Welche Farbe eignet sich wann?:Die richtige Glasfarbe bei Sonnenbrillen
Sonnenbrillen gibt es heute in vielen Formen und Farben. Doch gerade die bunten Gläser können mehr als nur modisch aussehen. Die Vor- und Nachteile der Farben im Überblick.
Die Farbe der Gläser von Sonnenbrillen kann verschiedene Auswirkung auf das Sehen haben. Das sollten Sie bei der Auswahl beachten.
10.09.2024 | 5:38 minDass Sonnenbrillen unsere Augen vor UV-Strahlung schützen, weiß jeder. Doch dass die Farbe der Gläser auch einen Einfluss auf die Sicht hat, ist weitgehend unbekannt.
Am besten solle man sich bei der Auswahl einer Sonnenbrille schon vorher überlegen, wofür man diese verwenden möchte, empfiehlt Optikermeister Maximilian Koch. Denn jede Glasfarbe bringt Eigenschaften mit, die man sich zunutze machen kann.
Glasfarben verändern das Farbsehen
Schaut man durch eine Sonnenbrille mit farbigen Gläsern, ist es, als würde man seine Umgebung wie durch einen Filter betrachten. Denn je nach Glasfarbe werden bestimmte Teile des Lichts herausgefiltert. Das verändert die Wahrnehmung von Farben. Wie stark dieser Einfluss ist, ist je nach Farbe unterschiedlich.
Braune und graue Gläser: Die Allrounder
Braun und grau zählen bei Sonnenbrillen zu den Allroundern unter den Glasfarben. Sie reduzieren Blendungen durch die Sonne optimal und sind sowohl für den Alltag als auch für sämtliche Aktivitäten sehr gut geeignet.
Der Unterschied zwischen den beiden Farben: Braune Gläser erhöhen das Kontrastsehen, lassen die Umgebung aber gleichzeitig etwas brauner und wärmer erscheinen. Graue Gläser dagegen geben alles originalgetreu wieder. Dafür werden Kontraste weniger verstärkt.
Grüne Gläser: Der ideale Outdoorbegleiter
Grüne Gläser stellen den perfekten Mix zwischen Grau und Braun dar. Sie steigern die Kontrastwahrnehmung mehr als graue Gläser, verfälschen dabei Umgebungsfarben aber weniger als braune. Das macht sie ideal für Outdooraktivitäten.
Besonders beliebt sind grüne Gläser, zum Beispiel beim Angeln, auch deshalb, weil sie eine beruhigende Wirkung haben. Diese Wirkung entstehe dadurch, dass das Grün die roten und blauen Anteile des Lichts herausfiltere, erklärt Optikermeister Koch.
Viele kennen es: Man wacht mit einem geröteten und verklebten Auge auf. Oft ist eine Bindehautentzündung schuld daran, aber nicht immer.
31.07.2024 | 5:18 minOrange und gelbe Gläser: Für Sportler gut, aber schlecht bei Sonne
Von allen Glasfarben verstärken gelb und orange Kontraste am besten. Das macht sie für viele Sportarten wie Skifahren, Mountainbiken, Golfen oder Schießen geeignet. Denn hier kommt es auch auf eine präzise Sicht an.
Gelbe und orange Gläser sind außerdem sehr lichtdurchlässig, weshalb sie bei schlechtem Wetter und dunkleren Lichtverhältnissen für eine hellere und klarere Sicht sorgen. Allerdings schützen sie dafür bei Sonnenschein kaum vor Blendungen.
Bei sehr hellen Lichtverhältnissen sind sie nicht sonderlich empfehlenswert.
Maximilian Koch, Optikermeister
Rote, rosa und violette Gläser: Ideal bei wechselnden Lichtverhältnissen
Auch rötliche Gläser sind für eine verbesserte Tiefenwahrnehmung und ein etwas erhöhtes Kontrastsehen bekannt. So kann man durch das Tragen einer roten Brille gerade in grünen Umgebungen Kontraste besser erkennen.
Bei wechselnden Lichtverhältnissen punkten rosa und violette Gläser. Außerdem von Vorteil: Alle Gläser, die einen rötlichen Anteil haben, reduzieren die Anspannung der Augen. Das macht das Tragen - auch über einen längeren Zeitraum - sehr angenehm.
Dass man bei schlechtem Wetter keine Sonnenbrille braucht, ist ein weit verbreiteter Mythos. Doch tatsächlich gelangen schädliche UV-Strahlen auch bei Bewölkung, Nebel und Co. durch die Atmosphäre und erreichen nicht nur die Haut, sondern auch die Augen. Um sich davor bestmöglich zu schützen und die Belastung der Augen sowie das Risiko für Schäden zu reduzieren, ist es empfehlenswert, auch bei schlechtem Wetter eine Sonnenbrille zu tragen.
Blaue Gläser: Nicht zum Autofahren geeignet
Bei blauer Glasfarbe heißt es Vorsicht. "Blaue Gläser sind nicht fürs Autofahren geeignet, weil sie Signalfarben sehr stark verfälschen", erklärt Optikermeister Maximilian Koch. So verlieren wichtige Zeichen im Straßenverkehr wie Ampeln, Bremslichter oder Verkehrsschilder ihre Leuchtkraft und verschwimmen mit der Umgebung. Das kann zu einer falschen Einschätzung von Verkehrssituationen führen und gefährlich werden.
Beim Autofahren am besten eine Brille tragen, die Umgebungsfarben nicht verfälscht, zum Beispiel mit grauen Gläsern. Gleiches gilt für alle Aktivitäten, die eine genaue Farberkennung erfordern.
Weitere Tipps für die Wahl der richtigen Sonnenbrille
Es ist möglich, eine Sonnenbrille gänzlich an seine Bedürfnisse anzupassen. Der individuell gewünschte Blendschutz lässt sich dabei über folgende Wege erreichen:
- Tönung: Die Tönung des Glases, beeinflusst die Lichtmenge, die durch das Glas durchkommt. Je höher der Tönungsgrad, desto weniger Licht gelangt hindurch.
- Polarisationsfilter: Polarisierende Gläser verringern zusätzlich störende Reflexionen und Blendungen durch das Licht. Das ist besonders beim Autofahren oder Sport im Freien von Vorteil.
Tönungsgrad und Polarisation bieten allerdings keinen zusätzlichen UV-Schutz. Ein Zusammenhang zwischen Glasfarbe und UV-Schutz besteht ebenfalls nicht.
Den optimalen UV-Schutz erkennt man bei einer Sonnenbrille an folgenden Zeichen:
- E-Kennzeichnung: Sie garantiert, dass die Sonnenbrille einen guten UV-Schutz hat sowie alle Anforderungen und Sicherheitsstandards der EU erfüllt.
- "UV400"-Kennung: Diese zeigt an, dass die Sonnenbrille zu 100 Prozent vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützt.
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