Sonnenschutz durch Textilien:UV-Kleidung: Worauf Sie achten sollten
Ob im Urlaub oder im Alltag: UV-Kleidung schützt neben Sonnencreme zusätzlich vor Sonnenstrahlung. Wie die Kleidung mit UV-Schutz funktioniert und wer sie tragen sollte.
Wie gut UV-Kleidung bei intensiver Sonnenstrahlung wirkt, hängt vor allem von der Dichte des Gewebes ab.
Quelle: Imago / Yay ImagesWer sich nicht ausreichend vor UV-Strahlung schützt, riskiert Sonnenbrand, Sonnenstich oder im schlimmsten Fall Hautkrebs. Daher ist Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor unabdingbar.
Doch gilt das auch für UV-Kleidung? "Kleidung ist zum Sonnenschutz grundsätzlich sehr sinnvoll, denn sie bietet nach dem Schatten den zweitbesten Schutz vor Sonneneinstrahlung", sagt Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen (VZ Bremen).
Die Zahl der Betroffenen von Hautkrebs steigt. Hauptursache sind unter anderem UV-Strahlen. Besonders wichtig ist deshalb richtiger Sonnenschutz - und das bereits im Frühling.
06.03.2025 | 1:37 minSo funktioniert Kleidung mit UV-Schutz
Spezielle UV-Bekleidung sowie UV-Badekleidung besteht aus engmaschig gewebten und synthetischen Fasern wie Polyester, Nylon und Spandex. "Sie sind leicht und atmungsaktiv und blockieren sowie absorbieren die UV-Strahlung", erklärt Daniela Weiskopf, Leiterin des Fachgebietes optische Strahlung am Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Dabei gilt vereinfacht:
Je dichter das Gewebe, desto besser ist der Schutz.
Dr. Daniela Weiskopf, Bundesamt für Strahlenschutz
Für die UV-Schutzeigenschaften von UV-Kleidung wird lauf BfS zwischen dem Australisch-Neuseeländischen Standard (AS/NZS 4399:1996), dem Europäischen Standard (EN 13758-1) und dem UV-Standard 801 unterschieden.
Nur beim Siegel "UV-Standard 801" ist nachgewiesen, dass ein Kleidungsstück auch im nassen, gedehnten und mehrfach gewaschenen Zustand noch vor Sonneneinstrahlung schützt. "Wir empfehlen daher, beim Kauf von UV-Kleidung auf dieses Siegel zu achten", sagt Sonja Pannenbecker von der VZ Bremen.
Für wen sich UV-Kleidung besonders lohnt
Textilien mit dem UV-Standard 801 werden auch von der "Internationalen Prüfgemeinschaft für angewandten UV-Schutz" empfohlen. Den besten Schutz bieten laut Verbraucherzentrale Bremen auch Sonnenschirm, Strandmuschel und Sonnensegel mit einem UV-Standard 801-Siegel.
An sogenannten Sonnencremestationen können Menschen kostenlosen Sonnenschutz erhalten.
21.06.2024 | 4:21 minDie UV-Schutzkleidung ist besonders für Menschen gedacht, die sich viele Stunden in der Sonne aufhalten, zum Beispiel,
- weil sie im Freien arbeiten, etwa auf einer Baustelle,
- oder Sport treiben.
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"Sie eignet sich aber auch für Menschen mit sehr empfindlicher Haut: Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene mit sehr hellem Hauttyp", sagt Daniela Weiskopf, Leiterin des Fachgebietes optische Strahlung am BfS.
UV-Badekleidung und Alltagskleidung mit UV-Schutz ist pflegeleicht. Sofern nicht anders vom Hersteller angegeben, kann sie bei 30 Grad mit einem milden Waschmittel gewaschen und anschließend luftgetrocknet werden.
Alternative zu Sonnenschutz-Kleidung
Wer nicht gerade stundenlang am Strand verweilt oder sich nicht für längere Zeit in der Sonne aufhält und nicht zu den empfindlichen Hauttypen zählt, kann sich auch mit Kleidung ohne spezielle Ausweisung eines UV-Schutz-Faktors vor UV-Strahlung schützen.
"Untersuchungen von beispielsweise gängiger Sommerkleidung zeigen, dass Bekleidung, die gestrickt oder gewebt ist und entweder zu 100 Prozent aus Baumwolle oder zu 45 Prozent aus Polyester und/oder 55 Prozent Baumwolle besteht, einen exzellenten Schutz bietet", sagt Weiskopf. Gleiches gelte für Sportbekleidung, die zu 100 Prozent aus Polyester bestehe.
Die Farbe macht bei UV-Schutzkleidung keinen Unterschied, sofern diese auch als UV-Schutzkleidung gelabelt wurde.
Dr. Daniela Weiskopf, Bundesamt für Strahlenschutz
Mit einer Ausnahme: Herkömmliche Hemden, die zu 50 Prozent aus Polyester und zu 50 Prozent aus Baumwolle bestehen, bieten erst bei dunklen Farben einen sehr guten Schutz. "Und luftige Leinenhemden bieten durch ihre Webart einen geringen UV-Schutz, der auch durch die Farbgebung nicht verbessert wird", sagt Weiskopf.
Stiftung Warentest hat 14 Sonnencremes speziell für das Gesicht getestet. Das Ergebnis: Guter Sonnenschutz muss nicht viel kosten. Das teuerste Produkt bekam im Test die schlechteste Note.
27.03.2025 | 4:54 minSonnencreme trotz UV-Kleidung notwendig
UV-Schutzkleidung bedeckt nicht alle Körperteile, daher empfiehlt das BfS das rechtzeitige Eincremen nicht bedeckter Körperstellen mit viel Sonnencreme.
"Vier gehäufte Esslöffel für den gesamten Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen mit einem hohen bis sehr hohen Lichtschutzfaktor ab LSF 30 sind ideal", sagt Daniela Weiskopf.
Eine Sonnenbrille, die UV-Strahlung mit Wellenlängen bis einschließlich 400 Nanometer filtert, sollte ebenfalls nicht fehlen.
Welche Farbe eignet sich wann?:Die richtige Glasfarbe bei Sonnenbrillen
"Guter UV-Schutz besteht aus mehreren Maßnahmen", erklärt Daniela Weiskopf. Im Strahlenschutz werden diese unter "Vermeiden, bekleiden, Sonnencreme nutzen" zusammengefasst.
Dabei bedeutet "Vermeiden" die Empfehlung: Ab einem UV-Index von 3 in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr Schatten aufsuchen; bei sehr hohen UV-Intensitäten ab einem UV-Index von 8 über die Mittagszeit möglichst nicht draußen aufhalten und den ganzen Tag über im Schatten bleiben oder in dieser Zeit gar nicht erst rausgehen. "Der UV-Schutz durch Kleidung steht an zweiter Stelle dabei noch vor dem Gebrauch von Sonnencreme."
Der Artikel wurde erstmals am 31. Juli 2024 publiziert und am 18. Juli 2025 aktualisiert.
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