Pickel, Knötchen und Bläschen im Sommer:Sonnenallergie erkennen, behandeln und vorbeugen
von Andreas Kürten
Viele leiden in den Sommermonaten daran: Die Haut ist gerötet und juckt, kleine Pickel oder Pusteln bilden sich. Was bei einer Sonnenallergie hilft und wie man sie vermeiden kann.
Reagiert die Haut nach dem Sonnenbad mit Juckreiz oder Bläschen, kann das auf eine Sonnenallergie hinweisen. Woran man sie erkennt und was die Beschwerden lindert.
07.07.2026 | 5:12 minIm Sommer zieht es viele Menschen nach draußen. Doch immer mehr reagieren empfindlich auf Sonnenlicht, umgangssprachlich auch Sonnenallergie genannt. Die Beschwerden zeigen sich oft schon wenige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne - vor allem an sonnenexponierten Körperstellen wie Dekolleté, Armen und Schultern.
Was eine Sonnenallergie aulöst
Unter dem Begriff Sonnenallergie werden verschiedene Hauterkrankungen zusammengefasst. Auslöser dafür ist Sonnenlicht, insbesondere das UV-Licht. Die UV-Strahlen können allein oder in Kombination mit verschiedenen Substanzen zu einer Überreaktion des Immunsystems führen. In der Folge kommt es zu Hautrötungen und Juckreiz. Pickel, Knötchen, Pusteln oder Bläschen entstehen.
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18.06.2026 | 5:19 minDie häufigste Krankheitsform ist die polymorphe Lichtdermatose. Ein wichtige Rolle bei der Entstehung spielt das immer früher und stärker wirkende UV-Licht, erklärt Hautarzt Uwe Kirschner.
Im Mallorca-Urlaub ist jeder auf die UV-Strahlung vorbereitet und cremt sich ein, beim Spaziergang auf Rügen aber oft nicht.
Dr. Uwe Kirschner, Dermatologe
Durch die immer stärker werdende UV-Strahlung sieht der Hautarzt schon nach den ersten Sonnentagen im März Patienten mit den typischen Symptomen.
Sonnenallergie: Verschiedene Formen und Auslöser
Etwa zehn bis 20 Prozent aller Menschen sind von einer polymorphen Lichtdermatose betroffen, Frauen häufiger als Männer. Sie wird nur durch UV-Strahlung ausgelöst. Meist tritt sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf, vor allem bei lichtsensibleren Menschen vom hellen Hauttyp. Die Beschwerden können individuell unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine polymorphe Lichtdermatose kann über Jahre hinweg immer wieder zu Beschwerden führen, die meist im Verlauf des Sommers abnehmen, da ein Gewöhnungseffekt eintritt.
Bei der seltener auftretenden photoallergischen Reaktion bildet das Immunsystem unter Einfluss von UV-Licht übermäßig Abwehrstoffe gegen einen bestimmten Stoff, zum Beispiel gegen ein Medikament, das eingenommen wurde. Manchmal reicht auch schon der Hautkontakt zu einem bestimmten Stoff, um in Verbindung mit Sonnenlicht die typischen Symptome auf der Haut hervorzurufen.
Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Mallorca-Akne, bei der auf die Haut aufgetragene Substanzen, zum Beispiel Sonnencreme, die photoallergische Reaktion gemeinsam mit der UV-Strahlung auslösen.
Bei einer phototoxischen Reaktion handelt es sich nicht um eine Überreaktion des Immunsystems (Allergie), sondern um eine Erhöhung der Lichtempfindlichkeit. Dabei kommt es zu einer direkten Reaktion auf der Haut zwischen einem bestimmten Stoff im Körper in Kombination mit dem Sonnenlicht. Solche Stoffe können beispielsweise in Kosmetika, Parfum und Reinigungsmitteln enthalten sein.
