Was Sie dazu wissen sollten.

Ein betroffener junger Mann, der eine Herzmuskelentzündung hatte.

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Wer kennt es nicht: Man ist leicht erkältet und geht dennoch zur Arbeit oder macht Sport. Doch wer einen Infekt nicht richtig auskuriert, der läuft Gefahr ihn zu "verschleppen". Die Infektion kann sich in die Länge ziehen und zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung führen, einer Myokarditis.

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Hohes Risiko für Herzmuskelentzündung bei körperlicher Belastung

Herzmuskelentzündungen werden in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst, unter anderem durch Erkältungs-, Grippe- oder Herpesviren. Nur selten sind bakterielle Infektionen, Autoimmunerkrankungen oder Medikamente die Auslöser, erklärt Mareike Eißmann, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie am Elisabeth Krankenhaus Essen.

Hat man eine geschwächte Abwehr, dann können sich die Viren besser ausbreiten und den Herzmuskel leichter erreichen.

Dr. Mareike Eißmann, Kardiologin

Sport oder anstrengende Arbeiten können den bereits angeschlagenen Körper zusätzlich schwächen, so Eißmann weiter. Das Risiko für eine Myokarditis steige daher, wenn man sich nicht schone.

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Unspezifische Symptome erschweren Diagnose

Eine Herzmuskelentzündung macht sich oft mit ähnlichen Symptomen wie eine Erkältung oder Grippe bemerkbar. Dazu zählen starke Müdigkeit, Fieber, Gliederschmerzen und Atemnot. Häufig bleibt eine Myokarditis daher unentdeckt und man spricht auch von einer stillen Gefahr.

Zusätzlich können Druck und Schmerzen in der Brust, Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen auftreten. Diese Beschwerden geben einen Hinweis darauf, dass mehr als ein gewöhnlicher Infekt vorliegen könnte.

Besteht der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung, kann diese mit verschiedenen Verfahren nachgewiesen werden. Neben einem Bluttest wird ein Elektrokardiogramm (EKG) durchgeführt, das Hinweise auf einen zu schnellen Herzschlag oder Herzrhythmusstörungen geben kann.

Eine Ultraschalluntersuchung liefert Auskunft über die Pumpleistung des Herzens, die durch eine Myokarditis eingeschränkt sein kann. Am zuverlässigsten ist eine Herzmuskelentzündung jedoch mittels Kernspintomografie (Kardio-MRT) zu erkennen. Hier sind Wassereinlagerungen am Herzmuskel, zerstörtes Gewebe oder Narbenbildungen in der Regel gut zu sehen.


Herzmuskelentzündung: Von unkompliziert bis lebensgefährlich

Eine Myokarditis verläuft individuell sehr unterschiedlich. Es gibt unkomplizierte Fälle, die kaum bemerkt werden und schnell wieder abklingen. Es kann aber auch zu lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen, einer Herzschwäche oder einem plötzlichen Herztod kommen.

Das Herzpflaster besteht aus Millionen von Zellen und soll helfen, die Herzfunktion bei schwerer Herzinsuffizienz zu verbessern. Die Operation erfolgt minimalinvasiv,

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Narbenbildung sei ein typisches Merkmal und entscheide über den Schweregrad der Erkrankung, sagt Eißmann.

Wir haben einen günstigen Verlauf, wenn wir keine Narbenbildung im Herzmuskel sehen und einen ungünstigeren bei klarer Narbenbildung.

Dr. Mareike Eißmann, Elisabeth Krankenhaus, Essen

Eine Narbenbildung am Herzmuskel führt dazu, dass die Leistungsfähigkeit des Herzens abnimmt und gefährliche Herzrhythmusstörungen entstehen können. Sehr kleine Narben lassen sich aber oft mit einem normalen Alltag vereinbaren, so die Kardiologin.

Vom plötzlichen Herztod spricht man, wenn eine vermeintlich gesunde Person aus heiterem Himmel einen tödlichen Herzstillstand erleidet. Oft hört man vor allem im Zusammenhang mit jungen Profisportlern, meist Fußballern, davon. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu etwa 65.000 bis 100.000 Fällen.

Ausgelöst wird der plötzliche Herztod fast immer durch Herzrhythmusstörungen. Bei etwa jedem Zehnten unter 35 Jahre ist eine Herzmuskelentzündung dafür verantwortlich.

Wichtigster Auslöser für einen plötzlichen Herztod ist jedoch die koronare Herzerkrankung, kurz KHK, bei der es zu verkalkten und verengten Herzkranzgefäßen kommt. Auch verschiedene Herzmuskel- oder Herzklappenerkrankungen sowie angeborene Herzfehler können die Ursache sein.


Wichtig bei Myokarditis: Körperliche Schonung

Die Therapie einer Herzmuskelentzündung ist individuell unterschiedlich und hängt vom Schweregrad sowie den Symptomen ab.

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Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland sind von einer koronaren Herzkrankheit betroffen. Ursache ist eine Arterienverkalkung in den Herzkranzgefäßen, die sich oft unbemerkt entwickelt.

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Am wichtigsten ist konsequente körperliche Schonung. Jede Anstrengung kann das geschwächte Herz weiter schädigen. Die Ruhephase kann für mehrere Wochen bis zu sechs Monate nötig sein.

Bei einer Myokarditis muss mit Sport und einem stressigen Job pausiert und eventuell auch mit bestimmten Alltagstätigkeiten ausgesetzt werden.

Dr. Mareike Eißmann, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

Außerdem können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Das körpereigene Abwehrsystem kann durch gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf gestärkt werden. Haben sich Herzrhythmusstörungen entwickelt, wird oft mit Betablockern behandelt, manchmal auch mit einem Herzschrittmacher.

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Erkältung und Grippe vollständig auskurieren

Ob eine Herzmuskelentzündung vollständig ausheilt, hängt vom Beginn der Therapie und dem Ausmaß der Narbenbildung ab. Entscheidend ist, wie konsequent der Betroffene seinen Körper schont.

Um die Gefahr einer Myokarditis zu minimieren, sollte jede Erkältung und jede Grippe vollständig auskuriert werden, rät Mareike Eißmann.

Bei einem normalen Infekt wartet man bis zur Beschwerdefreiheit plus drei Tage, bevor man wieder mit körperlicher Belastung beginnt.

Dr. Mareike Eißmann, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie

Vor allem sportliche Belastungen sollten dann langsam und über mehrere Wochen bis zum Ausgangsniveau gesteigert werden, so die Empfehlung der Kardiologin.

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