Waffenruhe in Nahost: Hamas lehnt Israels Forderung ab

Ringen um Waffenruhe:Hamas lehnt Forderung nach Entwaffnung ab

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Israel soll laut Angaben der Hamas eine Waffenruhe im Gegenzug für eine Entwaffnung der Miliz angeboten haben. Die Terrororganisation weist den mutmaßlichen Vorschlag zurück.

Die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas hat die von Israel erhobene Forderung nach einer Entwaffnung der Miliz im Gazastreifen als Voraussetzung für eine Waffenruhe abgelehnt.

Die Hamas-Delegation sei "überrascht" gewesen, als sie von ägyptischen Vermittlern mit dem israelischen Vorschlag konfrontiert worden sei, sagte ein namentlich nicht genannter Funktionär der Organisation dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira. Für die Hamas sei dies "völlig inakzeptabel".

Hamas: Israels Vorschlag überschreitet "rote Linie"

Nach Angaben der Hamas hat Israel eine mindestens 45-tägige Waffenruhe im Gegenzug für die Freilassung der Hälfte der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln angeboten. Das Angebot überschreite jedoch "eine rote Linie", da Israel die Entwaffnung der Hamas im Gegenzug für ein dauerhaftes Ende des Nahost-Konflikts fordere, sagte ein hochrangiger Vertreter der Miliz der Nachrichtenagentur AFP.

Zuvor hatte das regierungsnahe ägyptische Medium Al-Kahera gemeldet, Israel habe Ägypten ein neues Angebot für eine Waffenruhe übermittelt. Deren Ziel sei ein dauerhaftes Ende der Kämpfe. Zum Inhalt des Vorschlags machte Al-Kahera keine Angaben. Israel hat ein solches Angebot bisher nicht bestätigt.

Israel will letzte Geiseln befreien

Israel und die Hamas verhandeln indirekt über eine weitere Waffenruhe im Gaza-Krieg. Dabei vermitteln Ägypten, Katar und die USA. Inhaltlich geht es um die Freilassung der letzten israelischen Geiseln aus der Gewalt der Hamas, die Entlassung palästinensischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen und die Wiederaufnahme der von Israel blockierten Hilfslieferungen für die notleidende palästinensische Bevölkerung in dem abgeriegelten Küstenstreifen.

Die letzte Waffenruhe endete vor knapp einem Monat, nachdem sich Israel und die Hamas nicht auf die Modalitäten für die nächste Phase einigen konnten. Schon zuvor hatte Israel die Hilfslieferungen in den Gazastreifen komplett gestoppt.

Israel will Hamas entwaffnet sehen

Wichtigster strittiger Punkt ist, dass die Hamas darauf besteht, dass sich Israel nach der Freilassung der letzten Geiseln militärisch aus dem Gazastreifen zurückzieht und den Krieg beendet.

Angriff auf Israel (Karte Israel, Gazastreifen etc.)

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Israel will hingegen eine dauerhafte militärische Präsenz in Teilen des Küstengebiets aufrechterhalten. Außerdem will Israel die Hamas entwaffnet sehen und erreichen, dass die Führer der Organisation ins Exil gehen.

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