Klimaanlage nachrüsten:Klimagerät in der Mietwohnung - was ist erlaubt?
von Ebba Petzsche
Klimaanlagen sind der Topseller des Sommers. Mit jeder Hitzewelle steigt die Nachfrage. Welche Geräte effizient kühlen und ob mobile Splitgeräte eine Option in Mietwohnungen sind.
An heißen Sommertagen wird die Wohnung schnell zur Sauna. Eine Klimaanlage liegt als Lösung nahe. Doch lässt sie sich einfach nachrüsten und worauf sollte man technisch achten?
16.07.2026 | 1:31 minIn vielen Ländern längst üblich, in Deutschland dagegen noch kein Standard: Klimaanlagen. Doch das Interesse wächst, viele wollen nachrüsten. Kein Wunder bei den Temperaturen. Jede Hitzeperiode verstärkt den Wunsch nach Abkühlung. Und voraussichtlich werden extreme Wärmephasen künftig eher häufiger auftreten.
Welches Klimagerät ist sinnvoll?
Die Wahl des passenden Klimageräts hängt von mehreren Faktoren ab. Eine klassische Klimaanlage ist ein zweiteiliges Gerät, das fest installiert wird. Für die Verbindung von Außen- und Innenteil ist ein Wanddurchbruch nötig.
Bei mobilen, einteiligen Klimageräten dagegen - sogenannte Monoblöcke mit einem Abluftschlauch, der durch einen Fensterspalt geführt wird - bedarf es keiner baulichen Veränderung.
Wie umgehen mit Hitze in Schulen, Krankenhäusern, Pflegeheimen? Ohne Klimaanlagen wird es wohl auch in Deutschland künftig nicht gehen. Doch es gibt auch Skepsis.
16.07.2026 | 2:54 minMonoblöcke oder Splitgeräte: Das sind die Unterschiede
Monoblöcke sind günstiger, schnell aufgestellt und sofort einsatzbereit. Sie sind jedoch bei weitem nicht so effizient wie die zweiteiligen Splitgeräte.
Für eine vergleichbare Kühlleistung verbrauchen Monoblöcke ein Vielfaches an Strom. Bauartbedingt bleibt ein Fenster für den Abluftschlauch einen Spalt offen. Dadurch entsteht Unterdruck im Raum, warme Luft strömt nach und muss erneut gekühlt werden.
Klimageräte gelten als kostengünstige Alternativen zur klassischen Klimaanlage - gerade in Mietwohnungen. Doch wie gut senken sie die Temperatur tatsächlich und wie hoch sind die Kosten.
18.07.2025 | 6:31 minEin weiterer Nachteil von Monoblöcken: Kompressor und Kondensator sorgen für mehr Lärm und zusätzliche Wärme im Wohnraum. Bei Splitgeräten sind diese Komponenten nach außen ausgelagert.
Bereits bei über 30 Grad arbeitet der Körper auf Hochtouren. Das Herz schlägt schneller, der Kreislauf wird stärker belastet. Um die Körperkerntemperatur zu regulieren, produziert der Körper mehr Schweiß. Zudem nimmt die Konzentrationsfähigkeit ab, viele Tätigkeiten fallen schwerer.
Bleibt es auch nachts über 20 Grad warm, leidet die Schlafqualität. Solche sogenannten Tropennächte dürften in Deutschland infolge des Klimawandels häufiger werden. Der Schlaf ist dann weniger erholsam und die Belastung durch die Hitze am nächsten Tag entsprechend größer.
Was Mieter in puncto Klimagerät bedenken sollten
Für Mieter stellt sich zuerst die Frage, ob sie überhaupt ein fest verbautes Klimagerät installieren dürfen. "Wenn man als Mieter den Wunsch hat, eine Klimaanlage einzubauen und damit durch die Wand muss, stellt das eine bauliche Veränderung dar. Und für jegliche bauliche Veränderung, bedarf es immer der vorherigen Zustimmung des Vermieters", stellt Tim Treude vom Eigentümerverband Haus und Grund Westfalen klar.
Zu beachten ist auch, dass stationäre Klimageräte ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben verbaut werden dürfen. Grund ist das verwendete Kältemittel, meist Difluormethan (R32), das auch als Treibhausgas bekannt ist. Es gilt sowohl als klimaschädlich als auch explosiv. Inzwischen wird auch das weniger klimaschädliche Propan als Kältemittel eingesetzt - bisher aber nur in vereinzelten Modellen.
Wollen Wohnungseigentümer bauliche Veränderungen vornehmen - etwa für den Einbau von Klima-Splitgeräten - muss die Eigentümergemeinschaft zustimmen. Nun machte der Bundesgerichtshof (BGH) deutlich, dass Hausgemeinschaften Klimaanlagen mit Außengerät auf dem Balkon dulden müssen, sofern die Rechte der anderen Eigentümer nicht gravierend beeinträchtigt werden.
Die Vorsitzende Richterin Bettina Brückner erklärte, dass der Betrieb einer Klimaanlage in gewissen Grenzen hinzunehmen sei. Sollten keine sachlich-fachlichen Argumente dagegen sprechen, ist der Einbau grundsätzlich gestattet.
Der BGH hat die Rechte von Wohnungseigentümern gestärkt, die Außengeräte auf dem Balkon installieren wollen. Der Einbau muss geduldet werden, wenn Nachbarn dadurch nicht erheblich gestört werden.
17.07.2026 | 1:32 minMobile Split-Klimageräte: Alternative zur klassischen Klimaanlage
Alternativ zu stationären Anlagen gibt es mobile Splitgeräte. Sie bestehen ebenfalls aus zwei Teilen, werden aber nicht fest installiert und lassen sich auf Rollen bewegen. Stiftung Warentest hat 2025 ein solches Gerät getestet und ihm in puncto Kühlen eine ähnlich gute Effizienz wie fest installierten Klimaanlagen bescheinigt.
Innen- und Außenteil sind durch einen Schlauch verbunden, der durch ein angelehntes Fenster oder eine Balkontür geführt wird. Entweder steht das im Verhältnis zum Innenteil kleinere Außenteil auf dem Balkon oder wird von außen mit der mitgelieferten Vorrichtung unter das Fenster gehängt.
Chinas Klimaanlagen-Hersteller profitieren von europäischen Hitzewellen: Die Absatzzahlen steigen stark. Doch auch in China selbst sorgt der Klimawandel für Extremwetter.
16.07.2026 | 2:39 minMobile Splitgeräte: Kein baulicher Eingriff erforderlich
Für den Einsatz mobiler Splitgeräte ist zwar kein Eingriff in die Bausubstanz nötig, trotzdem könne die Anbringung des Außenteils zustimmungsbedürftig sein, erklärt Tim Treude. Maßgeblich sei, ob eine Maßnahme den Gesamteindruck des Gebäudes erheblich verändert.
Da der Einsatz mobiler Splitgeräte in der Regel nicht dauerhaft, sondern beschränkt auf extreme Wetterlagen sei, dürfte das Aufhängen in der Hochsommerzeit auch ohne Zustimmung des Vermieters zulässig sein, so Treudes Einschätzung. Denn es käme vor allem darauf an, ob die Veränderung auf Dauer angelegt ist.
Die Preise für Klimaanlagen steigen in den Sommermonaten mit der Nachfrage deutlich - sofern überhaupt noch Geräte verfügbar sind. Daher kann es sinnvoll sein, die Anschaffung frühzeitig, etwa im Winter, zu planen.
Ebba Petzsche ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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