Neue Funktion beim Messenger:Benutzername bei WhatsApp: Darauf sollten User achten
von André Tebbe
WhatsApp ermöglicht künftig Benutzernamen statt sichtbarer Telefonnummern. Verbraucherschützer sehen Vorteile, weisen aber auch auf neue Risiken hin.
WhatsApp führt schrittweise Benutzernamen ein. Damit kann die Telefonnummer künftig verborgen bleiben. Ein Starttermin ist noch offen. Verbraucherschützer warnen vor möglichem Missbrauch.
09.07.2026 | 0:41 minWer schon mit WhatsApp kommuniziert, weiß, dass dem Empfänger von Nachrichten immer die Telefonnummer des Senders angezeigt wird. Der WhatsApp-Dienst, der genau wie Facebook und Instagram zum Meta-Konzern gehört, hat bekannt gegeben, dass User nun einen Benutzernamen reservieren können.
Wann dieser Benutzername dann aktiviert wird, hat der Betreiber noch nicht exakt verlautbaren lassen. Bislang wird in Aussicht gestellt, dass dieser Ende des Jahres 2026 zum Einsatz kommen kann.
WhatsApp-Benutzername reservieren: So funktioniert die Einrichtung
Aktuell können User in den WhatsApp-Einstellungen ihren Wunsch-Benutzernamen reservieren. Dieser lässt sich unter "Konto" und "Benutzername" einrichten.
Der US-Konzern Meta führt für Facebook, Instagram und WhatsApp kostenpflichtige Angebote ein. Nutzer dieser "Plus"-Angebote sollen mehr Funktionen erhalten.
28.05.2026 | 0:39 minWarum Sie nicht überall denselben Benutzernamen verwenden sollten
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät allerdings von identischen Benutzernamen auf mehreren Plattformen ab. Dazu meint Ayten Öksüz, Referentin für Datenschutz und Datensicherheit der Verbraucherzentrale NRW: "Wer ein Pseudonym verwendet, das bereits auf anderen Plattformen genutzt wird, gibt WhatsApp ein wiedererkennbares Kennzeichen an die Hand."
Über dieses lassen sich Aktivitäten möglicherweise verschiedenen Diensten zuordnen, selbst wenn der bürgerliche Name nicht auftauche, so Öksüz.
Mehr Schutz oder neue Betrugsgefahr?
Aus Sicht der Verbraucherschützer hat die WhatsApp-Umstellung von der Telefonnummer hin zu einem Pseudonym in puncto Betrugsrisiko zwei Aspekte.
Ayten Öksüz erklärt die Details: "Bislang gelangen Kriminelle vor allem über große WhatsApp-Gruppen an Handynummern." In diesem Punkt könne die Neuerung eine verbreitete Betrugsmasche erschweren, sagt Öksüz.
"Auf der anderen Seite entsteht ein neues Täuschungsrisiko." Weil Benutzernamen frei wählbar seien, könnten Kriminelle versuchen, unter dem Namen einer bekannten Person, eines Unternehmens oder einer Behörde aufzutreten, um vertrauenswürdiger zu wirken, erklärt Öksüz.
"Sicherheitsfachleute befürchten, die Funktion könne Online-Betrug, Phishing, Erpressung durch falsche Behörden und Identitätsdiebstahl begünstigen." Dies könne passieren, wenn Fremde WhatsApp-Nutzer kontaktieren könnten, ohne ihre eigene Telefonnummer preiszugeben, so die Verbraucherschützerin.
Mit einer vermeintlichen E-Mail vom Rundfunk-Beitragsservice versuchen Cyberkriminelle Menschen um Geld zu prellen. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, wie man die gefälschte Mail erkennt.
15.05.2026 | 0:48 minMehr Sicherheit mit dem Username Key
Die WhatsApp-Betreiber haben Schutzmaßnahmen angekündigt. Wie diese dann konkret aussehen und sich in der Praxis bewähren, wird sich erst noch zeigen.
Um möglichst viel Sicherheit selbst herzustellen, gibt es die Möglichkeit zusätzlich den Benutzernamenschlüssel, auch "Username Key" genannt, zu aktivieren. Ist diese Funktion eingerichtet, reicht der Benutzername allein nicht aus, damit Personen, die bislang noch keinen Kontakt aufgenommen haben, eine Nachricht senden können. Stattdessen wird zusätzlich der Benutzernamenschlüssel benötigt.
Diese Sicherheitseinstellung erfolgt nicht automatisch. WhatsApp erklärt auf seiner Webseite, wie sie einzurichten ist.
Bundesbildungsministerin Prien will auch Messenger regulieren. Der Deutsche Lehrerverband hält ein Verbot für unrealistisch. Anlass der Debatte sind Probleme wie Mobbing-Fälle in Klassenchats.
20.03.2026 | 0:31 minVerbraucherzentrale warnt vor falschen Identitäten
Die Verbraucherzentrale NRW rät allgemein zu gesundem Misstrauen. Denn natürlich ist die digitale Social-Media-Welt immer auch ein Hort für Betrüger. Dazu gibt Öksüz an die Hand:
WhatsApp-User sollten bei vermeintlichen Nachrichten von Prominenten, Unternehmen oder Behörden misstrauisch bleiben.
Ayten Öksüz, Referentin für Datenschutz und Datensicherheit, Verbraucherzentrale NRW
Ein passender Benutzername allein belege keine Echtheit, sagt Ayten Öksüz.
André Tebbe ist Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".
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