Israel-Iran-Konflikt: Bewährungsprobe für Wadephul in Nahost

Krieg zwischen Israel und Iran:Krise in Nahost: Bewährungsprobe für Wadephul

Patricia Wiedemeyer

von Patricia Wiedemeyer

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Eigentlich sollte Johann Wadephul in Israel sein. Zuvor wollte er die Region bereisen und über die Zukunft Gazas sprechen. Doch nach Israels Angriff auf den Iran kam alles anders.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister, spricht auf einer Pressekonferenz in der Residenz des deutschen Botschafters in Maskat, aufgenommen am 15.06.2025

Nach der Eskalation zwischen Israel und dem Iran muss sich der Außenminister als Krisenmanager beweisen.

Quelle: dpa

Am Sonntagnachmittag ist Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) im Oman. Dort spricht er mit seinem Amtskollegen, Badr al-Bussaidi, der überraschend Zeit hat, da aus aktuellem Anlass die für Sonntag geplante Konferenz mit dem Iran zum Atomabkommen eben auch nicht stattfindet.

Auch die geplante UN-Konferenz in New York zu Palästina und einer Zweistaatenlösung wurde verschoben. Daher hatte auch der Außenminister von Katar, Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, Zeit für den deutschen Außenminister. Und zudem auch noch der Außenminister von Saudi-Arabien, Faisal bin Farhan Al Saud.

Lage in Gaza gerät bei Gesprächen in den Hintergrund

Und so sind die Ziele plötzlich ganz andere, irgendwie auch die Themen. Jetzt geht es, egal ob vorher in Kairo, oder jetzt in Doha, Maskat oder in Riad vor allem um Iran und Israel, weniger um Gaza. Kritiker werfen der israelischen Regierung vor, nicht nur das Atomprogramm vernichten zu wollen, sondern einen Regimewechsel herbei führen zu wollen.

Wadephul, als erster und einziger westlicher Außenminister derzeit in der Region, nutzt die Chance, wo immer es möglich ist, mit den Staaten in der Region zu sprechen - als Vermittler, als Vertreter Europas, wie er immer wieder betont.

Krise in Nahost: Wadephul muss sich bewähren

Es sind zahlreiche Treffen, hinzu kommen viele Telefonate, mit den Briten, mit den Franzosen, aber auch mit seinem israelischen Amtskollegen, dazwischen immer wieder Kolonne fahren und von einem Land zum anderen reisen, vier Länder in drei Tagen.

Keine sechs Wochen im Amt muss Wadephul sich als Krisenmanager bewähren. Zugutekommt ihm dabei, dass er in seiner Zeit als Abgeordneter Berichterstatter für genau diese Region war, daher auch viele Akteure bereits aus dieser Zeit kennt.

Merz und Wadephul kritisieren Israels Vorgehen

Aber was kann Diplomatie in dieser aufgeheizten Stimmung bewirken, wenn weiter bombardiert wird und es keinen Waffenstillstand gibt? Die Deutschen, sie werden hier durch ihre Nähe zu Israel oft kritisch gesehen. Allerdings hätten die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wadephul zu Gaza, ihre Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung, da einiges geändert, berichten Beobachter.

Deutschland sei der wichtigste Vertreter der EU, ist immer wieder zu hören, könne zudem vielleicht mäßigend auf Israel einwirken.

Wadephul: Alle Staaten wollen Deeskalation

Immer wieder erwähnt wird übrigens auch, das Deutschland immer noch eine recht große Botschaft in Teheran habe. Also vielleicht doch eine Chance, hier zu vermitteln? Es sei die Stunde der Diplomatie, sagt Wadephul nach seinen Gesprächen. Erreicht habe man immerhin, dass alle Staaten der Region Deeskalation wollen. Zurück an den Verhandlungstisch zu kommen, das sei das gemeinsame Ziel, sagt der Außenminister. Er sei hoffnungsfroh, dass das auch in den nächsten Tagen soweit sein könne.

Keiner hier wolle weitere militärische Angriffe, oder gar den Krieg ausweiten. Der Iran wird aufgefordert, auf sein Atomprogramm zu verzichten und deutlich zu machen, dass der Staat sich an den Atomwaffensperrvertrag hält.

Hoffnung auf Verhandlungslösung in Nahost

Am Ende der Reise bleibt die vage Hoffnung, dass nicht sofort, aber vielleicht in den nächsten Wochen an den Verhandlungstisch zurückgekehrt wird, und dass es vielleicht auch noch eine Lösung für Gaza geben wird. Es bleibt eine vage Hoffnung, aber sehr viel mehr ist in diesen wenigen Tagen mit Diplomatie wohl auch nicht zu erreichen.

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