Magnesium-Präparate im Test: Ist die Nahrungsergänzung sinnvoll?

Nahrungsergänzung mit Magnesium:Öko-Test: Magnesium-Präparate häufig überdosiert und unnötig

Florence-Anne Kälble

von Florence-Anne Kälble

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Magnesiumpräparate boomen, doch wie sinnvoll sind sie wirklich? Öko-Test stellt in seiner Juni-Ausgabe fest, dass die Nahrungsergänzung in der Regel völlig unnötig ist.

"Mg" gelegt mit Magnesium-Tabletten

Öko-Test hat 28 Magnesiumpräparate getestet und dabei eine festgestellt, dass viele Präparate überdosiert sind. Außerdem gebe es nicht gesundheitsförderliche Zusatzstoffe. Wo sind die Gefahren?

04.06.2026 | 0:52 min

Für viele gesundheitsbewusste Menschen sind Nahrungsergänzungsmittel ein Thema. Am stärksten sind bei den Supplements Magnesiumpräparate vertreten. Sie machen laut Öko-Test gut 19 Prozent der meistverkauften Mineralstoffe und Vitamine aus. Öko-Test hat sich für die Juni-Ausgabe 28 Magnesium-Präparate mit wissenschaftlicher Unterstützung genauer angeschaut.


Magnesiumpräparate in der Regel unnötig

Jedes getestete Produkt wurde mit dem Stempel "unnötig" versehen und erhielt keine der für Öko-Test typischen Noten. Getestet wurden Präparate in Tabletten-, Kapsel- und Pulverform sowie Brausetabletten. Öko-Test betont, dass für gesunde Erwachsene die Einnahme von Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel in der Regel unnötig sei und gesunden Menschen keine Vorteile bringe.

Sehr viele Alltagslebensmittel enthielten reichlich Magnesium, sodass es bei normaler Ernährung nicht supplementiert werden müsse, so die Tester. Beispielhaft führten sie grünes Blattgemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Fisch, Milch, Espresso sowie Mineralwasser auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) konstatierte, dass "ein Magnesiummangel bei einer ausgewogenen Ernährung bei stoffwechselgesunden Personen relativ selten" ist.

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Einnahme von Magnesium ärztlich abklären lassen

Hingegen gebe es Ursachen, weshalb es trotz ausgewogener Ernährung zu einem Mangel kommen könne, so Öko-Test. Hier verwiesen die Tester auf bestimmte Erkrankungen, in deren Folge die Magnesiumaufnahme behindert oder die -ausscheidung erhöht ist. Öko-Test weist darauf hin, dass solche Fälle immer ärztlich abgeklärt werden müssen. Eine Supplementierung mit Magnesium müsse auf Rat eines Arztes erfolgen und nicht aus eigener Entscheidung heraus.

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Oftmals wird die Supplementierung mit dem Vorbeugen von Muskelkrämpfen begründet. Die beiden wissenschaftlichen Experten Manfred Schubert-Zsilavecz und Mario Wurglics von der Goethe-Universität Frankfurt erklärten, dass "nach aktueller Datenlage Magnesiumpräparate nicht für die Prävention von Muskelkrämpfen geeignet sind".

Bei Schwangeren und Sportlern benötige es weitere Forschungen, um valide Aussagen treffen zu können. Auch sie machten deutlich, dass für einen gesunden Verbraucher, der sich ausgewogen ernährt, die Supplementierung von Magnesium keinen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bringt.

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Überdosiert und im Zweifel bedenklich

Öko-Test kritisierte, dass jedes zweite Präparat im Test gemäß der maximalen Tagesdosis von 250 Milligramm Magnesium, die das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für die Supplementierung mit Nahrungsmitteln empfiehlt, überdosiert ist. Am stärksten überschritten wurde die Empfehlung von den Produkten der Marken Doppelherz und Tetesept mit 400 Milligramm Magnesium pro höchster empfohlener Tagesdosis. Bereits die Einnahme von 300 Milligramm pro Tag könne bei manchen Erwachsenen zu Durchfall führen. Bei stärkerer Überdosierung drohten laut DGE Übelkeit, Erbrechen oder sogar kardiovaskuläre Symptome.

Als verbraucherunfreundlich deklarierten die Tester Produkte, bei denen die Anbieter nicht nur eine maximale Tagesdosis von 250 Milligramm empfehlen, sondern diese auch in nur eine einzelne Tablette oder Kapsel packen. Dem Verbraucher werde die Möglichkeit einer niedrigeren Dosierung so genommen, bemängelte Öko-Test.

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Umstrittene Inhaltsstoffe

Im Labor zeigte sich, dass die Produkte neben überdosiertem Magnesium auch viele Zusatzstoffe beinhalten. Unter anderem fanden sich in acht Produkten synthetisch hergestellte Süßstoffe. In weiteren Produkten steckte das Verdickungsmittel Carboxymethylcellulose sowie der Emulgator Polysorbat 80, welcher in Tierstudien die Darmflora negativ beeinflusst hatte. Zudem wurde Phosphat gefunden wie auch Talkum, das als wahrscheinlich krebserregend eingeschätzt wird.

So wurde getestet




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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 04.06.2026, ab 09:05 Uhr.

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