Die Wissens-Kolumne von NANO und Terra X:Warum Krafttraining wie Medizin wirkt
von Lars Dittrich
Muskeln aufbauen aus Eitelkeit? Von wegen! Neue Studien zeigen, warum Krafttraining Herz, Knochen und Stoffwechsel schützt - und warum es einfacher ist, als man denkt.
Sport treiben ist gesund. Es ist sogar eine der wirksamsten vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen, die es gibt. Lange wurde zu diesem Zweck nur Ausdauersport empfohlen. Kraftsport dagegen galt vor allem als Lifestyle-Vergnügen.
Das hat sich geändert. Eine größere Datenbasis und präzisere Untersuchungen zeigen, dass Kraftsport einen zusätzlichen Gesundheitsvorteil bringt, den man mit Ausdauersport allein nicht erreicht.
In der Wissens-Kolumne von NANO und Terra X auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker sowie Gastexpertinnen und Gastexperten jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.
Krafttraining als Gesundheitsbooster
Wer neben Ausdauersport wie Joggen oder Radfahren auch Kräftigungsübungen wie Liegestütze, Kniebeugen oder Gewichtheben in seiner wöchentlichen Routine unterbringt, erreicht einen noch besseren Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen sowie vor Diabetes und einigen Krebsarten. Zusätzlich wird er oder sie mit Effekten belohnt, die nur starke Muskeln liefern können.
Was steckt hinter den ultimativen Trainingstipps der Fitness-Influencer? Und was ist wissenschaftlich gesehen das effektivste Training, um Muskeln aufzubauen? Mai widmet sich dem Thema Fitness.
28.09.2025 | 29:44 minMuskelaufbau schützt vor Altersabbau
An erster Stelle steht die Vorbeugung gegen Sarkopenie, dem altersbedingten Muskelabbau. Dieser Muskelabbau kann bei Senioren so ausgeprägt sein, dass er einen selbstständigen Alltag unmöglich macht.
Betroffene haben etwa Schwierigkeiten, ohne Hilfe aus dem Sitzen aufzustehen. Die fehlende Kraft erhöht zudem das Risiko von Stürzen und daraus resultierenden Knochenbrüchen.
Kalorien verbrennen durch Sport - wenn das so einfach wäre! Biologin Jasmina Neudecker deckt für Terra Xplore drei Irrtümer zum Thema Sport und Abnehmen auf.
19.07.2021 | 7:53 minDarum lohnt sich Kraftsport in jedem Alter
Die Stabilität der Knochen selbst wird ebenfalls durch Krafttraining verbessert. Denn eine Kraftübung beansprucht immer sowohl Muskeln als auch Knochen. So erhält der Körper für beide Gewebe das Signal, dass sie noch benötigt werden und nicht abgebaut werden sollten.
Daher lohnt sich Kraftsport auch im hohen Alter noch. Allerdings ist Muskelaufbau grundsätzlich einfacher in jungen Jahren. Muskeln, die man als junger Mensch aufbaut, sind eine Altersvorsorge im eigenen Körper.
Gute Vorsätze fürs Abnehmen, die Ausbildung oder den Sport: Ob wir durchhalten oder nicht entscheiden unsere inneren Antriebskräfte. Lässt sich Motivation trainieren - wie ein Muskel?
11.09.2025 | 44:38 minMuskeltraining fürs Immunsystem?
Darüber hinaus können Muskeln auch im Hier und Jetzt die Lebensqualität erhöhen. Denn sie erzeugen nicht nur Kraft, sondern tragen als Organ auch zur Regulation verschiedener Körperprozesse bei.
Wissenschaftliche Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine größere Muskelmasse etwa das Immunsystem stärkt und für einen gesünderen Zuckerstoffwechsel sorgt. Ganz abgesehen davon, dass es einem ein tolles Gefühl gibt, ohne Hilfe die Getränkekiste tragen oder den schweren Koffer auf die Ablage heben zu können.
Doku: Proteine, die oft unterschätzten Bausteine des Lebens, stehen im Zentrum einer wissenschaftlichen Revolution. Neue Technologien entschlüsseln ihre komplexen Geheimnisse.
19.09.2025 | 43:56 minProtein und Ernährung: Das zählt (nicht) wirklich
Kein Wunder also, dass das Interesse an Kraftsport groß ist. Zeitschriften, Fernsehsendungen und soziale Medien sind voll von vermeintlichen Geheimtipps für den schnellen Muskelaufbau. Beispielsweise solle man nicht nur ausreichend Protein zu sich nehmen, sondern dieses müsse auch zu ganz bestimmten Zeiten vor oder nach dem Training konsumiert werden. Wissenschaftlich stehen solche Tipps auf wackeligen Füßen.
Der Zeitpunkt, wann man Proteine zu sich nimmt, hat keinen Einfluss auf den Muskelaufbau. Wichtig ist nur, dass der Proteinbedarf gedeckt ist.
16.01.2026 | 1:04 minDie meisten von ihnen sind für sich genommen weder nützlich noch schädlich. Allerdings fürchte ich, dass sie auf eine ganz eigene Art dennoch nach hinten los gehen können. Die vielen Behauptungen dazu, wie man es "richtig" macht, führen mitunter zum Eindruck, man könnte es auch ganz schnell "falsch" machen. Als ob das ganze anstrengende Krafttraining vergebens sein könnte, bloß weil man zum falschen Zeitpunkt etwas isst. Und so ein Eindruck ist ganz schlecht für die Motivation.
So wirken probiotische Lebensmittel im Darm: Liyang Zhao lüftet die Mysterien des Ernährungs-Hype und entdeckt Erstaunliches.
22.09.2025 | 11:42 minFazit: Einfach machen
Aber hier gibt es eine klare Entwarnung. Muskeltraining lohnt sich in jedem Fall. Vermeintlich perfekte Zeitpunkte für die Proteinzufuhr kann man getrost ignorieren.
Obwohl eine über das normale Maß erhöhte Proteinzufuhr das Muskelwachstum beschleunigt, ist sie nicht einmal unbedingt notwendig. Denn durch Krafttraining werden Proteinbausteine effizienter genutzt. So werden weniger über den Urin ausgeschieden und stehen dem Muskel als Baumaterial zur Verfügung.
Falls Sie also Ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, suchen Sie sich eine Sportart, die zu Ihnen passt und legen Sie los! Trainieren Sie im Idealfall sowohl Ausdauer als auch Kraft. Lassen Sie sich nicht von Halbwissen zu richtigem und falschem Drumherum verunsichern. Das Einzige, das man wirklich falsch machen kann, ist gar nicht zu trainieren.
Der Körper wird über ein gesundes Maß hinaus gefordert. Die Angst, zuzunehmen und Muskeln abzubauen, ist allgegenwärtig. Das Phänomen Sportsucht ist nicht nur im Leistungssport zu finden.
05.09.2024 | 8:52 min... hat in Neurowissenschaften promoviert und zur Frage geforscht, warum wir schlafen. Heute arbeitet er als Wissenschaftsjournalist für MAITHINK X. Er fragt sich oft, woher wir eigentlich wissen, was wir wissen und wie sicher wir uns da sein können.
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