Nein, die Meta-KI liest WhatsApp-Chats nicht mit

Faktencheck

Kettenbrief schürt Panik:Nein, die Meta-KI liest WhatsApp-Chats nicht mit

Oliver Klein

von Oliver Klein

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Ein Kettenbrief bei WhatsApp verbreitet Angst vor der Meta-KI, die man jetzt abschalten müsse, damit sie nicht mitliest. Die Nachricht hat einen wahren Kern. Was steckt dahinter?

Whatsapp

Was ist dran am Kettenbrief, der bei WhatsApp kursiert? (Archivfoto)

Quelle: epa

Seit Anfang Juni kursiert erneut ein Kettenbrief bei WhatsApp, der viele Nutzer verunsichert: Die Künstliche Intelligenz von WhatsApp, Meta AI, könne nun private Chats mitlesen, Telefonnummern sehen und sogar weitere persönliche Daten vom Telefon abrufen. Wörtlich heißt es: "Wichtig für alle Gruppenchats! Ab Samstag ist KI in WhatsApp verfügbar und hat Zugriff auf alle Chats."

Verhindern könne man das nur, wenn man in Gruppenchats den "Erweiterten Chat-Datenschutz" aktiviert. "Tun Sie das so schnell wie möglich, und teilen Sie diese Information mit anderen Gruppen, denen Sie angehören", heißt es weiter.

Screenshot des Kettenbriefs bei WhatsApp (08.06.2026)

Man müsse "so schnell wie möglich" handeln - der Kettenbrief bei WhatsApp.

Quelle: Screenshot des Kettenbriefs bei WhatsApp (08.06.2026)

Doch User sollten nicht in Panik verfallen - die Warnung enthält Falschbehauptungen. Und trotzdem steckt ein wahrer Kern dahinter. Was es wirklich mit der Meta-KI und dem "erweiterten Datenschutz" bei WhatsApp auf sich hat: ZDFheute mit einem Überblick.

Was WhatsApp sagt - und was das Gesetz vorschreibt

Grundsätzlich gilt bei WhatApp: Persönliche Nachrichten und Anrufe sind standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselt - also technisch so geschützt, dass nur die beteiligten Chatpartner auf die Inhalte zugreifen können. "Niemand außerhalb des Chats kann sie lesen, anhören oder teilen, nicht einmal WhatsApp", heißt es ausdrücklich in den Richtlinien des Messengers.

Die Symbole von Social-Media-Apps wie Facebook, Instagram, YouTube und WhatsApp sind auf dem Bildschirm eines Mobiltelefons zu sehen.

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Das gilt auch für die Meta-KI, die bereits im vergangenen Jahr bei WhatsApp eingeführt wurde - nicht "ab Samstag", wie es im Kettenbrief heißt. "Nur Nachrichten, in denen Meta AI erwähnt wird oder die Personen mit Meta AI teilen, können von Meta gelesen werden", heißt es dazu von WhatsApp. Das gelte auch in Gruppenchats. Abschalten lässt sich die Meta-KI übrigens nicht - nur ignorieren.

Auch die deutsche Datenschutzbehörde BfDI schreibt auf ihrer Webseite, die Meta-KI lese keine Chats zwischen Nutzern mit und verweist auf gesetzliche Bestimmungen: "Inhalt und die näheren Umstände von Chats zwischen Nutzerinnen und Nutzern von TK-Diensten unterliegen dem besonderen Schutz des Fernmeldegeheimnisses, das im Grundgesetz verankert ist", heißt es. Ein Verstoß dagegen sei strafbar.

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Was ist mit dem "Erweiterten Chat-Datenschutz"?

Dennoch steckt ein wahrer Kern im Kettenbrief: Die Funktion "Erweiterter Chat-Datenschutz" in Gruppenchats existiert tatsächlich, allerdings schon seit April 2025. Sie dient dazu, vertrauliche Unterhaltungen zusätzlich abzusichern.

Ist die Option aktiviert, werden Fotos, Audiodateien und Videos nicht mehr automatisch in der Galerie des Gerätes gespeichert, Chats lassen sich nicht exportieren, und die KI von Meta kann in diesem Chat nicht direkt genutzt werden.

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Damit ist die Funktion kein Notfallschalter gegen eine angeblich mitlesende KI, sondern begrenzt vor allem Komfortfunktionen - die aber auch dazu führen können, dass Informationen aus vertraulichen Chats einfacher nach außen gelangen.

Fazit: Die Warnung ist in dieser Form falsch. Meta AI hat keinen pauschalen Zugriff auf alle WhatsApp-Chats - der Kettenbrief verkauft eine echte Datenschutzfunktion als Beweis für eine erfundene Gefahr.

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