Wie eine Sonnenallergie diagnostiziert wird
Die Diagnose kann meist schon anhand des Ausschlags gestellt werden. Wichtig ist, andere Hauterkrankungen auszuschließen. Es sind mehr als vierhundert Substanzen bekannt, die in Kombination mit UV-Strahlung eine Sonnenallergie auslösen können. Mit Allergie- oder Hautprovokations-Tests können sie gegebenenfalls identifiziert werden.
Die Suche nach Auslösern gleicht oft der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Dr. Uwe Kirschner, Hautarzt
Die Substanzen rufen häufig erst ab einer speziellen Dosierung in Verbindung mit UV-Licht Beschwerden hervor, erklärt Kirschner. Vorbeugende Maßnahmen und die Therapie des Ausschlags seien unabhängig vom Auslöser immer identisch.
Wie eine Sonnenallergie behandelt wird
Kühlung lindert den Juckreiz. Auch kühlende, pflegende Lotionen, zum Beispiel mit Aloe Vera, helfen. Um die allergische Reaktion einzudämmen, können Antihistaminika eingesetzt werden. Eine häufige Nebenwirkung bei Tabletten ist Müdigkeit. Antihistaminhaltige Salben oder Gels zum Auftragen auf die Haut sind Alternativen.
Betroffene mit einem stärkeren Ausschlag benötigen oft Kortison. Nebenwirkungen sind bei einer kurzfristigen, äußerlichen Anwendung laut Kirschner nicht zu befürchten.
Kortisonsalben sind sehr wichtig, um die Entzündung einzudämmen.
Dr. Uwe Kirschner, Dermatologe
Der Hautarzt warnt davor, die Symptome einer Sonnenallergie einfach zu ignorieren. Immer wiederkehrende Symptome könnten langfristig die Hautalterung beschleunigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen.
UV-Strahlung kann Hautzellen schädigen und zu Hautkrebs führen. Wichtig ist daher ein geeigneter Schutz: Was taugt Kleidung, die UV-Strahlung abwehren soll?
08.05.2026 | 6:01 minSo kann man einer Sonnenallergie vorbeugen
Wichtig ist die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit einem Lichtschutzfaktor über 30. Sie sollten rechtzeitig vor dem Sonnenbad großzügig aufgetragen werden. Hautärzte empfehlen Gels oder Sprays, die nicht zu fetthaltig sind und keine Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Auch atmungsaktive UV-Schutz-Bekleidung und eine Kopfbedeckung schützen vor intensiver Sonnenstrahlung.
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07.05.2026 | 5:59 minEine gute Maßnahme ist immer ein Platz im Schatten, besonders in der UV-intensiven Mittagszeit. Wer unter Sonnenallergie und Ausschlag leidet, sollte das Sonnenlicht möglichst ganz meiden. Eine besondere Maßnahme ist die Gewöhnung der Haut an Sonnenlicht, die sogenannte Hardening-Therapie.
Bei der Hardening-Therapie wird die Haut zunehmend an UV-Strahlen gewöhnt. Die Therapie erfordert Geduld und sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht in einer Klinik oder Praxis erfolgen. Die Haut wird dabei in einer UV-Kabine in immer längeren und intensiveren Intervallen mit UV-Licht bestrahlt.
Die Behandlung muss rechtzeitig vor der ersten intensiven Sonnenstrahlung draußen beginnen. Keinesfalls sollte eine Gewöhnung in Eigenregie, zum Beispiel auf der Sonnenbank, erfolgen. Auch weil ein höheres Risiko für Hautkrebs droht.
Zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor Sonnenallergie
Viele Hautärzte empfehlen unter Umständen einen Sonnenschutz von "innen", zum Beispiel mit dem Wirkstoff Niacin, eine Vitamin B3-Variante. Er soll den biologischen Zellschutz der Haut unterstützen, Entzündungen lindern und die Hautbarriere stärken.
Daneben kann Beta-Karotin (Antioxidans) helfen, die Zellerneuerung der Haut zu fördern und sie ebenfalls vor Entzündungen schützen. Der Wirkstoff darf nicht zu hoch dosiert werden, da sonst Hautverfärbungen oder Leberschäden drohen.
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01.10.2025 | 4:43 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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