Krieg in Nahost: Israels Armee bereitet Einnahme von Gaza vor

Krieg in Nahost:Israels Armee bereitet Einnahme von Gaza vor

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Das israelische Militär hat nach Angaben eines Sprechers mit den Vorbereitungen zur Einnahme der Stadt Gaza begonnen. Schon jetzt hielten Truppen die Außenbezirke besetzt.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben am Mittwoch die ersten Schritte zur geplanten Einnahme von Gaza-Stadt eingeleitet.

Vorbereitende Maßnahmen und die ersten Phasen der Offensive seien gestartet worden, sagte Militärsprecher Effie Defrin am Abend vor der Presse. Vororte von Gaza-Stadt seien bereits eingenommen worden.

Militärsprecher: Hamas ist geschwächte Guerillaorganisation

Defrin sagte, das Militär werde die Zivilbevölkerung warnen und ihre Evakuierung ermöglichen, um die Gefahr für die Menschen so gering wie möglich zu halten. Dabei sollten sich Zivilisten von den aktiven Kampfgebieten fernhalten.

Militärsprecher Defrin betonte, die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas sei heute nicht mehr dieselbe wie vor dem israelischen Militäreinsatz.

Von einer militärischen Terrororganisation hat sie sich zu einer angeschlagenen und geschwächten Guerillaorganisation entwickelt.

Effie Defrin, Sprecher der israelischen Armee

Das israelische Militär werde den Schaden für die Hamas in Gaza, "einer Hochburg des staatlichen und militärischen Terrors der Terrororganisation", noch weiter verschärfen und die Abhängigkeit der Bevölkerung von der Hamas beenden.

Netanjahu drängt auf schnellere Einnahme von Gaza

Im Rahmen der Vorbereitungen für die nächste Phase habe der Generalstabschef angewiesen, für Anfang September etwa 60.000 Reservebefehle zu erteilen. Die Einberufungsbescheide für den Angriff auf Gaza-Stadt könnten in den kommenden Tagen verschickt werden, teilte das Militär mit. Der Großteil der Truppen für den Einsatz werde jedoch aus aktiven Soldaten bestehen.

Zuvor hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Angaben seines Büros angeordnet, die Stadt Gaza schneller einzunehmen als bislang geplant. Der "Zeitplan für die Eroberung der letzten Terrorhochburgen und die Niederlage der Hamas" solle verkürzt werden, teilte sein Büro mit, ohne Details zu nennen.

Nahost-Experte: Regierung will Zwei-Staaten-Lösung verhindern

Über das militärische Vorgehen hinaus wird auch auf politischer Ebene ein größerer Zusammenhang diskutiert. Aus Sicht des Nahost-Experten Daniel Gerlach bedeutet das umstrittene Siedlungsprojekt im Westjordanland noch kein Ende der Zwei-Staaten-Lösung. "Aber je öfter man das behauptet, desto mehr gibt man natürlich denjenigen Recht, die die Zwei-Staaten-Lösung mit allen Mitteln verhindern wollen", sagte er im ZDF-Interview. Genau das verfolge die israelische Regierung derzeit erklärtermaßen:

Sie möchte die Zwei-Staaten-Lösung verhindern.

Daniel Gerlach, Nahost-Experte

Zwar gebe es noch keine konkreten Ausschreibungen für das Bauprojekt. "Aber es geht eben darum, jetzt den Druck zu erhöhen, denn die israelische Regierung weiß, dass sie hier einen Wettlauf gegen die Zeit angetreten hat." Gerlach führt aus, die Regierung wolle in Zeiten sinkender Unterstützung aus dem Westen Fakten schaffen - auch für den Fall, dass sie nicht mehr wiedergewählt werde.

Rund eine Million Menschen leben in Gaza-Stadt

Es wird befürchtet, dass die Offensive die ohnehin katastrophale Lage der Zivilbevölkerung im abgeriegelten Gazastreifen, wo insgesamt rund zwei Millionen Palästinenser leben, noch verschlimmern wird. Die Zivilisten in der Stadt Gaza - nach Schätzungen rund eine Million Menschen - sollen sich dem Plan des israelischen Militärs zufolge in Zeltquartiere weiter im Süden des Küstenstreifens begeben.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte Anfang August einem Plan zur Einnahme Gazas zugestimmt. Bislang ist unklar, wann die Bodenoffensive beginnen sollte. Medienberichten zufolge rechnet die israelische Armee mit einem langwierigen Einsatz zur Einnahme der Stadt.

Derzeit wird um eine Feuerpause im Gazastreifen gerungen. Die Vermittler aus Katar warteten auch am Mittwoch auf Israels offizielle Antwort zu dem jüngsten Verhandlungsvorschlag für eine Waffenruhe, in deren Zug auch ein Teil der Geiseln freikommen soll. Wie aus israelischen Regierungskreisen verlautete, pocht Israel weiter auf die Freilassung sämtlicher 50 Geiseln.

Siedlungspläne: "Besondere strategische Bedeutung"

Gil Yaron, Journalist und Leiter des Büros NRW für Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Jugend und Kultur, zu israelischen Siedlungsplänen im Westjordanland.

21.08.2025 | 8:19 min

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Quelle: dpa, Reuters

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