Telefonbetrug beim Online-Banking: Vorsicht bei PushTAN-Abfrage

Betrug beim Online-Banking:Vorsicht bei PushTAN-Abfrage am Telefon

von Jakob Rhein

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Bei dieser neuen Masche nutzen Betrüger Online-Banking und die PushTAN-Freigabe, um Konten leerzuräumen. Wie Sie sich davor schützen und was Sie im Falle eines Betrugs tun können.

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Stellen Sie sich vor: Sie erhalten einen Anruf, auf dem Display erscheint die Nummer der eigenen Bank. Am anderen Ende erklärt eine vertrauensvoll klingende Person, dass auf Ihrem Konto Betrüger unterwegs seien. Der Anrufer gibt sich als Mitarbeiter Ihrer Bank aus und möchte Ihnen helfen. Dafür brauche er nur ein paar Freigaben von Ihnen über das PushTAN-Verfahren.

Was Sie aber nicht ahnen: Mit jeder Autorisierung geben Sie Zahlungen frei. Der Anrufer ist nämlich kein Mitarbeiter Ihrer Bank, sondern ein professioneller Betrüger, der zu dem Zeitpunkt bereits in Ihr Konto eingeloggt ist.

Wie Betrug mittels PushTAN-Abfrage erkennen und was Sie tun können, wenn Ihr Konto bereits leergeräumt wurde.

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Alarmsignale für Telefonbetrug erkennen

Dass sich Banken telefonisch melden, kann durchaus sein. Das allein sei noch kein Grund, misstrauisch zu werden. Jedoch müsse man laut Petra Krämer-Moshous von der Verbraucherzentrale Bayern beachten:

Die PushTAN darf unter keinen Umständen durchgegeben werden.

Petra Krämer-Moshous, Verbraucherzentrale Bayern

Wenn danach gefragt wird, sollten die Alarmglocken schrillen.

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Filialbank-Kunden häufiger von Betrugsmasche betroffen

Besonders oft betroffen sind Menschen, die ein Konto bei einer Filialbank haben, zum Beispiel bei einer Sparkasse. Sie sind es eher gewohnt auch mal einen Anruf ihrer Bank zu bekommen - und schöpfen so weniger Verdacht. Bei reinen Online-Banken gibt es in der Regel keine Kundenberater, die sich telefonisch melden.

Betrüger versuchen in der Regel als erstes an die Online-Banking-Daten von Verbrauchern zu kommen. Beispielsweise über Fake-Online-Shops, über die Anmeldedaten abgegriffen werden, oder über Links, die per Mail verschickt werden. Zum Beispiel von vermeintlichen Paket-Zustellern, die etwa anbieten, Pakete noch einmal zu liefern - gegen eine kleine Gebühr.


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Täter setzen bei Betrug auf Stress

Was viele Betrugsmaschen gemeinsam haben: Die Betrüger setzen auf Stress und Zeitdruck bei den Betroffenen. "Jeder ist irgendwann mal in einer Stresssituation oder hat wenig Zeit", sagt Krämer-Moshous. Genau dann bestehe die Gefahr, einen Betrug nicht zu erkennen.

Am Ende kann es allerdings jeden treffen. "Wir haben in unseren Beratungen alle Bildungsschichten", so die Verbraucherschützerin. Und "auch junge Menschen fallen darauf rein." Was alle Betroffenen vereint: Sie haben ein Schamgefühl. Viele können gar nicht glauben, dass sie auf einen Betrug hereingefallen sind.

Immer häufiger kommt es zu Betrugsversuchen über Online-Marktplätze wie Kleinanzeigen und Co.. Dort versuchen vermeintliche Käufer Anbieter auf Fake-Seiten zu locken, auf denen Zahlungsmittel dann freigegeben werden sollen. Dies geschieht oft unter dem Vorwand, dass der Käufer kein Paypal hat.


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Was im Betrugsfall zu tun ist

Sobald man den Betrug bemerkt, raten Experten, schnell zu sein: Betroffene sollten die eigene Bank kontaktieren, gegebenenfalls das Konto sperren lassen und versuchen, über die eigene Bank das Geld zurückholen zu lassen. Nicht selten ist es dafür schon zu spät, weil die Betrüger das Geld längst weitertransferiert haben. Doch einen Versuch sei es wert, denn "die Banken wissen immer mehr über die Transaktion als die Kunden", erklärt Krämer-Moshous.

Ein Weg kann auch sein, die Bank des Empfängerkontos zu kontaktieren und darüber zu informieren, dass Betrüger das Konto nutzen. Gegebenenfalls kann die Bank aktiv werden und das Konto einfrieren. Auch hierbei zählt Schnelligkeit.

In einer App der Sparkasse ist die Option "Geld senden" zu sehen.

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Wichtig ist auch: Betroffene sollten Anzeige bei der Polizei erstatten, damit die Behörden ermitteln können - und so zumindest die Chance besteht, den Tätern auf die Schliche zu kommen.

Gesundes Misstrauen ist wichtig

Die Verbraucherschützerin rät dazu, sich bei Geld-Transaktionen Zeit zu nehmen. Grundsätzlich aber sollte man Krämer-Moshous zufolge immer ein gesundes Misstrauen haben. "Wichtig sei, sich auch in Stresssituationen zu fragen: "Kann das wirklich sein?" So gibt es am Ende kein böses Erwachen.

Betrug beim Online-Banking nimmt zu

Mit Betrugsmaschen wie diesen werden Verbraucherschützer immer häufiger konfrontiert: "In 60 bis 70 Prozent meiner Beratungen geht es im weitesten Sinne um Betrug beim Online-Banking", sagt Krämer-Moshous.

Jakob Rhein ist Reporter im ZDF-Landesstudio Bayern.

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