Vinted, Kleinanzeigen und Co.:Tipps zum Online-Kauf von Secondhand-Kleidung
Egal ob Pulli oder Handtasche: Wer Kleidung gebraucht kauft, kann viel Geld sparen. Worauf es beim Onlinekauf von Secondhand-Mode ankommt und welche Fallstricke man kennen sollte.
Worauf man beim Kauf von Secondhandkleidung achten sollte und worin sich Händlerplattformen wie Momox Fashion, Sellpy, Vinted und Kleinanzeigen unterscheiden.
Quelle: imago/Pond5 ImagesEin Klick und schon landet die Markenjeans im Online-Warenkorb. Was neu ein paar hundert Euro kosten kann, gibt es mit etwas Glück gebraucht günstiger.
Worauf Schnäppchenjäger achten sollten, weiß Jurist Benjamin Räther von der Verbraucherzentrale in Berlin.
Immer mehr Menschen fallen Betrügern auf Secondhand-Plattformen zum Opfer. Unseriöse Angebote sind nur schwer zu entlarven und Täter können kaum verfolgt werden.
25.04.2025 | 5:53 minWie kann man gebrauchte Kleidung online kaufen?
Die häufigsten Systeme für den Onlinehandel mit gebrauchten Klamotten sind Händlerplattformen wie Momox Fashion und Sellpy oder sogenannte Peer-to-Peer-Systeme wie Vinted und Kleinanzeigen, erklärt Räther.
Beim Peer-to-Peer, abgekürzt P2P, treten Käufer und Verkäufer direkt in Kontakt.
Vinted und Kleinanzeigen haben beim Verkauf unter Privatpersonen die Nase vorn.
Benjamin Räther, Verbraucherzentrale Berlin
Allerdings, warnt Räther, greifen beim Handel zwischen Privatpersonen verbraucherrechtliche Bestimmungen nicht. Diese gelten nur, wenn mit Unternehmen gehandelt werde.
Wer nichts bestellt hat und trotzdem eine Rechnung bezahlen soll, ist vermutlich Opfer einer Betrugsmasche geworden. Was tun bei unberechtigten Rechnungen?
18.03.2024 | 6:21 minSo funktioniert der Kauf bei Peer-to-Peer-Systemen
Plattformen mit Direktverkauf punkten durch große Auswahl und geringe Kosten. Wie Vinted bieten die meisten Systeme gegen Gebühr Verifizierungsservice, Versand- und Käuferschutz an. Wer diese Gebühren spare, gehe als Käufer allerdings ein Risiko ein, warnt Räther.
Vereinbare der Käufer direkt mit dem Anbieter den Versand oder eine Bezahlung über einen externen Dienstleister, sei das zwar günstiger. "Datenschutz, Sicherheit und Unterstützung bei der Durchsetzung etwaiger Gewährleistungsrechte gibt es dann allerdings nicht", so Räther.
Der Jurist weist auch darauf hin, dass Plattformen wie Vinted vor allem an den Gebühren verdienen. Sie setzen sich meist aus einem Festpreis und Prozentanteil vom Verkaufspreis zusammen.
Was passiert, wenn eine Online-Bestellung nicht ankommt oder wenn das Produkt nicht den Fotos auf der Website entspricht? In welchen Fällen der Käuferschutz greift.
14.03.2025 | 2:32 minWoran kann man gewerbliche Händler erkennen?
Auch bei Peer-to-Peer-Plattformen tauchen gewerbliche Händler auf, sie müssen das aber kenntlich machen. Ob sich ein Händler als Privatperson ausgibt, lässt sich unter Umständen beim Check des Profils erkennen.
Wird auf Fotos ein- und derselbe Gegenstand mit sehr vielen unterschiedlichen Hintergründen gezeigt, kann sich dahinter ein Fakeprofil verbergen. Hier lohnt sich die Rückwärtssuche des Fotos im Internet.
TikTok startet auch in Deutschland mit dem Online- und Live-Shopping-Angebot. In Hamburg macht About You den Anfang, der Konzern spricht aber zunächst von einem Test.
31.03.2025 | 1:41 minAuch eine große Stückzahl wie 1.000 Paar Schuhe von einer Marke können ein Hinweis auf einen gewerblichen Händler sein.
Das System von Händlerplattformen
Plattformen wie Momox Fashion sind nicht so gefragt wie die P2P-Systeme. Sie kaufen größere Mengen an Kleidung auf und zahlen nach Prüfung der Ware einen Festpreis an den Verkäufer. Wegen des geringeren Gewinns wählen Verkäufer daher meist den Direktverkauf.
Klamotten mit Flecken oder Löchern können genauso zurückgewiesen werden, wie No-Name-Produkte. Wer bei gewerblichen Plattformen kauft, so Räther, ist allerdings rechtlich abgesichert. Jedoch gilt:
Der Anspruch auf Gewährleistung kann bei gebrauchter Ware auf ein Jahr reduziert werden.
Benjamin Räther, Rechtsberater VZ Berlin
Allerdings müsse diese Einschränkung vor Verkauf deutlich kenntlich gemacht werden, betont Räther.
Bei Problemen mit Online-Bestellungen kann man über den Käuferschutz der Bezahldienste sein Geld zurückholen. Das gilt aber nicht in jedem Fall, warnt die Verbraucherzentrale NRW.
15.03.2025 | 2:32 minSchutz beim Online-Shopping
Jurist Räther empfiehlt, sich von Anfang an vor Betrug oder Datenmissbrauch zu schützen. Außerdem rät er darauf zu achten, dass alle Kosten detailliert aufgelistet sind, bevor man auf den Kaufen-Button drückt.
- Konto nicht über Verknüpfung mit Social-Media-Konten einrichten
- Keine persönlichen Daten wie Adresse, Telefonnummer oder Namen angeben
- Nur bei von der Plattform verifizierten Verkäufern kaufen
- Nicht in Vorkasse gehen oder Einzugsermächtigung erteilen
- (gebührenpflichtige) Bezahl- und Versanddienste der Plattform nutzen, das sichert den Käuferschutz
- Prüfen, von wo die Ware versandt wird. Bei Ware aus dem Ausland auf Versandkosten achten
- Bei Produkten aus Ländern außerhalb der EU fallen gegebenenfalls Zollgebühren an
- Pakete mit Zeugen oder ungeschnittenen Videoaufnahmen öffnen
Sexuelle Belästigung durch Fotos vermeiden
Schwierigkeiten ganz anderer Art seien bei Mode-Verkaufsplattformen ein großes Problem, weiß Benjamin Räther: Der Rechtsberater bei der Verbraucherzentrale Berlin rät davon ab, Fotos einzustellen, auf denen die Kleidung getragen wird - das Gesicht solle auf jeden Fall unkenntlich gemacht werden, so Räther.
Er hält sogenannte Tragefotos außerdem für bedenklich, da sie bearbeitet und sogar zu pornografischen Zwecken missbraucht werden könnten. "Lieber die Kleidung auf dem Boden drapieren, Vorder- und Rückseite fotografieren" und auch nicht auf Anfrage auf persönlichen Kanälen Fotos von getragener Kleidung verschicken. So umgehe man auch sexuelle Belästigung, erklärt Räther.
Cornelia Petereit ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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