Datenschutz im öffentlichen WLAN: Tipps zum sicheren Surfen

Datenschutz und Cybersicherheit:Öffentliches WLAN: So surfen Sie sicher

von Bonnie Kruse

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Ob im Hotel, am Bahnhof oder im Café: Öffentliche Netzwerke erleichtern den Zugang zum Internet, bringen aber auch Risiken mit sich. Worauf Sie bei der Nutzung achten sollten.

Zwielichtige Person (Hacker) tippt auf einer Computer-Tastatur rum

Microsoft stellt seit Mai Hackerangriffe über verschiedene Hotel-WLANs fest. Russische Hacker versuchen dabei an sensible Daten wie Passwörter zu kommen. Wie schützt man sich vor diesen Attacken?

06.08.2026 | 0:49 min

Schnell nach einem Restaurant für den Abend suchen oder Tickets buchen: Auf Reisen sind Gratis-Hotspots in Cafés oder Hotels verlockend. Jedoch gilt laut Jan Schüßler, IT-Sicherheitsexperte vom Technikportal heise online:

Öffentliche, unverschlüsselte WLANs bergen stets ein Sicherheitsrisiko.

Jan Schüßler, IT-Sicherheitsexperte, heise online

Das zeigt auch ein jüngst publik gewordener Cyberangriff durch russische Hacker in Hotelnetzen in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Sie versuchten dabei an sensible Daten wie Passwörter zu kommen.

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Wenn die WLAN-Anmeldung zur Falle wird

Klassische Angriffe zielen meist darauf ab, Nutzer per Phishing-Mail zum Klick auf einen schädlichen Link zu verleiten. "Im vorliegenden Fall", erläutert Schüßler, "manipulierten die Angreifer jedoch die Hotel-WLAN-Infrastruktur, um Microsoft-365-Zugangsdaten abzugreifen."

Dafür nutzten sie sogenannte Captive Portals. So werden Vorschaltseiten bezeichnet, die beim Verbinden mit einem Hotel-WLAN automatisch im Browser erscheinen. "Auf den Seiten muss man zunächst die Nutzungsbedingungen bestätigen, damit der Zugriff auf das Internet überhaupt erst möglich wird", erklärt der Experte.

Kriminelle können diese Portale jedoch kapern und den Datenverkehr auf eigene Server umleiten. Ist eine solche Umleitung aktiv, lassen sich Passwörter mitlesen oder gefälschte Login-Seiten einblenden.

Mit wenig Aufwand können Angreifer so an die Daten sehr vieler Accounts gelangen - ob in den USA oder in Europa.

Jan Schüßler, IT-Sicherheitsexperte

Gerade bei schlecht gesicherter Infrastruktur hätten Angreifer leichtes Spiel, gibt Schüßler zu bedenken. Dies gelte vor allem, wenn die Konfigurationszugänge für die WLAN-Router mit unzureichenden oder Standardpasswörtern gesichert sind - oder gar offen im Netz erreichbar seien.

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Im Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gaben elf Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland an, innerhalb der zwölf Monate vor der Befragung Opfer von Cyberkriminalität geworden zu sein. Besonders häufig berichteten Betroffene von Betrug beim Online-Shopping (22 Prozent) und Online-Banking (13 Prozent), von unbefugten Zugriffen auf Online-Accounts (14 Prozent) sowie von Phishing-Angriffen (12 Prozent). Für 88 Prozent der Betroffenen hatte der Vorfall konkrete Folgen, und rund ein Drittel erlitt einen finanziellen Schaden.

Ein Beispiel für einen solchen Schaden: Wenn sich ein Nutzer beispielsweise in einem manipulierten WLAN mit den Login-Daten ins Online-Banking einloggt, kann der Angreifer die Kontonummer, Passwörter und PINs mitlesen. Mit diesen Daten kann sich der Kriminelle dann anschließend selbst einloggen und so auf das Geld zugreifen. Daher ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung besonders wichtig.


Sicherheitstipps für öffentliches WLAN

Mit einfachen Maßnahmen lassen sich persönliche Daten und Zugänge schützen. Zunächst gelte:

Kein öffentliches WLAN zu verwenden, ist der sicherste Schutz.

Jan Schüßler, heise online

Wer unterwegs mit Laptop, Tablet oder anderen Geräten ohne eigene Mobilfunkverbindung online gehen will, sollte lieber das Smartphone als persönlichen WLAN-Hotspot nutzen - also die Internetverbindung des Handys für die anderen Geräte freigeben. Im EU-Ausland kann man dafür in der Regel sein Datenvolumen wie zu Hause verwenden und ist so oft sicherer unterwegs als in einem öffentlichen WLAN.

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Wenn man nicht um ein öffentliches WLAN herumkomme, sei laut Schüßler eine VPN-Verbindung essenziell. Der Dienst leite den gesamten Datenverkehr verschlüsselt über einen sicheren Server ins Netz. Auf Dienstreisen empfiehlt sich dafür das Firmen-VPN, für Privatnutzer gibt es verschiedene Abo-Anbieter.

Vorsichtig sollten Nutzer außerdem bei den Vorschaltseiten (Captive Portals) sein: Viele Hotel-Portale funktionieren nur ohne aktives VPN. Wer den Schutz für den Login kurzzeitig abschaltet, muss deshalb besonders wachsam sein. Schüßler warnt: "Passwortabfragen im Captive Portal sind ein klares Warnsignal, ebenso wie angeblich erforderliche Downloads, um Internetzugang zu bekommen."

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Zusätzlich lohnt sich der Blick auf die Website-Adresse: Beginnen Seiten mit "https" - das "s" ist hier entscheidend - weist das laut Verbraucherzentrale auf eine verschlüsselte und damit sicherere Verbindung hin.

Und noch ein einfacher, aber wichtiger Schritt: Das Gerät sollte sich nicht automatisch mit bekannten oder offenen Netzwerken verbinden.

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Quelle: dpa-Custom Content
Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 06.08.2026 ab 09:05 Uhr.

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