Probiotika und Ballaststoffe: Was sie für den Darm leisten

Probiotische Ernährung für den Darm :Was Probiotika für ein gesundes Mikrobiom wirklich leisten

von Brigitte Bäuerlein

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Ein gesunder Darm gilt als Basis für unser Wohlbefinden. Probiotika sollen Verdauung und Immunsystem stärken. Doch was ist belegt und was hält den Darm wirklich gesund im Alltag?

verschiedene Probiotika-Produkte: Kapseln, Pulver, Gummibärchen

Probiotika liegen im Trend. Ob als Kapseln, Pulver oder Gummibärchen - versprochen wird viel. Doch was steckt wirklich dahinter und wann können sie dem Darm tatsächlich helfen?

09.06.2026 | 4:08 min

Der Darm ist ein komplexes Ökosystem aus Billionen von Mikroorganismen. Dazu gehören zahlreiche Bakterienarten sowie einige Hefen. Probiotika sind bestimmte Vertreter dieses Systems, die gezielt über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden können. Zu den bekanntesten Probiotika zählen Laktobazillen, Bifidobakterien und Hefen wie Saccharomyces.

In der Regel siedeln sich Probiotika nicht dauerhaft im Darm an. Ihre Wirkung hält meist nur so lange an, wie sie regelmäßig zugeführt werden, teilweise noch für eine begrenzte Zeit danach.


Bei welchen Beschwerden Probiotika unterstützen können

Über Jahre wurde in der Werbung behauptet, probiotischer Joghurt könne die Abwehrkräfte stärken oder beim Abnehmen helfen. Laut der Verbraucherzentrale fehlen für solche Versprechen jedoch wissenschaftliche Nachweise. "Probiotika" ist kein einheitlicher Wirkstoff, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Bakterienstämme mit jeweils eigenen Eigenschaften. Pauschale Aussagen zur Wirkung sind daher kaum haltbar.

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Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte probiotische Bakterien im Rahmen der Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen hilfreich sein könnten. Als probiotische Arzneimittel werden jedoch nur solche Präparate zugelassen, deren Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Welche Bakterienstämme im Einzelfall sinnvoll sein können, hängt von der jeweiligen Erkrankung ab - daher sollte vor der Einnahme unbedingt ein ärztliches Gespräch stattfinden.

Gut belegt ist zudem, dass Probiotika Durchfälle im Zusammenhang mit einer Antibiotika-Einnahme deutlich reduzieren können. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten vor der Anwendung grundsätzlich Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Niklas Schütz draußen in Gedanken an einem Fluß.

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Der Begriff "Probiotika" gilt rechtlich als nicht zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Stattdessen finden sich auf Produkten Begriffe wie "mit speziellen Bakterienkulturen" oder es werden konkrete Bakterienstämme genannt, wie zum Beispiel "Lactobacillus casei".


Diese Lebensmittel enthalten Probiotika

Joghurt, Skyr, Frischkäse oder Buttermilch sind fermentierte Milchprodukte, die gute Lieferanten für Probiotika wie Milchsäurebakterien sind. Wenn es um eine möglichst große Vielfalt an Mikroorganismen geht, hat Kefir die Nase vorn. Milchsäurebakterien finden sich auch in fermentiertem Gemüse wie Sauerkraut.

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Viele Mikroorganismen sind empfindlich und reagieren sensibel auf Hitze und Säure. Produkte mit lebenden, aktiven Probiotika finden sich daher meist im Kühlregal. Als Orientierung sollten auf der Verpackung Hinweise stehen wie:

  • "mit lebenden Kulturen"
  • "aktive Kulturen"
  • "fermentiert, nicht erhitzt, nicht pasteurisiert"
  • "Kühlpflicht"
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Probiotischen Joghurt selbst herstellen

Wer Probiotika unkompliziert in seine Ernährung einbauen möchte, kann mit selbst gemachtem Joghurt starten. Dafür braucht es nur wenige Zutaten: Milch, eine Starterkultur und Wärme. Als Starterkultur eignet sich ein fertiger Naturjoghurt. Alternativ gibt es spezielle, gefriergetrocknete Starterkulturen in Pulverform - erhältlich im Reformhaus oder im Biosupermarkt.

Einen Liter Milch auf etwa 80 Grad Celsius für fünf bis zehn Minuten erwärmen (nicht kochen). Anschließend auf 40 Grad herunterkühlen und ein bis zwei Esslöffel Naturjoghurt einrühren. Die Mischung in Gläser füllen, etwa sechs bis zehn Stunden in eine warme Decke einwickeln und ruhen lassen. Danach in den Kühlschrank stellen.

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Diese Maßnahmen fördern die Darmgesundheit

Ballaststoffe wirken als Präbiotika. Sie dienen den Darmbakterien als Nahrung und fördern ihre Aktivität. Für eine stabile Darmflora ist daher eine tägliche, ausreichende Zufuhr an Ballaststoffen wichtig - etwa über Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Saaten, Vollkornprodukte und Obst.

Eine probiotische Ernährung bedeutet nicht, irgendwelche Probiotika zu essen. Entscheidend ist die Kombination aus fermentierten Lebensmitteln mit lebenden Kulturen, ausreichend Ballaststoffen sowie einer insgesamt vielfältigen und frischen Ernährung.

Dr. Brigitte Bäuerlein ist Ökotrophologin und Ernährungsexpertin in der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 09.06.2026 ab 09:05 Uhr.

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