Schwangerschaft und Sport: Was erlaubt ist und was nicht

FAQ

Gesundheit für Mutter und Kind:Sport in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

von Corinna Klee

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Früher hieß es: Besser schonen. Heute weiß man: Sport in der Schwangerschaft ist gesund und wirkt sich positiv auf Mutter und Kind aus. Was Schwangere dabei beachten sollten.

Richtig Sport treiben während der Schwangerschaft

Claudia Höpfner treibt gerne Sport. Jetzt ist sie in der 16. Woche schwanger und fragt sich: Was ist eigentlich noch erlaubt?

20.04.2026 | 4:40 min

Viele Frauen sind während der Schwangerschaft unsicher. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen - auch wenn es um Bewegung und Sport geht. Was ist erlaubt, auf welche sportlichen Aktivitäten sollten Schwangere besser verzichten? Häufige Fragen und Antworten im Überblick.


Warum sollten Schwangere Sport machen?

Gezielte körperliche Aktivität könne nicht nur das eigene Wohlbefinden steigern, sondern auch die Gesundheit des werdenden Kindes positiv unterstützen, sagt Barbara Nehring, niedergelassene Gynäkologin. Die Sauerstoffversorgung werde verbessert, muskuläre Verspannungen nehmen ab. Hinzu komme:

Frauen, die Sport treiben, haben seltener Schwangerschaftsdiabetes.

Dr. Barbara Nehring, Gynäkologin

Ein weiterer Vorteil: Schwangere nehmen weniger zu und sind nach der oft anstrengenden Geburt schneller wieder auf den Beinen.

Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes ist die häufigste Komplikation während einer Schwangerschaft. Bleibt er unerkannt, kann das Folgen für Mutter und Kind haben.

15.01.2025 | 5:28 min

Welcher Sport ist für Schwangere empfehlenswert?

Gynäkologen und Sportwissenschaftler empfehlen Sportarten wie Nordic Walking, Schwimmen, Yoga und Pilates sowie moderates Krafttraining. Regelmäßiges Spazierengehen und Radfahren in flachem Gelände oder auf einem Hometrainer sind gute Bewegungsalternativen. Die Sportarten sind sanft, gelenkschonend, stärken die Muskulatur und haben kein hohes Verletzungsrisiko.

Sport in der Schwangerschaft ist nicht erlaubt, wenn Blutungen auftreten, eine Frühgeburt droht oder sich der Gebärmutterhals verkürzt hat. Vorsicht ist geboten bei allgemeinen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Atemwegserkrankungen, da sie die körperliche Belastbarkeit einschränken.

Bei einer Mehrlingsschwangerschaft sollte die werdende Mutter Rücksprache mit dem Arzt halten, da diese mit einer stärkeren Belastung für das Herz- Kreislauf-System und einem höheren Frühgeburtsrisiko einhergehen kann. Gegen regelmäßige moderate Bewegung ist bei unauffälligem Schwangerschaftsverlauf in der Regel nichts einzuwenden.


Ist Ballsport während der Schwangerschaft erlaubt?

Ballsportarten wie Handball, Fußball oder Basketball werden nicht oder nur eingeschränkt empfohlen. Sie bergen ein gewisses Sturz- und Unfallrisiko.

Es bestehe allerdings die Möglichkeit, im Training Übungen und Intensität entsprechend anzupassen, erklärt Nina Ferrari von der Deutschen Sporthochschule Köln, die zum Thema Sport und Schwangerschaft forscht.

Wichtig ist, auf Sprünge zu verzichten und Ausdauer und Kraft in den Vordergrund zu stellen.

Dr. Nina Ferrari, Sportwissenschaftlerin

So können schwangere Frauen in ihrer Sportart durchaus weitertrainieren.

Welche Sportarten sind für Schwangere tabu?

Während der Schwangerschaft sollte auf Sportarten wie Klettern, Kampfsport, Reiten oder Abfahrtsski verzichtet werden, da ein erhöhtes Sturz- und Verletzungsrisiko besteht. Zudem kann die ungewohnte Höhe in Skigebieten den Körper zusätzlich belasten, da weniger Sauerstoff zur Verfügung steht. Auch Tauchen ist aufgrund der Druckveränderung unter Wasser nicht empfohlen.

Natürliche Geburt trotz Beckenendlage

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Wie hoch darf der Puls beim Training sein?

Sportwissenschaftler empfehlen eine Belastung im moderaten, aeroben Bereich. Das heißt: Die Schwangere sollte sich während der Belastung noch gut unterhalten können. Je nach Alter und Trainingszustand sollte der Puls zwischen 125 und 155 Schlägen pro Minute liegen.

Regelmäßige Bewegung kann das eigene Körperbild und das Selbstvertrauen stärken. Frauen, die während der Schwangerschaft aktiv bleiben oder Sport treiben, fühlen sich besser auf die Geburt und die Zeit danach vorbereitet. Vor allem wenn die Geburt nicht ganz so verläuft wie geplant, helfen Ausdauer, Durchhaltevermögen und eine gute körperliche Konstitution.

Auch das Vertrauen in den eigenen Körper kann sich positiv auf die Geburt übertragen. Die Schwangere spürt, dass sie die Kraft hat, die Situationen zu bewältigen. Studien zeigen zudem: Sport in der Schwangerschaft verringert das Risiko von Wochenbettdepressionen.


Zwei Eltern mit ihrem Baby

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Ist Krafttraining noch weiter möglich?

Moderates Krafttraining ist in der Schwangerschaft sogar empfohlen. Besonders Rumpf-, Schulter- und Rückenmuskulatur sollten gestärkt werden, etwa um den Rücken zu stabilisieren. Die Schwangere sollte mit weniger Gewicht und mehr Wiederholungen trainieren.

Auch Beckenbodenübungen sind bereits während der Schwangerschaft sinnvoll, um die Muskulatur zu stärken und einer späteren Beckenbodenschwäche vorzubeugen. Die gerade Bauchmuskulatur sollte ab der 20. Schwangerschaftswoche nicht mehr isoliert trainiert, sondern besser die schrägen Bauchmuskeln gestärkt werden.

Darf ich in der Schwangerschaft joggen?

Geübte Läuferinnen können weiter joggen, solange sie sich dabei wohlfühlen und der Beckenboden stabil bleibt. Das Tempo sollte angepasst werden. Viele Frauen steigen im Verlauf der Schwangerschaft auf Alternativen wie Nordic Walking oder Schwimmen um, da sie Gelenke und Beckenboden weniger belasten.

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Kann ich in der Schwangerschaft mit Sport beginnen?

Frauen, die vorher nicht sportlich aktiv waren, dürfen in der Schwangerschaft mit Sport anfangen und sollten dies auch tun. Gynäkologin Barbara Nehring rät, sich erst einmal im Alltag nach und nach mehr zu bewegen. Empfohlen sind etwa 150 Minuten Bewegung pro Woche.

Für Schwangere gibt es zudem spezielle Kurse wie Schwangerschaftsyoga oder Aqua-Fitness. Hier können sie sich nicht nur fit halten, sondern mit anderen Schwangeren in den Austausch kommen.

Ausführliche Informationen rund um das Thema Sport in der Schwangerschaft sowie die Möglichkeit eines kostenlosen, individuellen Online-Coachings bietet das Psychologische Institut der Deutschen Sporthochschule Köln.


Impfungen während der Schwangerschaft

Welche Impfungen für den Schutz von Mutter und Kind sinvoll sind und welche besser vermieden werden sollten.

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