Morbus Crohn: Ursachen, Symptome und Therapie

Chronisch entzündliche Darmerkrankung:Leben mit Morbus Crohn: Neue Therapien als Perspektive

von Thomas Bleich

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Immer wieder Übelkeit, starke Bauchschmerzen und blutige Durchfälle: Die Symptome bei Morbus Crohn können das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Was ihnen helfen kann.

Niklas Schütz draußen in Gedanken an einem Fluß.

Niklas Schütz ist schon als Kind an Morbus Crohn erkrankt. Wie der 29-Jährige damit lebt und warum er auf neue Therapien setzt.

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Morbus Crohn gehört zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise 250.000 Menschen davon betroffen. Die Krankheit verläuft meist in Schüben und kann den gesamten Verdauungstrakt betreffen - von der Speiseröhre bis zum After. Bei vielen Betroffenen kommt es zu Komplikationen wie Engstellen im Darm oder Entzündungen außerhalb des Darms.

Morbus Crohn entstehe durch eine fehlgeleitete Immunreaktion, erklärt Tümen Mansuroglu, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am KRH Klinikum Siloah Hannover. Der Körper greife dabei die eigene Darmschleimhaut an.

Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung frühzeitig zu stoppen und langfristig zu kontrollieren.

Dr. Tümen Mansuroglu, Gastroenterologe

Nur so könne es gelingen, Folgeschäden zu vermeiden und die Lebensqualität der Betroffenen so gut wie möglich zu erhalten, so Mansuroglu weiter. Die Erkrankung ist nicht heilbar.

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Symptome von Morbus Crohn erkennen und ernst nehmen

Da die Symptome unspezifisch sind, wird die Erkrankung manchmal erst spät erkannt. Morbus Crohn beginnt oft schleichend. Viele Betroffene haben über Wochen oder Monate Beschwerden, bevor die Diagnose gestellt wird.

Wiederkehrende Durchfälle, Bauchschmerzen und Müdigkeit sind typische Warnzeichen. Fachleute raten: Wer über einen längeren Zeitraum an diesen Symptomen leidet, sollte sie ärztlich abklären lassen.

Die ersten Anzeichen von Morbus Crohn sind unspezifisch. Treten die folgenden Symptome immer wieder in Kombination auf, ist eine Abklärung ratsam:

  • Bauchschmerzen, oft im rechten Unterbauch
  • wiederkehrendes Fieber
  • Gewichtsverlust und Müdigkeit
  • anhaltende Durchfälle über Wochen
  • Blut im Stuhl

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Ursachen und Verlauf von Morbus Crohn

Die genauen Ursachen von Morbus Crohn sind nicht vollständig geklärt. Experten gehen von einem Zusammenspiel aus Veranlagung, Umweltfaktoren und Veränderungen im Darmmikrobiom aus.

Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Während einige Betroffene nur milde Symptome haben, erleben andere schwere Schübe mit häufigen Krankenhausaufenthalten und Operationen.

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Moderne Therapien bei Morbus Crohn geben Hoffnung

Heute stehen zur Behandlung von Morbus Crohn deutlich mehr Medikamente zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren. Bei einer leichten Ausprägung der Erkrankung werden oft Wirkstoffe wie Budesonid oder Kortison eingesetzt. Diese Glukokortikoide können langfristig jedoch zu Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Haut- und Augenproblemen führen.

Neue Hoffnung machen Medikamente, die ohne solche Nebenwirkungen gezielt in das Immunsystem eingreifen. Biologika etwa blockieren entzündungsfördernde Botenstoffe. Auch Immunsuppressiva oder sogenannte Small Molecules werden eingesetzt, um die Entzündungsreaktionen im Darm zu stoppen.

Mansuroglu betont, dass die Behandlung bei Morbus Crohn heute individuell angepasst werden sollte.

Neue Therapien zielen darauf ab, nicht nur die Symptome zu stoppen, sondern die Darmschleimhaut komplett abheilen zu lassen.

Dr. Tümen Mansuroglu, KRH Klinikum Siloah Hannover

Dies könne die Notwendigkeit von Operationen verringern und das Risiko für Komplikationen senken, so der Gastroenterologe.

Neben Glukokortikoiden können inzwischen weitere Wirkstoffe, teils in Kombination, gegen die Entzündungsreaktion bei Morbus Crohn eingesetzt werden.

  • Immunsuppressiva: Zu dieser Gruppe gehören vor allem Thiopurine. Sie hemmen unter anderem die Vermehrung von weißen Blutkörperchen. Andere Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Tacrolimus werden heute seltener eingesetzt, weil modernere Medikamente zielgerichteter wirken und oft ein besseres Sicherheitsprofil haben.

  • Biologika: Dabei handelt es sich um Mittel, die sich gegen körpereigene Botenstoffe und Zellbestandteile (wie TNF alpha, Interleukine und Integrin) richten, die bei der Entstehung von Entzündungen eine wichtige Rolle spielen.

  • Small Molecules: Diese "kleinen Moleküle" sind Wirkstoffe, die leicht in Zellen eindringen können. Sie hemmen Enzyme (Januskinasen, kurz JAK), die an den Entzündungsreaktionen beteiligt sind.

Morbus Crohn und Ernährung

Bei Morbus Crohn ist eine persönlich angepasste Ernährung wichtig. Während eines Schubs sind fett- und ballaststoffarme Lebensmittel oft besser verträglich. In ruhigen Phasen hingegen ist eine ausgewogene Ernährung ratsam, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Schwer verdauliche Speisen, Alkohol und stark Gewürztes sollten von den Betroffenen gemieden werden.

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Operation bei Morbus Crohn

In schweren Fällen können operative Eingriffe notwendig sein, etwa bei Engstellen oder Fisteln. Dabei werden stark betroffene Darmabschnitte oft komplett entfernt. Dies kann dazu führen, dass ein künstlicher Darmausgang gelegt werden muss. Die Erkrankung kann nach einer Operation an anderen Stellen des Verdauungstrakts erneut auftreten.

Alltag mit Morbus Crohn meistern

Für Betroffene ist die Krankheit oft eine große Belastung - körperlich und psychisch. Unvorhersehbare Schübe erschweren die Planung des Alltags.

Gleichzeitig zeigen viele Patienten, dass ein aktives Leben möglich ist. Wichtig sind eine passende Therapie, ein gutes Krankheitsmanagement und Unterstützung durch Ärzte und Umfeld.

Dr. Thomas Bleich ist Arzt und Redakteur der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "Volle Kanne" am 19.05.2026, ab 09:05 Uhr.

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