Social Media: EU sieht Suchtgefahr bei Instagram und Facebook

Untersuchung zu Meta-Konzern:EU sieht Suchtgefahr bei Instagram und Facebook

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Macht Social Media süchtig? Eine Untersuchung der EU-Kommission hat ergeben, dass es dafür bei Instagram und Facebook eine Gefahr gibt. Nun muss der Meta-Konzern etwas ändern.

Die Apps von Facebook, Instagram und WhatsApp sind auf einem Smartphone vor dem Logo von Meta Platforms zu sehen.

Laut einer EU-Untersuchung stellen Soziale Medien große Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche dar. Die Kommission fordert Änderungen auf den Plattformen. Reagiert Meta nicht, droht ein Bußgeld.

10.07.2026 | 0:29 min

Instagram und Facebook bergen nach vorläufigen Ergebnissen einer EU-Untersuchung zu große Suchtgefahren für Kinder und Jugendliche. Die Europäische Kommission sieht Risiken unter anderem durch stark personalisierte Empfehlungen sowie das automatische Abspielen immer neuer Videos und treibt ein Verfahren gegen den Mutterkonzern Meta voran.

Der US-Konzern muss darauf nun reagieren. Wenn er die Vorwürfe nicht entkräften kann oder keine Änderungen vornimmt, könnte die EU-Kommission eine Milliardenstrafe in Höhe von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Bei Meta könnten das mehr als 12 Milliarden Euro sein.

Jochen Breyer steht neben einer futuristisch gekleideten Frau. Im Hintergrund zeigt eine projizierte Hand auf den Zuschauer.

Likes, Wut und Milliardenprofite: Jochen Breyer blickt hinter die Macht der Algorithmen und zeigt, wie Social Media Politik, Kinder und Gesellschaft beeinflusst.

26.05.2026 | 43:46 min

EU verstärkt Druck auf Social-Media-Plattformen

Inmitten der Debatte um ein Mindestalter für Social Media veröffentlicht die Brüsseler Behörde damit erneut Ermittlungsergebnisse, die den Druck auf die Online-Plattformen erhöhen und der EU Argumente für strengere Regeln geben.

Auch gegen TikTok läuft ein Verfahren wegen der Suchtgefahr der App - seit Februar gibt es dazu ähnliche vorläufige Ermittlungsergebnisse. Eine von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eingesetzte Expertenkommission gibt am Montag ihre Empfehlungen dazu ab, wie es beim Thema Social-Media-Verbot weitergehen sollte.

EU-Flagge im Wind

Metas Kommunikationsdienst Messenger muss sich an die schärferen EU-Wettbewerbsregeln halten. Das EU-Gericht bestätigte, dass der Dienst zu den "Torwächter-Diensten" gehört.

03.06.2026 | 0:36 min

EU beanstandet automatisches Abspielen von Videos

Bei Instagram und Facebook kritisiert die EU-Kommission die Funktion des automatischen Abspielens und des endlosen Scrollens. Mit dem endlosen Scrollen ist gemeint, dass beim Weiterwischen auf einer Plattform ständig neue Inhalte geladen werden, ohne dass der Nutzer zu Pausen gezwungen ist.

Zudem kritisiert die EU-Kommission, wie Inhalte per personalisiertem Algorithmus ausgewählt werden. Auch Benachrichtigungen, die Nutzerinnen und Nutzer immer wieder zurück auf die Plattformen holen, werden moniert.

16.05.2024, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Die Apps Instagram, Facebook und WhatsApp sind auf dem Display eines Smartphones vor dem Logo des Internetkonzerns Meta zu sehen.

Der US-Konzern Meta führt für Facebook, Instagram und WhatsApp kostenpflichtige Angebote ein. Nutzer dieser "Plus"-Angebote sollen mehr Funktionen erhalten.

28.05.2026 | 0:39 min

Kommission verlangt unter anderem Bildschirmpausen

Die Versuche des Meta-Konzerns unter Leitung von Mark Zuckerberg, die Suchtgefahr für Minderjährige, aber auch vulnerable Erwachsene zu minimieren, sieht die EU-Kommission als nicht ausreichend an.

Zeitmanagement-Tools für Kinder, wie etwa Tageslimits oder Pausenzeiten, lassen sich laut Brüsseler Behörde leicht ausschalten. Andere Funktionen der Kindersicherung von Instagram und Facebook sind demnach nur dann wirksam, wenn Eltern ausreichend technische Kenntnisse und sich die Mühe machen, sie wirklich zu verstehen.

Nach Ansicht der Brüsseler Behörde müssen Instagram und Facebook die Funktionsweisen ihrer Plattformen nun ändern. Beispielhaft schlägt die EU-Kommission etwa vor:
  • Standardmäßige Deaktivierung des endlosen Weiterwischens und des automatischen Abspielens von Videos
  • Einführung wirksamer Bildschirmpausen
  • Anpassung der Empfehlungen, um sie weniger auf Nutzerinteraktion auszurichten
Eine Frau hält ein Smartphone, auf dessen Display verschiedene Social Media Apps angezeigt werden.

Facebook und Instagram schützen Kinder laut EU-Kommission nicht ausreichend. Minderjährige könnten Altersgrenzen leicht umgehen. Weil wirksame Kontrollen fehlen, droht Meta nun ein hohes Bußgeld.

29.04.2026 | 0:28 min

Keine Frist für Meta

Für die Reaktion auf die Vorwürfe der EU gibt es für den Meta-Konzern keine Frist. Kritiker werfen der Europäischen Kommission immer wieder vor, die EU-Regeln für digitale Plattformen nicht konsequent genug durchzusetzen, zu lange für die Verfahren gegen die Online-Riesen zu brauchen und zu wenig Strafen auszusprechen. Das Verfahren gegen Meta wegen mangelnden Jugendschutzes dauert bereits über zwei Jahre.

In den USA verlor der Facebook-Konzern zusammen mit der Google-Videoplattform YouTube bereits einen viel beachteten Gerichtsprozess wegen des Suchtpotenzials seiner Angebote. Geschworene in Los Angeles sprachen der 20-jährigen Klägerin als Wiedergutmachung einen Betrag von drei Millionen Dollar zu, der zu 70 Prozent von Meta bezahlt werden solle.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 10.07.2026 im Beitrag "EU: Suchtgefahr auf Instagram und Facebook" um 16:19 Uhr.
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